Indexpolicen zeichnen sich dadurch aus, dass sie als Kern weiter den Deckungsstock des Versicherers nutzen. Die Überschüsse, die daraus resultieren, können Kunden dann aber in einen oder mehrere Indizes investieren. „Dabei ist bei allen von uns untersuchten Tarifen ein Kapitalverlust ausgeschlossen, was das Risiko für den Kunden nach unten begrenzt“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur.
Assekurata hat im Rahmen ihrer Studie zur Überschussbeteiligung erneut das Produktsegment der Indexpolicen durchleuchtet. In diesem Jahr haben 13 Anbieter mit einem Marktanteil von knapp 40 Prozent mitgemacht.
Alle in der Studie analysierten Tarife enthalten die beiden für Versicherungen typischen Garantie-Elemente der Mindestrückkaufswerte und der lebenslangen Mindestrente. Allerdings ist die Höhe niedriger als bei klassischen Rentenpolicen. Und auch bei diesen Produkten haben die Anbieter das Produktdesign an die aktuellen Marktbedingungen angepasst. Anders als im Vorjahr sehen nämlich nicht mehr alle Tarife den vollständigen Beitragserhalt zum Ende der Ansparphase vor.
Hohe Überschussbeteiligung als Mittel zum Zweck
„Infolgedessen fällt der Marktdurchschnitt der garantierten Beitragsrendite für den Assekurata-Mustervertrag nach 25 Jahren mit -0,26 Prozent negativ aus. Im Vorjahr war die Garantierendite noch leicht positiv gewesen“, heißt es in der Analyse. „Das ist ein Beleg dafür, dass auch bei Indexpolicen die Kapitalgarantien infolge der extremen Niedrigzinsbedingungen unter Druck geraten“, sagt Heermann.
Im Gegenzug fällt die Überschussbeteiligung von Indexpolicen vergleichsweise hoch aus. So liegt die laufende Verzinsung für die Indexbeteiligung laut Assekurata-Analyse derzeit im Schnitt bei 2,92 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreswert von 3,00 Prozent hat sie sich damit nur leicht verringert.
Renditebegrenzung entweder über Cap oder über Quote
Das Bonbon, dass die Versicherer Verluste bei den Indizes nicht an die Kunden weitergeben, zahlen die Versicherten mit einer Begrenzung ihrer Renditemöglichkeiten. Mehrheitlich haben sich die Versicherer hier für einen Cap entschieden, der bei den meisten Anbietern aktuell in der Nähe der 3-Prozent-Marke liegt.
Alternativ dazu sehen einige – und dabei vor allem die neueren – Tarife eine Quote vor. Diese begrenzt die Indexbeteiligung in relativer Hinsicht, indem der Kunde mit einem im Voraus festgelegten Prozentsatz an jeder positiven Monatsperformance des Index partizipiert.
„Aufgrund der Renditebeschränkungen über einen Cap oder eine Quote sind Indexpolicen nicht mit einem Direktinvestment am Kapitalmarkt vergleichbar, bieten allerdings im Gegenzug die eingebaute Verlustbegrenzung“, so Heermann.
Jüngere Renditegutschriften sind geringer ausgefallen
Assekurata hat in der Studie auch analysiert, wie hoch die tatsächlich gutgeschriebene Rendite an verschiedenen Indexstichtagen tarifindividuell ausgefallen ist. Rückblickend haben Indexpolicen jährliche Renditegutschriften zwischen 3,00 und 4,50 Prozent hervorgebracht, in einzelnen Marktphasen sogar rund 6,00 Prozent.
In den vergangenen Monaten gab es wegen einiger Aufs und Abs an den Börsen aber auch einige Null-Runden für Kunden, sodass der Kapitalerhalt gegriffen hat.
Sichere Verzinsung ist höher als bei der (Neuen) Klassik
Alternativ zur Indexbeteiligung kann sich der Kunde zu Beginn eines jeden Indexjahres auch für eine vorab bekannte sichere Verzinsung entscheiden. Diese legt der Versicherer für jeweils ein Jahr fest.
Die sichere Verzinsung liegt im Schnitt der betrachteten Anbieter derzeit bei 2,71 Prozent (arithmetisch) beziehungsweise 2,75 Prozent (gewichtet). Sie fällt damit geringer aus als die laufende Verzinsung für die Indexbeteiligung. „Dies unterstreicht, dass Indexpolicen in erster Linie auf die Indexbeteiligung ausgelegt sind und den Kunden hierfür einen Anreiz bieten wollen“, so Heermann.
„Immerhin aber fällt der sichere Zins sogar höher aus als die laufende Verzinsung in der Klassik und der Neuen Klassik“. Dort hatte die laufende Verzinsung nach Auswertungen von Assekurata 2017 im Branchenschnitt bei 2,61 beziehungsweise 2,44 Prozent gelegen.
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