Makler-Workshop

„Die Risiko-Chancen-Analyse zeigt Defizite deutlich auf“

Wie gestalten Makler ihr Geschäft zukunftssicher? Standard Life und der Bildungsanbieter Going Public bieten hierzu eine Workshop-Reihe für freie Vermittler an. Wir haben zwei Teilnehmer, Michael Steck und Alexander Wiebe von der Ravensburger Finanz zu Motivation, Inhalten und Resultaten befragt.
© Oliver Lepold
Von links: Alexander Wiebe und Michael Steck, Ravensburger Finanz

Pfefferminzia: Sie haben am Workshop „Future Ready“ teilgenommen. Was war Ihre Motivation für die Teilnahme?

Michael Steck: Die Welt, der Markt und die Kunden ändern sich, auf diese Veränderungen müssen wir mit unserem Unternehmen reagieren. Wir hatten bereits mit einem Unternehmensberater einen Entwicklungsprozess angestoßen. Dieser wird nun durch die Bausteine der Workshops von Standard Life und Going Public ergänzt. Wir wollten auch erfahren, wie andere Makler vorgehen und welche Hilfsmittel wir mitnehmen können, um sie in unserem Unternehmen zu implementieren. Insgesamt sind es sechs Workshops über einen Zeitraum von einem Jahr, zwei davon haben bereits stattgefunden.

Welche Erkenntnisse haben Sie mitgenommen?

Alexander Wiebe: Im Austausch mit den anderen zwölf Kollegen im Workshop haben wir die Erkenntnis mitgenommen, dass wir mit unserem Know-how und Beratungsansatz ganz weit vorne sind. Im infrastrukturellen Bereich haben wir jedoch Baustellen, das heißt bei den Arbeitsabläufen und der Struktur im Back Office. Dort haben wir bisher nicht die Notwendigkeit gesehen, zu standardisieren. Als Unternehmer konzentrieren wir uns aufs operative Geschäft. Die Workshops bringen die Teilnehmer dazu, eine Risiko-Chancen-Analyse vorzunehmen und sich über Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Die Defizite werden dabei klar aufgezeigt. Aus dieser SWAT-Analyse ergeben sich dann Hausaufgaben, die wir in den nächsten Monaten angehen.

Was haben Sie konkret bereits umgesetzt?

Steck: Wir haben neues Personal fürs Back Office eingestellt. Das Thema Marketing haben wir auch vorangebracht, weil wir gemerkt haben, dass es nichts bringt, einfach nur gut zu sein. Man muss das auch nach außen transportieren, am besten in einer lockeren jugendlichen Art. Soziale Netzwerke spielen hier eine wichtige Rolle. Ein externer Dienstleister, den wir über unseren Kundenkreis gefunden haben, unterstützt uns hier. Man kann längst nicht mehr alles selbst machen. Zudem haben wir ein Kino-Event veranstaltet und eine Informationskampagne gestartet.

Wie realitätsnah war das Unternehmer-Planspiel im Workshop?

Wiebe: Wir fanden es sehr gelungen. Die Teilnehmer waren in vier Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine Strategie für ein Unternehmen erarbeiten mussten, das Zelte verkauft. Alle waren ähnlich unterwegs, im Sinne von „Qualität ist wichtig“ und dem High-End-Bereich als Zielgruppe. Aber nicht alle haben die Schieberegler so konsequent verstellt, dass man nachhaltig in neue Technologien und Qualität investiert hat. Bei uns hat es sich im Spiel ausbezahlt, dass wir an unserer Strategie festgehalten haben und die Entscheidungen dieser Strategie konsequent unterworfen haben.

Was haben Sie daraus konkret für Ihren Berufsalltag mitgenommen?

Steck: Übersetzt heißt das, wir können nicht jeden Kunden selbst beraten, etwa den Gewerbekunden, sondern leiten ihn an einen Spezialisten im Team weiter. Wir konzentrieren uns auf unsere definierte Zielgruppe und lehnen gegebenenfalls auch mal Interessenten ab. Wenn man effektiv und erfolgsorientiert beraten will, braucht man klare Prozesse und eine fest definierte Zielgruppe. Mit dem ganzheitlichen Ansatz, mit dem wir beraten, kann ein Berater sinnvollerweise maximal 300 Kundenstämme beraten und nicht mehr.

Haben Sie Ziele definiert?

Wiebe: Das Thema Vision-Mission-Leitbild wird bei uns gerade implementiert. Dem werden wir künftig unsere Entscheidungen unterordnen. Die Veränderung ist ja ein Prozess, der niemals aufhört. Die Regulierung übrigens spielt hier bisher keine Rolle.

Wie geht es mit der Fortbildung weiter?

Steck: Es finden noch vier weitere eintägige Workshops statt. Jeweils dazwischen finden Gespräche mit dem zuständigen Maklerbetreuer statt. Darin wird der jeweils letzte Workshop reflektiert und die Hausaufgaben besprochen. Die Stärken-Schwächen-Analyse zum Beispiel war so eine Hausaufgabe. Auch das Thema Unternehmensbewertung haben wir so noch einmal aufgearbeitet, es ist ein aktives Mitarbeiten und Hinterfragen. In unserer Runde ist das Vertrauen unter den Teilnehmern sehr groß. Wir empfinden uns nicht als Wettbewerber, sondern als Mitstreiter und unterstützen uns gegenseitig.

Autor

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Pfefferminzia und andere Versicherungs- und Kapitalanlage-Medien.

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