„1,9 Prozent klingen nicht hoch“

BdV dreht Kostenrechnung der Bafin weiter

In einer Studie errechneten die Finanzmarktschützer von der Bafin, wie viel klassische und fondsgebundene Versicherungen im Jahr kosten. Jetzt dreht der BdV das weiter und rechnet alles in – seiner Meinung nach – verständlichere Zahlen um.
© BdV
Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV: Widerspruch gegen das Versicherungsprinzip

Vor einigen Tagen warf die Finanzaufsicht Bafin der Versicherungsbranche vor, dass viele Fondspolicen und klassische Verträge zu teuer seien (Pfefferminzia berichtete). Als Belege dienten konkrete Rechnungen, aus denen die Studienautoren Mittelwerte ermittelten.

Zum Beispiel liegen die Effektivkosten der meistverkauften fondsgebundenen Produkte bei einem Eintrittsalter von 37 Jahren und einer Vertragslaufzeit von 30 Jahren bei 1,90 Prozent. Im Jahr. Bisschen hoch, meinten die Bafin-Leute.

Mehr zum Thema

BdV rechnet vor: Fondssparplan oder Fondspolice?

Hier geht es zum Gastbeitrag von Constantin Papaspyratos, der auf dem Blog hartmutwalz.de erschienen ist.

Kleinlein lastet PEPP-Fehlstart deutschen Versicherern an

Der Startschuss ist gefallen, doch bislang will keiner mitlaufen: Seit dem 22. März 2022 dürfen…

So sieht das Altersvorsorgekonzept des BdV aus

Eine staatlich geförderte Altersvorsorge ohne Garantien, ohne Verrentungspflicht, mit einer nachhaltigen Kapitalanlage im Hintergrund und…

Das ist dem Bund der Versicherten (BdV) aber zu abstrakt. „Effektivkosten von 1,9 Prozent klingen nicht hoch und verbergen, dass tatsächlich knapp ein Drittel der Sparleistung unmittelbar von Kosten aufgefressen werden“, bemängelt Vorstandssprecher Axel Kleinlein. Weshalb der BdV jetzt die Bafin-Beispiele nahm und umrechnete. Er weist die Kosten als Prozentsatz der eingezahlten Beiträge aus. Bei dem erwähnten Beispiel sind es 29,2 Prozent.

Die weiteren Rechenexempel zeigt die folgende Tabelle:
Rechnungsergebnisse für klassische und fondsgebundene Versicherungen
Rechnungsergebnisse für klassische und fondsgebundene Versicherungen

Wobei sich der BdV überrascht zeigt, dass die Kosten bei klassischen Verträgen mit Garantien niedriger ausfallen als bei fondsgebundenen Modellen ohne Garantien. Das widerspreche dem Versicherungsprinzip und setze massive Fehlanreize, lässt er verlauten. „Das jetzige System belohnt ausgerechnet die Versicherer, die besonders schlechte Angebot aussprechen“, sagt Kleinlein.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia