Peter Weiß spricht am 25. Juni 2021 in der 237. Sitzung des Deutschen Bundestages. © picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
  • Von Lorenz Klein
  • 23.08.2021 um 16:57
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Unionspolitiker Peter Weiß hat im Interview mit Pfefferminzia vor einer Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP gewarnt – denn dann käme es zu einem Provisionsdeckel in der Lebensversicherung. Zugleich befand Weiß, dass die Riester-Rente „einen langsamen Tod“ sterbe und sich der Name des Vorsorgeprodukts „verbrannt“ habe – und daher in eine „Zulagenrente“ umgewandelt werden sollte.

Dass, vor allen Dingen, auch eine gute Beratung nicht einfach nur kostenlos sein kann, ist für mich klar – nur muss das in einem Standardprodukt eben auch in einer standardmäßigen Regelung enthalten sein. Ich glaube, dass gerade auch beim Standardprodukt die Kosten deutlich gesenkt werden können. Und das Standardprodukt soll ja eine Orientierung sein. Natürlich sollen auch in Zukunft die Bürgerinnen und Bürger frei entscheiden, welches Produkt der Altersvorsorge sie wählen – ob sie sich eher in der betrieblichen Altersvorsorge engagieren finanziell, ob sie sich eher in der privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge  engagieren.

„Entschuldigung, das kann nicht unser politisches Ziel sein“

Wir haben auf dem CDU-Bundesparteitag nur beschlossen: Wenn wir bei diesen neuen Bemühungen um die zusätzliche Altersvorsorge nicht wirklich vorankommen, dann glauben wir, dass eine Pflicht, Irgendetwas zu tun, wahrscheinlich notwendig wird. Denn die Freiwilligkeitsphase hat doch zu folgender Situation geführt: Das kann man sehr schön an der betrieblichen Altersversorgung zeigen: Arbeiten Sie in einem Betrieb mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und gehören dort zu den Mitarbeitern, die eher über Durchschnitt verdienen, haben sie zu über 90 Prozent eine bAV. Arbeiten Sie in einem kleinen oder mittlerem Betrieb und gehören zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eher unterdurchschnittlich verdienen, kann man sicher sein, dass sie keine betriebliche Altersvorsorge haben – also: Zwischen gut versorgt und schlecht versorgt, wird die Spanne noch größer durch die Situation, die bei der Beteiligung an der zusätzlichen Altersvorsorge besteht. Und Entschuldigung, das kann nicht unser politisches Ziel sein, sondern politisches Ziel muss sein, dass gerade die Geringverdiener, die es am dringendsten brauchen, auch die Möglichkeit haben, eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen – und um deren Vertrauen müssen wir kämpfen.

Ich würde jetzt gerne noch mal auf das Thema Vertriebskosten zu sprechen kommen: Harald Christ, Bundesschatzmeister der FDP, war in der vergangenen Ausgabe unseres Podcasts zu Gast und hat sich vehement gegen „jegliche Form eines Provisionsverbots“ im Versicherungsvertrieb ausgesprochen. Und auch Ihr Parteikollege Carsten Brodesser zum Beispiel, hat sich immer entschieden gegen ein Provisionsverbot gewandt und sich zudem erfolgreich gegen einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung gewehrt, wovon ihr bisheriger Koalitionspartner – die SPD – ja auch weiterhin sehr überzeugt ist. Kurzum: Können Sie die Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung auch für die kommende Legislaturperiode ausschließen? 

Wenn die FDP – was ja einige beabsichtigen – die Ampel-Koalition mit SPD und Grünen macht, dann glaube ich, ist das, was der Kollege gesagt hat, nicht mehr viel wert, sondern dann kommt mit der FDP der Provisionsdeckel. Und das Zweite ist bei der FDP: Sie will ja die kapitalgedeckte Altersvorsorge in die gesetzliche Rente integrieren, Stichwort „Aktienrente“. Wenn das Kapital ansparen, die Deutsche Rentenversicherung künftig managt, dann ist für den Berufsstand, für den sie gerade werben, auch nicht mehr viel übrig. Also von daher…

Herr Christ sagt, das soll ein ergänzendes Mittel sein, es geht nicht darum, der privaten Altersvorsorge das Wasser abzugraben…

