Berufstätige in Deutschland vertrauen für ihre Altersvorsorge zunehmend Investments an der Börse. Vermietete Immobilien und die gesetzliche Rente verlieren an Zuspruch. Auch das Eigenheim ist inzwischen weit von früheren Top-Vertrauenswerten entfernt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung der HDI Versicherungen unter knapp 4.000 Berufstätigen.
Zum Vergleich: Im Jahr 2020 lagen börsengehandelte Wertpapiere mit nur 19 Prozent Anteil auf Platz 3. Als vertrauenswürdigste Vorsorgeform lagen 2020 vermietete Immobilien und die gesetzliche Rente (damals je 22 Prozent) noch vor Wertpapieren.
Überraschend ist aus Sicht der HDI vor allem ein Ergebnis: Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist bei älteren Berufstätigen fast doppelt so stark gesunken wie bei jüngeren.
Börsennotierte Wertpapiere schafften es bei jüngeren Berufstätigen unter 45 Jahren mit sogar 27 Prozent im Vertrauensranking auf Platz zwei. Bei ihnen lag diese Quote aber auch vor vier Jahren schon bei 20 Prozent.
Und der Vertrauenswert zur gesetzlichen Rente lag in dieser Altersgruppe 2020 bei 16 Prozent. Heute sind es sogar nur noch 13 Prozent. Die jungen Menschen in Deutschland erwarten offenbar nicht viel vom Rentensystem.
Deutliche anders kümmern sich mittlerweile berufstätige Frauen um ihre Altersvorsorge. Ihr Vertrauen in die Wertpapieranlage ist im Vergleich zu Männern zwar immer noch deutlich geringer (19 Prozent gegenüber 29 Prozent bei Männern).
Gegenüber dem Vorjahr 2023 erklären aber von den befragten Frauen ein Drittel mehr, dass sie Wertpapieren als Altersvorsorge das größte Vertrauen entgegenbringen (nach 14 Prozent nun 19 Prozent). Bei Männern ergibt sich zum Vorjahr kaum ein Unterschied (von 28 Prozent auf 29 Prozent).
Mehr Frauen schätzen mittlerweile, dass Aktien ihr Kapital vor der Inflation schützen können (von 22 Prozent auf 30 Prozent). Und mittlerweile erwarten mehr weibliche Befragte, dass sie mit Aktien langfristig bessere Renditen erzielen als mit Zinsanlagen (von 38 Prozent auf 43 Prozent). Das relative Plus ist in dieser Frage ebenfalls größer als bei berufstätigen Männern (56 Prozent auf 60 Prozent).
Die Risiken von Aktien schätzen beide Geschlechter niedriger ein. Immerhin erklären noch 40 Prozent der weiblichen Beschäftigten – nach 49 Prozent im Vorjahr – , dass ihnen Aktien grundsätzlich zu riskant seien. Doch das ist relativ ein noch stärkerer Rückgang als bei Männern (von 37 Prozent auf 31 Prozent).
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