„Am Internationalen Witwentag erinnern wir uns nicht nur an persönliche Verluste, sondern richten den Blick auch auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen, die Verwitwung – besonders für Frauen – mit sich bringt“, sagt Finanzberaterin Ines Freiboth und erklärt im Folgenden, warum sie die Vorsorge so wichtig findet.
In vielen Fällen reißt der Tod eines Partners nicht nur eine emotionale Lücke, sondern auch eine finanzielle. Noch immer sind viele Frauen im Ernstfall nicht ausreichend abgesichert: durch traditionelle Rollenverteilungen, fehlende Informationen oder schlichtweg mangelnde Sichtbarkeit dieses Themas in der öffentlichen Diskussion. Das Ergebnis: Fehlannahmen, Versorgungslücken und im schlimmsten Fall existenzielle Notlagen.
Als langjährige Finanzberaterin kenne ich diese Herausforderungen aus persönlicher Erfahrung – und setze mich seit vielen Jahren dafür ein, Frauen frühzeitig für finanzielle Selbstbestimmung zu sensibilisieren. In meiner Arbeit mit Frauen – insbesondere Ärztinnen und Unternehmerinnen – zeigt sich immer wieder, wie tief finanzielle Fragen mit biografischen Brüchen, Verantwortung und Unsicherheit verbunden sind.
Finanzielle Beratung bedeutet für mich nicht, Produkte zu verkaufen, sondern gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen – für heute und für ein Morgen, das anders kommen kann als geplant.
Meine Motivation für diesen Weg wurzelt in einer persönlichen Erfahrung: Im Jahr 2000 verlor ich meinen Mann bei einem Autounfall. Plötzlich war ich allein mit zwei kleinen Kindern – emotional und finanziell auf mich selbst gestellt. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, als Frau abgesichert zu sein. Nicht später – sondern rechtzeitig.
Frauen tragen viel Verantwortung – im Beruf, in der Familie, oft in beidem zugleich. Ihre Erwerbsbiografien verlaufen selten geradlinig. Ärzte und Ärztinnen stehen unter hohem beruflichem Druck, Unternehmer und Unternehmerinnen führen nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Team. Doch viele geraten in finanzielle Abhängigkeiten, weil sie die eigene Vorsorge aufschieben oder unterschätzen. Und weil es immer noch an passgenauer Beratung fehlt.
Ich erlebe in meiner Praxis, dass viele Frauen – gerade nach Trennung, Krankheit oder Todesfällen – finanziell unvorbereitet sind. Deshalb sensibilisiere ich für Themen wie Risikovorsorge, Berufsunfähigkeit oder Altersabsicherung. Besonders wichtig ist mir dabei: Keine Frau muss „alles wissen“ – aber sie sollte wissen, wen sie fragen kann. Und dass Berater ihre Fragen ernst nehmen.
Ich leite seit vielen Jahren zwei Ärzte-Agenturen – in Göttingen und Grünwald – und berate dort insbesondere Frauen. Mir ist wichtig, nicht nur Produkte zu vermitteln, sondern praxisnahe Unterstützung, bedarfsorientierte Absicherung und den Mut zur Eigenverantwortung zu fördern. Denn: Nur eine eigene Vorsorge ermöglicht eine nachhaltige Fremdfürsorge.
Es geht nicht darum, Angst zu machen, sondern darum, Selbstbestimmung möglich zu machen – unabhängig von Alter, Familienstand oder Erwerbsstatus. Es braucht Bewusstsein und Netzwerke, die Frauen empowern – auch und gerade in Lebenskrisen.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, was Beraterin Ute Geishauser zur Witwenrente und über die finanzielle Vorsorge von Frauen denkt.
Das denkt Beraterin Ute Geishauser über Witwenrente und über finanzielle Vorsorge.
Was in der Praxis oft als individuelles Schicksal erscheint, ist in Wirklichkeit Teil eines strukturellen Problems: Finanzielle Vorsorge ist in vielen Lebensmodellen von Frauen nicht ausreichend mitgedacht. Umso wichtiger ist es, in der Beratung nicht nur auf vergangene Entwicklungen zu reagieren, sondern gezielt aufzuklären, realistisch zu informieren – und die Folgen finanzieller Entscheidungen transparent zu machen.
Das gilt besonders für die Hinterbliebenenversorgung, deren Bedeutung häufig unterschätzt wird – von Kunden ebenso wie von manchen Vermittlern und Vermittlerinnen. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, Verantwortung nicht nur als fachliche Pflicht, sondern als gestalterischen Auftrag zu begreifen. So wird in den Gesprächen mit Vermittlern und in meinen Seminaren zum Thema Hinterbliebenenversorgung deutlich, dass auch bei Vermittlern noch Aufklärungsbedarf besteht – aber auch die Chance, durch gezielte Beratung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit zu leisten.
