Der Export von Rohöl gehört zu Russlands wichtigsten Geldquellen – und genau hier setzt die Europäische Union mit ihrem sechsten Sanktionspapier nun an. In Zusammenarbeit mit dem britischen Versicherungsmarkt „Lloyd’s of London“ soll sie ein Versicherungsverbot für russische Ölfrachter beschlossen haben. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf die „Financial Times“.
Lloyd’s dürfte also tatsächlich ernst machen: Bereits vor einigen Tagen hatte die Versicherungsbörse signalisiert, dass sie die beschlossenen Sanktionen gegen Russland voll mittragen wolle (wir berichteten).
Wegen der Monopolstellung von Lloyd’s in der Seeversicherungsbranche dürfte der Beschluss Russlands Fähigkeit, Öl zu exportieren, stark einschränken. Denn ohne Versicherung hätten es die Frachter schwer, auf fremden Territorialgewässern zu fahren. Sie dürften dann wohl nur noch Häfen ansteuern, die bereits mit dem Kreml kooperieren oder von ihm kontrolliert werden.
Auf der anderen Seite wäre im Falle eines Versicherungsverbots aber auch mit einem erneut steigenden Druck auf die globalen Rohstoffmärkte zu rechnen. „Die einzige Komplikation besteht darin, sicherzustellen, dass es sich überhaupt um russisches Öl handelt“, zitiert die Bild-Zeitung einen Lloyd’s-Vertreter. „Es ist nicht die einfachste Aufgabe der Welt, aber auch nicht unmöglich“.
Die britische Regierung schweigt laut dem Bericht noch zu den Sanktionsplänen. Laut der „Financial Times“ dürfte sich das aber bald ändern.
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