Mit Bilderstrecke

Das war die Hauptstadtmesse 2023 der Fonds Finanz

3.400 Fachbesucher haben am Freitag die diesjährige „Hauptstadtmesse“ der Fonds Finanz besucht. Unsere Bildstrecke führt Sie durch das bunte Messegeschehen, das gespickt war mit über 100 Fachvorträgen, 130 Ausstellern, zwei Starrednern – und der ein oder anderen Kontroverse.
© Fonds Finanz
Über 100 Fachvorträge, 130 Gesellschaften – und 3.400 Besucher: Auch dieses Jahr sei die Hauptstadtmesse am 8. September ein durchschlagender Erfolg gewesen, wie die Fonds Finanz am Montag zufrieden bilanzierte.

 

Foto: Fonds Finanz

Insgesamt 130 Gesellschaften und Aussteller – darunter Pfefferminzia – folgten der Einladung von Fonds-Finanz-Geschäftsführer Norbert Porazik (im Bild oben zur Kamera schauend, rechts daneben DEMV-Geschäftsführer Karsten Allesch) nach Berlin und präsentierten am vergangenen Freitag ihre Neuigkeiten bei Produkten und Leistungen aus allen möglichen Sparten.

Die Hauptstadtmesse der Fonds Finanz ist traditionell etwas kleiner als die heimische MMM-Messe im Frühjahr – 5.500 Branchenprofis strömten am 10. März ins MOC nach München (wir berichteten). Doch auch mit dem Zuspruch in Berlin zeigte sich Porazik überaus zufrieden.

3.400 Fachbesuchern kamen laut Fonds Finanz ins riesige Estrel Hotel, um sich miteinander auszutauschen und den 100 Fachvorträgen, darunter knapp 40 mit IDD-Zertifizierung, zu lauschen. „Die hohen Besucherzahlen bestätigen das große Interesse des Fachpublikums“, freute sich Porazik, wenngleich es in diesem Jahr keinen neuen Besucherrekord zu vermelden gab. 

Foto: Fonds Finanz

 

Foto: Fonds Finanz

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Publikumsmagneten, die gerne mal polarisieren und keine kontroverse Debatte scheuen: Gabor Steingart, ehemaliger „Handelsblatt“-Chefredakteur und Gründer des Medien-Start-ups „Media Pioneer“ (oben), sprach zum Messeauftakt um 10 Uhr über das Thema „Krieg, Klima, Kleinstaaterei – Europa im Stresstest“. Am Abend fesselte Politiker-Legende Gregor Gysi (Die Linke) das Publikum mit seinen Gedanken zu den aktuellen und künftigen wirtschafts- und geopolitischen Herausforderungen unserer Gesellschaft.

Foto: Fonds Finanz

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„Es wurde nichts gescriptet!“, also keine Fragen im Vorwege abgesprochen –  mit dieser Vorwarnung leitete Moderator Stephan Peters (Bildmitte) das Streitgespräch ein, das Norbert Porazik (rechts) und Sascha Rabe, Direktionsleiter der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), miteinander führten. Motto der Veranstaltung: „Versicherungsmakler & Vermögensberater – die Podiumsdiskussion“. Peters war selbst elf Jahre lang für die DVAG tätig, seit fünf Jahren steht er nun in den Diensten der Fonds Finanz und kennt daher beide Welten.

In der Debatte zeigte sich schnell, dass die Sympathien des Publikums klar zugunsten des Gastgebers verteilt waren – was auf einer Maklerveranstaltung natürlich auch nicht sonderlich überrascht. Da half es auch wenig, dass Rabe betonte: „Wir sind nicht gegen Makler!“ Die DVAG glaube fest daran, dass der Kunde sich aussuchen solle, mit wem er sein Geschäft mache, so Rabe – wichtig sei, dass der Kunde einen persönlichen Ansprechpartner habe, der sich kümmere.

Hier gab Porazik zu bedenken, dass ein Makler im Schadenfall alles dafür tue, dass der Kunde seine Leistung vom Versicherer gewährt bekomme. Das sei bei Vertretern, so auch bei der DVAG, nicht der Fall, „denn ich bin nun einmal Interessenvertreter der Gesellschaft“. Den Vorwurf, dass Vertreter ihre Kunden im Schadenfall zugunsten der eigenen Gesellschaft hängen ließen, wollte Rabe nicht auf sich sitzen lassen: „Die Vermögensberater, die ich kenne, die reißen sich drei Beine aus, dass der Kunde seine berechtigten Schäden reguliert bekommt!“

„Wir produzieren jedes Jahr tausende von Leuten, die die Finanzdienstleistung hassen“

