Umfrage

Frauen und Männer: Vorsorge-Schere öffnet sich weiter

Jede fünfte erwerbstätige Frau sorgt nicht fürs Alter vor – trotz Fortschritten bei der Wertpapieranlage. Bei Männern sinkt die Quote der Nicht-Sparer. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
Frauen und Männer: Unterschiede in der Vorsorge
© Surprising_Media / Pixabay
Frauen und Männer: Unterschiede in der Vorsorge

Die Lücke in der privaten Altersvorsorge zwischen Männern und Frauen vergrößert sich. Während Männer ihre Vorsorgequote verbessern, steigt die Zahl jener Frauen, die gar nicht fürs Alter sparen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank von April 2026.

Jede fünfte Frau spart nicht

Laut Erhebung sorgt rund jede fünfte erwerbstätige Frau (21 Prozent) nicht selbst fürs Alter vor. Dieser Anteil ist gestiegen, vor zwei Jahren lag er noch bei 19 Prozent. Bei Männern zeigt sich ein gegenteiliger Trend: Hier verzichten nur knapp 12 Prozent auf private Altersvorsorge – 2024 waren es noch 14 Prozent.

„Es ist höchst problematisch, dass die Zahl der Frauen ohne eigene Altersvorsorge weiter zunimmt“, erklärt Annika van Nüß, zuständig für „Female Finance“ bei der Deutschen Bank. Sie verweist darauf, dass Frauen im Alter oft stärker finanziell eingeschränkt seien, etwa „da sie meist weniger verdienen und häufiger für Kinder oder Pflege von Angehörigen beruflich kürzertreten.“

Langsamer Wandel am Kapitalmarkt

Ein anderes Bild zeigt sich in der Art der Geldanlage. Setzen rund 68 Prozent der vorsorgenden Männer auf Aktien oder Fonds beziehungsweise ETFs, tun das heute 46 Prozent der Frauen. Im Jahr 2024 betrug der Anteil erst 41 Prozent. Der Trend ist also positiv, die Lücke bleibt dennoch groß. „Viele Frauen trauen sich beim langfristigen Vermögensaufbau noch zu wenig zu“, sagt van Nüß. Als Gründe gelten neben traditionellen Rollenbildern auch fehlendes Finanzwissen und mangelndes Vertrauen in die eigene Kompetenz.

Aufklärung als Schlüssel

Um Frauen zu ermutigen, entstehen zunehmend spezielle Informationsangebote von Banken und Verbraucherorganisationen. Ziel sei es, Frauen zu unterstützen, finanzielle Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen. Van Nüß rät Frauen deshalb, sich „möglichst frühzeitig mit der eigenen finanziellen Zukunft auseinanderzusetzen und regelmäßig vorzusorgen.“

Die Daten beruhen auf einer Online-Umfrage von Yougov mit 2.059 Teilnehmenden vom April 2026, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren ist.

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Autorin

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