Diva-Umfrage

Geringverdiener können sich Aktien oft nicht leisten

Einfach zu wenig Geld zum Anlegen ist bei Haushalten mit geringem Einkommen der Grund für wenig aktienbasierte Investments. Gleichzeitig kennen diejenigen, die dennoch investieren, sich nach eigenen Angaben besser aus als die Durchschnitts- oder Besserverdiener, zeigt eine aktuelle Umfrage.
© picture alliance/dpa | Arne Dedert
Menschen mit geringerem Einkommen haben oft nicht das Geld für aktienbasierte Anlagen und werden zu dem Thema oft nicht beraten.

Für Menschen mit geringeren Einkommen sind aktienbasierte Anlagen deutlich unattraktiver als für diejenigen mit durchschnittlichen oder besseren Einkommen. Mehr als jeder zweite (52 Prozent) mit weniger Einkommen gibt an, „nicht genügend Geld zum Anlegen“ zu haben, wie die aktuelle Sonderauswertung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) zeigt.

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Diejenigen dieser Einkommensgruppe, die Anlagen auf Basis von Aktien besitzen, kennen sich nach eigener Einschätzung jedoch ausreichend aus. Der Anteil derer, die das von sich selbst sagen, liegt bei 28 Prozent und ist sogar größer als bei den Durchschnitts- (15 Prozent) und den Besserverdienenden (25 Prozent).

Geringverdiener bekommen oft keine Beratung

Ähnlich gute Sachkenntnis liegt den Erkenntnissen der Diva-Umfrage zufolge auch bei den Themen Geldanlage und Inflation vor. Über ein Drittel der Geringerverdiener (36 Prozent) hält Aktien und Aktienfonds für inflationsrobust. Sie seien die geeignetste Geldanlagemöglichkeit, „um einer steigenden Inflation entgegenzuwirken“, heißt es. Gold oder Kryptowährungen als vermeintlich „sichere Häfen“ seien demnach deutlich abgeschlagen.

Eine weitere Erkenntnis: 62 Prozent der geringverdienenden Besitzer von aktienbasierten Anlagen verzichten beim Kauf oder Umschichten auf eine Beratung. Als Gründe dafür vermutet das DIVA unter anderem, dass zu viele Bankfilialen bereits geschlossen wurden und damit ein traditioneller und leichter Zugang zur Beratung verloren ging. Für Banken seien diese Kleinkunden zudem nicht attraktiv, weil der Aufwand sich nicht lohne. Damit seien Geringverdiener mit ihrer finanziellen Vorsorge noch mehr als andere auf sich selbst gestellt.

Zur Umfrage

Regelmäßig im Frühjahr und im Herbst erfragt das Diva ein Meinungsbild der Bevölkerung zum Aktiensparen generell, zur Finanzberatung sowie zu den Plänen der Politik. Insbesondere stehen bei der Erhebung die Haushalte der unteren Einkommensschicht im Fokus. Sie seien besonders auf ergänzende Vorsorge angewiesen, weil ihre gesetzlichen Rentenansprüche gering seien.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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2 Antworten

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