Ehemaliger Allianz-Fondsmanager

Auch Gregoire Tournant bekennt sich schuldig

Es dauerte deutlich länger als bei seinen Mitarbeitern, doch jetzt gestand auch Gregoire Tournant seine Schuld vor Gericht ein. Er ist der dritte für die „Allianz Structured Alpha Funds“ von Allianz Global Investors verantwortliche Fondsmanager.
US-Staatsanwalt Damian Williams aus dem südlichen Bezirk von New York
© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Eduardo Munoz
US-Staatsanwalt Damian Williams aus dem südlichen Bezirk von New York

Der ehemalige Investmentchef und Fondsmanager der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI), Gregoire Tournant, hat sich vor Gericht des Betrugs schuldig bekannt. Das meldet die Staatsanwaltschaft im südlichen Bezirk von New York. Tournant werde am 16. Oktober 2024 verurteilt.

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Demnach bekannte er sich in zwei Punkten schuldig, auf die jeweils eine Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis steht. Parallel zu seinem Geständnis bot Tournant an, rund 17 Millionen US-Dollar an erhaltenen und aufgeschobenen Vergütungen zurückzuzahlen, die auf seinen Betrug zurückzuführen sind.

Der zuständige US-Staatsanwalt Damian Williams sagte dazu: „Gregoire Tournant und seine Mitverschwörer haben die Anleger belogen, sie heimlich Risiken ausgesetzt und, wie Tournant jetzt zugegeben hat, den Opfern gefälschte Risikoberichte geschickt. Das heutige Schuldeingeständnis ist der Höhepunkt einer mehrjährigen Untersuchung und Strafverfolgung, bei der die Täter zur Verantwortung gezogen, die Opfer entschädigt und die Entschlossenheit dieses Amtes demonstriert wurden, selbst die raffiniertesten Finanzverbrechen zu verfolgen.“

Zuvor gestanden schon AGI am 17. Mai 2022 und Tournants Mitarbeiter Trevor Taylor und Stephen Bond-Nelson im März 2022 ihre Schuld, heißt es weiter. AGI habe mehr als 3 Milliarden US-Dollar an die Betrugsopfer gezahlt, plus eine Geldstrafe von 2,3 Milliarden Dollar und 463 Millionen Dollar an die Regierung. Damit war der Fall für die Fondsgesellschaft abgeschlossen.

Der Betrug hing mit einer Reihe privater Investmentfonds zusammen, die AGI in den USA verwaltete und anbot. Die Fonds der Serie „Structured Alpha Funds“ enthielten zu ihrer Blütezeit mehr als 11 Milliarden US-Dollar, berichtete das US-Justizministerium. Nachdem die Märkte in der Corona-Krise im März 2020 einbrachen, verloren die Fonds mehr als 8 Milliarden Dollar an Marktwert und 3 Milliarden Dollar an Kapital. Laut Ministerium wurden mehr als 100 Anleger Opfer dieses Betrugs, darunter Pensionsfonds für Lehrer, religiöse Organisationen, Busfahrer, Ingenieure und andere Einzelpersonen, Universitäten und gemeinnützige Organisationen.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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