IVFP-Rechnung

Wer wirklich von der Rürup-Rente profitiert

Ursprünglich war die Rürup-Rente – auch als Basisrente geläufig – vor allem für Selbstständige gedacht, mittlerweile ist sie aber breiter vertreten. Was macht sie so besonders gegenüber anderen staatlich geförderten Vorsorgeformen? Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat dies beispielhaft erläutert.
© picture alliance/Frank May/dpa/ZB
Rentner auf einer Parkbank: Die Basisrente lohnt sich auch für Menschen über 50, die erst spät mit der Vorsorge beginnen.

Die Rürup-Rente, alias Basisrente, ist eine staatlich geförderte Vorsorgeform, von der ursprünglich vor allem Selbstständige profitieren sollten, da diese kein Anrecht auf die Riester-Rente oder die betriebliche Altersversorgung (bAV) haben. Laut dem Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ist die Zielgruppe der Rürup-Rente aber durchaus breiter angelegt – so gehören etwa auch Gutverdiener, Frauen und die Generation 50plus dazu.

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Folgende Vorteile sieht das IVFP

Auf der einen Seite sei „ein wesentlich höheres gefördertes Volumen pro Jahr von 25.046 Euro (ledig) beziehungsweise 50.092 Euro (verheiratet)“ möglich, schreibt das IVFP. Das sei sowohl für Gutverdiener mit einem höheren Steuersatz als auch für die Generation 50plus, die nur noch wenig Zeit bis zum Rentenbeginn hätten, wichtig.

Zudem sei bei der Rürup-Rente auch ein Verzicht auf die Bruttobeitragsgarantie möglich. „Dies erhöht die Chancen auf eine höhere Rendite und Rente noch einmal deutlich“, so das IVFP. Gleichzeitig könne jeder eine Rente abschließen und „familienintern“ verteilen – also auch an die Ehefrau, die ansonsten eventuell keine hohe Rente zu erwarten habe.

Und so lauten die steuerlichen Grundzüge des Produkts

Investiere man im Jahr 2020 beispielsweise 10.000 Euro in eine Rürup-Rente, so seien davon 9.000 Euro steuerlich absetzbar. Beim aktuellen Spitzensteuersatz von 46,12 Prozent (inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) in Höhe von 8 Prozent erhält man laut IVFP-Rechnung 4.151 Euro als Steuerersparnis zurück – dieser Betrag erhöhte sich jährlich bis auf etwa 4.600 Euro im Jahr 2025. Bei der fondsgebundenen Variante der Rürup-Rente könnten die Wertpapierkurse im vorangegangenen Beispiel zudem um rund 30 Prozent (nach Kosten) fallen, bis das eingesetzte Eigenkapital erreicht sei, erklärt das IVFP. Das sei „ein ordentlicher Puffer“.

Im Gegenzug werde die Rente bei Bezug besteuert. Bei Renteneintritt im Jahr 2025 werde der Besteuerungsanteil 85 Prozent betragen. Sprich: Der absolute Betrag, der sich aus den 15 Prozent der Rentenleistung des Jahres nach Rentenbeginn ergebe, bleibe dauerhaft auch in den Folgejahren steuerfrei. Der steuerpflichtige Teil hänge von dem individuellen Steuersatz ab, so das Institut. Aber: „Da in der Rentenphase in der Regel der persönliche Steuersatz zusätzlich noch niedriger ist als in der Ansparphase, ist dies ein gutes Geschäft“, urteilt das IVFP.

Wie das alles in Zahlen aussieht, zeigt ein Rechenbeispiel des Instituts

„Investiert etwa ein Ehepaar zehn Jahre lang jeweils 12.000 Euro jährlich in eine auf die Frau abgeschlossene klassische Basisrente, so kann es, bei Rentenbeginn mit 63 Jahren, mit einer Rendite von circa 3,9 Prozent nach Förderung, Kosten und Besteuerung rechnen.“ Um die gleiche Rendite zum Beispiel mit einer Anleihe zu erzielen, müsste diese vor Abgeltungsteuer laut IVFP eine jährliche Rendite von etwa 5,5 Prozent erzielen.

Quelle: IVFP

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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