In einer mehr und mehr digital vernetzen Umwelt muss ein wirklicher Trend für Kunden und Anbieter einen nachhaltigen Mehrwert schaffen. Für unseren Beitrag haben wir ganz konkrete Best-Practice-Beispiele von Insurtech-Unternehmen ausgewählt, die Versicherern einen echten Mehrwert bieten können.
Neue Trends werden auch auf der diesjährigen Digital Insurance Agenda (DIA), die am 10. und 11. Mai 2017 in Amsterdam stattfindet, zu sehen sein. Dort treffen Versicherungswirtschaft und Insurtech-Branche zusammen, um sich über technische Trends und praktische Anwendungen auszutauschen.
Trend 1: Es werden massiv Kosten bei Schadensleistungen, im operativen Geschäft und bei der Kundenakquise eingespart
Bereits ein wichtiger Trend, der aber 2017 noch größere Bedeutung erlangen wird.
Etliche Versicherer sind mit kombinierten Schaden-Kosten-Quoten konfrontiert, die nahe an 100 liegen oder sogar darüber, also im „roten Bereich“ liegen. Die Digitalisierung heutiger Prozesse ist für die Optimierung des operativen Geschäfts und zur Senkung von Kosten absolut unverzichtbar. Der digitale Wandel im Versicherungsgeschäft begann 2015, kam 2016 richtig in Schwung und wird 2017 und darüber hinaus zu einem vorherrschenden Trend werden.
Praktisch jede ernst zu nehmende Versicherungsgesellschaft – ob klein oder groß – wird weiter nach Möglichkeiten suchen, auf der Kostenseite in allen wichtigen Bereichen effizienter zu werden: bei den Schadensaufwendungen, den Betriebskosten und den Kosten der Kundenakquise. Auf diesen Gebieten werden Zukäufe und Investitionen von Versicherern im Technologiebereich weiter explosionsartig zunehmen – so wie die Anzahl und das Wachstum von Insurtech-Unternehmen, die diesbezügliche Bedürfnisse befriedigen.
Als bereits erprobte Lösung ist CynoClaim von OutShared ein Beispiel. Über 60 Prozent aller Schadensfälle werden automatisch bearbeitet, was zu niedrigeren Kosten und größerer Kundenzufriedenheit führt. Ergebnisse der ersten Umsetzungen sind Kostenreduzierungen um bis zu 50 Prozent und eine Steigerung der Kundenzufriedenheit um 40 Prozent. Die Umsetzung dieser Lösung nimmt in Abhängigkeit davon, ob eine Neuinstallation oder eine Migration bestehender Prozesse auf die Plattform erforderlich ist, sechs bis neun Monate in Anspruch. Das ist für die Versicherungsbranche ein sehr kurzes Zeitfenster.
Trend 2: Datenauswertungsfähigkeit und künstliche Intelligenz der nächsten Ebene: So kann das Potenzial des Internets der Dinge wirklich freigesetzt werden
Viele Versicherer haben in den letzten Jahren Projekte in Bezug auf das Internet der Dinge („Internet of Things” – „IoT”) auf den Weg gebracht. Vor allem in der Kfz-Versicherung wird dies zunehmend zum Standard, wobei Italien an der Spitze des Feldes steht. Die Sachversicherer und die Kranken- und Lebensversicherung hinken noch weiter hinterher. Alle Pilotprojekte und Experimente haben den Versicherern gezeigt, dass ihnen die richtigen Datenmanagementfähigkeiten fehlen, um all diese neuen Datenströme zu bewältigen.
Es geht nicht nur darum, ein großes Datenvolumen und neue Datensätze zu verarbeiten. Noch wichtiger ist es, aus diesen Daten neue Erkenntnisse zu gewinnen und daraus wiederum relevante und unterscheidbare Mehrwertangebote zu entwickeln sowie Kunden stärker einzubinden. In den Bereichen fortschrittliche Analysen, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz („AI”) tätige Insurtech-Unternehmen besitzen den Schlüssel, um das Potenzial des IoT freizusetzen.
BigML, das 2016 mit dem DIAmond Award ausgezeichnet wurde, hat eine Plattform für maschinelles Lernen entwickelt, die fortschrittliche Analysen für Unternehmen aller Größenkategorien zugänglich macht. Dank der intuitiven Internet-Schnittstelle und durchgängigen Automatisierung muss man nicht promoviert haben, um die skalierbare und bewährte Algorithmen-Sammlung von BigML benutzen zu können, wie auch der Vortrag auf der letztenjährigen DIA in Barcelona zeigt.
Hier geht es zum zweiten Teil des Gastbeitrags. Den dritten Teil gibt es hier.
Über die Autoren:
Walter Capellmann ist Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Capellmann Consulting. Roger Peverelli und Reggy de Feniks sind die Gründer der Digital Insurance Agenda (DIA), der ersten weltweiten Community und Konferenz, welche die Entscheider und Innovatoren der Versicherungsunternehmen und die Leitfiguren der Fintech-Branche zusammen bringt.
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