Kontrovers wurde es auf dem Podium immer wieder mal – etwa als um es die langen Kündigungsfristen für Mitarbeiter aus Finanzvertrieben ging – wer zum Beispiel der DVAG den Rücken kehren will, muss sich laut der üblichen Anstellungsverträge zwei Jahre in Geduld üben, bevor es für Wechselwillige in der Finanzdienstleistung weitergehen darf. Hier wurde Norbert Porazik ganz grundsätzlich:

Wir fragen uns ja ganz oft hier: Warum hat unsere Branche eigentlich so einen schlechten Ruf? Und meine Behauptung ist: Wir produzieren jedes Jahr tausende von Leuten, die die Finanzdienstleistung hassen, weil Vertriebe ihre Leute, wenn sie gehen möchten, fertigmachen.“

Harter Tobak, den DVAG-Mann Rabe so nicht stehen lassen wollte: „Aus meiner Direktion kann ich sagen: Ich habe das noch nie gehabt, dass jemand, der ausscheiden möchte, dass wir darauf bestanden haben, dass er seine Kündigungsfrist einhält.“

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Dass Stephan Peters einen großen Saal zu bespielen weiß, demonstrierte der Video- und Marketingexperte zuvor bei einem ganz anderen Thema: Es lautete: „Die Zukunft des Versicherungsmakler-Marketings: KI-basierte Ideenfindung und Video-Content-Erstellung für eine erfolgreiche Online-Präsenz“

Oha. Viel Stoff für niedliche 45 Minuten, bei dem sich so wohl so mancher „Experte“ verheben würde. Doch Peters schaffte es, seinem Publikum das Megathema KI behutsam näherzubringen, ohne dabei Ängste zu schüren – auch wenn Peters verbal gerne mal ins obere Regal griff: „KI wird alles in den Schatten stellen.“

„Video steckt immer noch in den Kinderschuhen“

Aber er hat ja recht – auch wenn es beim KI-Einsatz für Versicherungsmakler zum Beispiel erst mal nur darum geht, E-Mail-Dubletten in der Kundendatei zu beseitigen. Denn das sei eine dermaßen blöde Aufgabe, die man eigentlich keinem Mitarbeiter zumuten möchte. Die Message: KI soll uns von möglichst viel Bullshit-To-Dos im Büro befreien.

Aber nicht nur: So kann man das KI-Tool Chat-GPT zum Beispiel damit beauftragen kreativ zu werden und es darum bitten, „ein einminütiges Videoskript für ein Instagram-Reel über das Thema betriebliche Altersvorsorge“ zu erstellen. „Berücksichtige dabei drei Vorteile und motiviere den Zuschauer, sich beim Ersteller des Reels zu melden. Der Sprecher soll keine Begrüßung machen, sondern direkt mit dem ersten Vorteil starten“, zitierte Peters seine persönliche Handlungsanweisung – und das Ergebnis konnte sich sehen lassen, wie der Videoexperte zu loben wusste.

„Video steckt immer noch in den Kinderschuhen“, so Peters, KI kann da so eine Art Anschubhilfe leisten. Er ermunterte sodann seine Zuhörer dazu, die Scheu vor Videomarketing abzulegen. „Marketing bedeutet immer, die Schmerzpunkte des Kunden zu finden und zu heilen“, brachte es Peters auf den Punkt – und sprach zugleich eine Warnung aus: „Macht niemals Marketing, wenn ihr Sales nicht könnt!“ Denn dann werde dem Kunden eine Leistung versprochen, die im Verkauf gar nicht umgesetzt werden könne.  

Foto: Pfefferminzia

Auch die Fonds Finanz zeigt sich von KI fasziniert – und experimentiert damit, wie der Pool auf einem Pressegespräch im Rahmen der Messe erklärte. Norbert Porazik (im Bild stehend) betonte, dass die Maklerschaft grundsätzlich positiv auf das Thema KI zu sprechen sei. Es würden hier eher die Chance als die Risiken gesehen.

Wie der Maklerpool seinen Vertriebspartner hier konkret behilflich sein kann, erläuterte Social-Media-Profi Jonathan Posselt von der Fonds Finanz. So wüssten viele Makler nicht, wie und was sie posten sollen. Ein digitaler Social-Media-Manager, hinter dem eine KI-Technik steht, könne hier für Abhilfe sorgen. Posselt zufolge schlägt die KI unter anderem vor, bestimmte Texte und Bilder einzusetzen und auch, wann ein Post versendet werden sollte. Wann der Manager scharf geschaltet wird, soll nach der Messe mitgeteilt werden.

„Wir werden fehlerfreier durch KI“, betonte Porazik. Zugleich schaute der Poolchef betont nüchtern in die Zukunft: „Jeder Job ist in Gefahr, von einer KI ersetzt zu werden – auch meiner.“ Er sei aber guter Hoffnung, dass es die ungebundenen Vermittler „als letztes trifft“.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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