Mit jeder weiteren Leistungsreduzierung der gesetzlichen Rentenversicherung wird es für Frauen immer wichtiger werden, fachlich kompetente Vermittler an ihrer Seite zu wissen, die sie frühzeitig auf die langfristigen finanziellen Auswirkungen von Erwerbspausen hinweisen. In der Beratungspraxis begegnen wir regelmäßig Frauen, die keine konkrete Vorstellung davon haben, wie ihre Witwenrente tatsächlich aussieht.
Oft sind die bereitgestellten Softwarelösungen von Versicherern zu theoretisch, und in vielen Fällen wird die Hinterbliebenenversorgung nicht ausreichend betrachtet. Dabei ist gerade bei sensiblen Themen wie der Hinterbliebenenversorgung eine realistische, nachvollziehbare Darstellung unerlässlich.
Der Rückgang erfahrener Vermittlerinnen und Vermittler und der steigende Anspruch an Transparenz und Individualität erfordern eine neue Haltung in der Branche. Wer soziale Nachhaltigkeit ernst meint, muss die Realität weiblicher Erwerbsbiografien verstehen: Teilzeit, Pflegezeiten, Erwerbsunterbrechungen – all das beeinflusst die Altersvorsorge erheblich.
Ein Beispiel aus der Beratungspraxis macht die Tragweite deutlich: Eine junge Mutter ist in Elternzeit, während der Vater das alleinige Einkommen sichert. Nach dessen plötzlichem Tod greift zunächst die große Witwenrente – allerdings nur für drei Monate im sogenannten Sterbevierteljahr in voller Höhe. Danach verringert sich die Leistung durch Einkommensanrechnung oder fällt zwischenzeitlich ganz weg, bis eventuell zu einem späteren Zeitpunkt erneut ein Anspruch entsteht.
In der Realität werden jedoch häufig nur Idealverläufe präsentiert – die sogenannte „Best-Case“-Berechnung. Das führt nicht nur zu falschen Erwartungen, sondern birgt auch rechtliche Risiken und kann das Vertrauen in die Beratung dauerhaft beschädigen.
Deshalb bin ich überzeugt: Digitale Lösungen sind kein Ersatz für persönliche Beratung – sie sind ein entscheidendes Werkzeug, um sie zu verbessern. Gute Software muss in der Lage sein, komplexe Lebenssituationen realitätsnah, transparent und individuell darzustellen. Nur so können Berater fundierte Aussagen treffen, rechtliche Rahmenbedingungen korrekt abbilden und gemeinsam mit ihren Kunden tragfähige Entscheidungen entwickeln – auf Augenhöhe und mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein.
Lesen Sie auf der dritten Seite, was sich Ines Freiboth und Ute Geishauser von der Branche zur Beratung von Frauen wünschen.
Unser Appell zum Internationalen Witwentag:
Witwenversorgung darf kein Tabuthema sein – und keine Blackbox. Sie braucht Sichtbarkeit, Kompetenz und eine Beratungskultur, die Frauen ernst nimmt. Es geht nicht um Technik oder Mensch – sondern um ein sinnvolles Zusammenspiel. Wer das schafft, baut Vertrauen auf, schützt Existenzen und begleitet Frauen dabei, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen – in jeder Lebenslage.
Ein gutes Vertriebstool, das alle Phasen der Witwenrente systematisch und rechtskonform abbildet – vom Sterbevierteljahr über Kinderzuschläge und Übergangsgeld bis hin zur Anrechnung auf eigenes Einkommen oder die spätere Altersrente – finden Sie hier.
Die Anwendung wurde von Suretec Systems speziell dafür entwickelt, um die oft komplexen gesetzlichen Regelungen zur Hinterbliebenenversorgung realitätsnah, individuell und verständlich darzustellen. Sie ermöglicht präzise Berechnungen auf Basis aktueller Gesetzeslage, berücksichtigt persönliche Lebenssituationen und dokumentiert alle Eingaben automatisch haftungssicher.
Für Beraterinnen und Berater ist dieses Tool weit mehr als eine Rechenhilfe: Es unterstützt im Kundengespräch dabei, sensible Themen wie Versorgungslücken oder Einkommensanrechnungen nachvollziehbar zu erklären – und schafft damit Transparenz und Vertrauen. Durch die strukturierte Visualisierung wird auch für Kundinnen schnell ersichtlich, welche finanziellen Auswirkungen einzelne Lebensentscheidungen haben können.
So wird Beratung nicht nur effizienter, sondern qualitativ hochwertiger – faktenbasiert, rechtssicher und empathisch.
Ines Freiboth ist Unternehmerin, Betreiberin der Allianz Agenturen Ines Freiboth e.K., Referentin, Autorin und Netzwerkpartnerin für Frauenvorsorge.
Ute Geishauser ist Produktstrategin für digitale Beratungslösungen in der Alters- und Hinterbliebenenversorgung, Mitglied des Vorstands bei KUBI e.V. und Gründering von Flow im Business.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.