Der deutsche Versicherungsmaklermarkt steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Das zeigt die „Asscompact Trendstudie Maklermarkt 2030+“, für die das Fachmagazin „Asscompact“ gemeinsam mit den Branchenexperten Klaus-Jürgen Baum (KJB Consulting) und Dietmar Kottmann (Oliver Wyman) mehr als 1.000 Versicherungsmaklerinnen und -makler befragt hat.
Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Antworten von 1.042 Teilnehmern in die Auswertung ein, überwiegend aus mittelständischen und regional tätigen Maklerhäusern. Die Studie zeigt drei Entwicklungen, die die Branche bis zum Jahr 2030 maßgeblich prägen dürften.
Das größte Geschäftspotenzial sehen die befragten Makler in der gewerblichen Sachversicherung sowie in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV): 54 Prozent erwarten in der Sachversicherung ein Marktwachstum, in der bKV sind es 56 Prozent. Dabei zeichnet sich eine Spaltung in der Herangehensweise ab. Im privaten Sachgeschäft erwartet bereits heute eine Mehrheit von 62 Prozent der Makler, dass die Abwicklung künftig überwiegend über digitale Plattformen erfolgen wird. In der Personenversicherung hingegen gewinnt nach Einschätzung der Befragten die persönliche Beratung an Bedeutung – insbesondere bei komplexen Vorsorge- und Absicherungskonzepten gelten Spezialisierung und Fachkompetenz als zentrale Erfolgsfaktoren der Zukunft.
Die Unternehmensgröße wird der Studie zufolge zunehmend zur Existenzfrage. Größere Maklerhäuser wachsen demnach organisch besser und nutzen Marktchancen effizienter als kleinere Betriebe. Während rund 30 Prozent der Maklerhäuser mit einem Jahresumsatz von bis zu 250.000 Euro in den vergangenen drei Jahren stabile bis rückläufige Umsätze verzeichneten, berichteten größere Häuser mit einem Umsatz ab 751.000 Euro nahezu durchgängig von einer positiven Entwicklung. Die Studienautoren gehen davon aus, dass sich die Konsolidierung des Marktes in den kommenden Jahren weiter beschleunigt.
Die Altersstruktur der Branche gilt als drängendes Problem: 70 Prozent der befragten Makler sind älter als 50 Jahre, 56 Prozent sogar über 55 Jahre. Vor allem für kleinere Maklerbetriebe wird die Nachfolge zum zentralen Problem. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) bevorzugt mittlerweile externe Lösungen wie einen Unternehmensverkauf oder die Verrentung, statt eine Nachfolge innerhalb des eigenen Betriebs zu organisieren. Entsprechend rechnen über 60 Prozent der Makler mittelfristig mit einem deutlichen Rückgang der Gesamtzahl an Maklern in Deutschland.
Die Befragung für die „Asscompact Trendstudie Maklermarkt 2030+“ hat das Fachmagazin „Asscompact“ durchgeführt; unterstützt wurde sie von mehreren Branchenverbänden und -unternehmen. Die Ergebnisse will „Asscompact“ am 9. Juli 2026 im Rahmen einer Fachveranstaltung näher vorstellen.
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