Entschuldigung, wo sollen die Leute noch überall ansparen? Das Problem der deutschen Altersvorsorge ist ohnehin, dass es für den Einzelnen, der sich mit dem Thema nicht intensiv beschäftigt, kompliziert ist, in diesen verschiedenen Angeboten der Altersversorgung durchzublicken. Ich glaube, dass eher eine Vereinfachung uns hilft und nicht eine weitere Verkomplizierung, also klares Wort: Keine vierte oder möglicherweise auch fünfte Säule der Altersvorsorge in Deutschland einführen – dann gute Nacht, dann machen die Leute nicht mehr, sondern weniger. Das würde das Ergebnis sein. Aber ich habe ja schon deutlich gesagt, selbstverständlich brauche ich dann, wenn ich eine vernünftige Beratung organisieren will, wenn ich ein gutes Produkt anbieten will, auch eine Rechnung über die anfallenden Kosten. Und die Frage ist, wie ich das konstruiere. Und noch einmal: Uns war es wichtig und bleibt es wichtig, diese Standardprodukt im Dialog mit der Versicherungswirtschaft zu erarbeiten. Ich glaube, diejenigen, die zusätzliche Altersvorsorge wirklich stärken wollen, sind bei der Union gut aufgehoben.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

kommentare
Wilfried Strassnig Versicherungsmakler
Vor 2 Monaten

Ich werde es nie verstehen, weshalb die Branche, auch wenn sehr viele von Beamten gut leben, nicht an alle Abgeordnete eine Info sendet!
„Wir werden das Defizit bei der Rückstellung der Beamten/Politiker/Richterpension von 3 Billionen EURO öffentlich machen.“ In vielen Staaten wie in A, CH, NL-bei doppelten Renten für alle- wegen Unfinanzierbarkeit längst abgeschafft! Alterszusatzversorgungen in staatliche Hände zu geben, auch über Finanzwende etc. ist bis zum Schuldenausgleich abzulehnen. Wer immer behauptet das 4% Provision zuviel ist, bei Maklern das einzige Einkommen, sollte mal die Kosten von ca. 50% unter staatlicher Kontrolle mit berechnen. 18,6% (Beihilfevorteile, Ortszulagen etc. mal außen vor) x2 =doppelte Rente+ früherer Beginn und längerer Bezugsdauer ergeben mit hoher Sicherheit deutlich höhere Kosten, die man unverschämter Weise ohne Chuzpe der Jugend zur Bezahlung überlässt. Die Siepes, der VBS, der Bund der Versicherten, sollten das alles mal in ihre Kleinhirne generieren. Dasselbe gilt für Honorarberatung, die in aller nicht günstiger ist! Nach über 10 Jahren Werbung aller dieser Verbände und den Medien nur ca. 300 BERATER ist der Beweis von Ohnmacht auch ganz klare Zusammenhänge nicht verarbeiten zu können. Für Vorstände mit Außendienst, um den Alleinstellungsvorteil optimal verwerten zu können, biete ich mit meiner Jahrhundertidee Renditen von 9% bis 13%-oder MEHR. Damit ist erstmals adäquate Zukunftsvorsorge für fast alle Bürger finanzierbar.

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Wilfried Strassnig Versicherungsmakler
Vor 2 Monaten

Ich werde es nie verstehen, weshalb die Branche, auch wenn sehr viele von Beamten gut leben, nicht an alle Abgeordnete eine Info sendet!
„Wir werden das Defizit bei der Rückstellung der Beamten/Politiker/Richterpension von 3 Billionen EURO öffentlich machen.“ In vielen Staaten wie in A, CH, NL-bei doppelten Renten für alle- wegen Unfinanzierbarkeit längst abgeschafft! Alterszusatzversorgungen in staatliche Hände zu geben, auch über Finanzwende etc. ist bis zum Schuldenausgleich abzulehnen. Wer immer behauptet das 4% Provision zuviel ist, bei Maklern das einzige Einkommen, sollte mal die Kosten von ca. 50% unter staatlicher Kontrolle mit berechnen. 18,6% (Beihilfevorteile, Ortszulagen etc. mal außen vor) x2 =doppelte Rente+ früherer Beginn und längerer Bezugsdauer ergeben mit hoher Sicherheit deutlich höhere Kosten, die man unverschämter Weise ohne Chuzpe der Jugend zur Bezahlung überlässt. Die Siepes, der VBS, der Bund der Versicherten, sollten das alles mal in ihre Kleinhirne generieren. Dasselbe gilt für Honorarberatung, die in aller nicht günstiger ist! Nach über 10 Jahren Werbung aller dieser Verbände und den Medien nur ca. 300 BERATER ist der Beweis von Ohnmacht auch ganz klare Zusammenhänge nicht verarbeiten zu können. Für Vorstände mit Außendienst, um den Alleinstellungsvorteil optimal verwerten zu können, biete ich mit meiner Jahrhundertidee Renditen von 9% bis 13%-oder MEHR. Damit ist erstmals adäquate Zukunftsvorsorge für fast alle Bürger finanzierbar.

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