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Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten (BdV), ist für seine scharfe Kritik an der Versicherungsbranche bekannt. Doch dabei gehe es ihm gar nicht darum, „möglichst laute Schlagzeilen zu erzeugen, sondern für die Versicherten richtig zu agieren“, wie er jüngst im Interview mit Fred Wagner, Professor für Versicherungsbetriebslehre an der Universität Leipzig, erklärte. Trotzdem – oder auch gerade deshalb – führte das Gespräch recht zügig zum Thema Provisionsdeckel in der Lebensversicherung.
Der BdV wolle Provisionen zunächst nicht per se verbieten wie andere Verbraucherschützer, so Kleinlein. Denn: „Ein Berater, der eine gute Leistung liefert, soll natürlich auch entsprechend gut vergütet werden.“ Es wäre schon „hilfreich, wenn wir weggehen von der Einmalprovisionierung am Anfang und hin zur laufenden Provisionierung“, führte der Verbraucherschützer aus.
Kleinlein begründete sein Ansinnen so: Im Bereich der garantierten Leistung habe sich die Provision in den vergangenen 20 Jahren „fast vervierfacht“, und das sei „gegenüber niemandem zu vertreten“. Im Anbetracht dessen müsse ein Provisionsdeckel dringend her – ebenso wie eine Diskussion über eine „vernünftige“ Höhe der Vergütungen, forderte der BdV-Chef.
Versicherer haben „Kerngeschäft der Altersvorsorge nicht richtig verstanden“
Neben dem Thema Provisionsdeckel äußerte sich der BdV-Chef unter anderem auch zur allgemeinen Lage der Lebensversicherer in Deutschland. Hier wiederholte Kleinlein seine These, wonach die Vermittler nichts dafür könnten, dass sie „im Bauchladen diese schlechten Produkte verkaufen müssen“.
Kleinlein sieht das Problem bei den Vorständen der Versicherer, die mit „schlechten und intransparenten Produkten unterwegs“ seien und damit versuchten zu verheimlichen, dass sie „das Kerngeschäft der Altersvorsorge eigentlich nicht richtig verstanden haben“. Deshalb, zweifle er daran, ob Versicherer überhaupt noch Produkte wie Lebenspolicen verkaufen sollten. Diese Sicht habe ihn unter anderem die Niedrigzinsphase gelehrt, so Kleinlein.
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