Vor einigen Tagen warf die Finanzaufsicht Bafin der Versicherungsbranche vor, dass viele Fondspolicen und klassische Verträge zu teuer seien (Pfefferminzia berichtete). Als Belege dienten konkrete Rechnungen, aus denen die Studienautoren Mittelwerte ermittelten.
Zum Beispiel liegen die Effektivkosten der meistverkauften fondsgebundenen Produkte bei einem Eintrittsalter von 37 Jahren und einer Vertragslaufzeit von 30 Jahren bei 1,90 Prozent. Im Jahr. Bisschen hoch, meinten die Bafin-Leute.
Das ist dem Bund der Versicherten (BdV) aber zu abstrakt. „Effektivkosten von 1,9 Prozent klingen nicht hoch und verbergen, dass tatsächlich knapp ein Drittel der Sparleistung unmittelbar von Kosten aufgefressen werden“, bemängelt Vorstandssprecher Axel Kleinlein. Weshalb der BdV jetzt die Bafin-Beispiele nahm und umrechnete. Er weist die Kosten als Prozentsatz der eingezahlten Beiträge aus. Bei dem erwähnten Beispiel sind es 29,2 Prozent.

Wobei sich der BdV überrascht zeigt, dass die Kosten bei klassischen Verträgen mit Garantien niedriger ausfallen als bei fondsgebundenen Modellen ohne Garantien. Das widerspreche dem Versicherungsprinzip und setze massive Fehlanreize, lässt er verlauten. „Das jetzige System belohnt ausgerechnet die Versicherer, die besonders schlechte Angebot aussprechen“, sagt Kleinlein.
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