Fidelity-Studie

Anleger wollen 6,7 Prozent Rendite – und parken ihr Geld in Cash

Das geht nicht wirklich zusammen: Deutsche Anleger wollen eine ordentliche Rendite erwirtschaften, immerhin von fast 7 Prozent pro Jahr. Aber ein Drittel ihres Vermögens darbt auf dem (schlecht bis gar nicht verzinsten) Konto vor sich hin. Warum das so ist, zeigt die neue Anlegerstudie von Fidelity.
Cash oder Aktien? Zu den Renditezielen der Deutschen passen eher Aktien, Fonds & Co.
© drobotdean/Magnific
Cash oder Aktien? Zu den Renditezielen der Deutschen passen eher Aktien, Fonds & Co.

Deutsche Privatanleger stecken in einem Widerspruch fest. Sie erwarten im Schnitt eine jährliche Rendite von 6,7 Prozent, halten aber 34 Prozent ihres investierbaren Vermögens in Cash. Das zeigt die „Be Invested Global Survey 2026″ von Fidelity International, für die 13.000 Privatanleger in Europa und Asien befragt wurden – darunter 1.000 in Deutschland.

Warum halten so viele Menschen an Cash fest? Die Gründe:

  • Wunsch nach einem Notgroschen (44 Prozent),
  • kurzfristiger Bedarf (18 Prozent),
  • Sorge vor möglichen Verlusten (12 Prozent),
  • warten auf bessere Marktbedingungen für Investments (7 Prozent).

„Hohe Cash-Positionen mögen das Gefühl von Sicherheit vermitteln, sie limitieren jedoch das Renditepotenzial erheblich“, sagt Jan Schepanek, Sprecher der Geschäftsführung der Fidelity-Plattform FFB und verantwortlich für das Privatkundengeschäft von Fidelity International in Deutschland.

Und das ist ein Problem, weil die finanziellen Ziele der Deutschen mit fast 7 Prozent jährlicher Rendite eben recht ehrgeizig sind. 70 Prozent der Befragten sind zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen.

Wer sein Geld aber überwiegend auf Spar- oder Girokonten parkt, dürfte das kaum schaffen: Laut Fidelity droht bei einem reinen Cash-Portfolio über zehn Jahre ein Kaufkraftverlust – und Anleger könnten fast 40 Prozent hinter ihren Rendite-Erwartungen zurückbleiben.

Anleger offen für Kurskorrektur

„Um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu schließen, ist es ratsam, dass Anleger ein klares Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Anlagerisiko und -rendite entwickeln und erkennen, wie die Vermögensaufteilung die Anlage-Ergebnisse beeinflusst“, so Schepanek weiter. „Zudem sollten Anleger ihre Portfoliostruktur auf ihre langfristigen Ziele ausrichten.“

Immerhin zeigen sich viele Anleger offen für eine Kurskorrektur: 36 Prozent wollen künftig von Cash in Aktien umschichten, 12 Prozent in Anleihen. Als wichtigste Voraussetzung nennen sie Steueranreize (30 Prozent), bessere Informationen zu den Anlagen (23 Prozent) und mehr Aufklärung darüber, wie Investieren überhaupt funktioniert (22 Prozent).

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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