Nachhaltigkeit

Grüne Berater punkten bei grünen Praxen

Ökologisches Bewusstsein ist längst in Zahnarztpraxen eingezogen. Vermittler, die sich auf diesen Wandel einlassen, können ihre Positionierung auf einem neuen Feld vorantreiben, wissen Nachhaltigkeitsexpertin Roxane Liebich und -experte Volkmar H. Haegele.
© tawatchai07/Freepik.com
Nachhaltigkeit spielt auch im Praxenbetrieb zunehmend eine Rolle.

Es sind schon lange nicht mehr nur die jungen Generationen, die sich für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und eine zukunftsfähige Gesellschaft einsetzten. Verschiedene Studien haben in den vergangenen Jahren sehr deutlich gezeigt, dass Konsumenten, insbesondere die sogenannten Millennials, Unternehmen bevorzugen, die umwelt- und klimafreundlich agieren und flexible Arbeitszeitmodelle zulassen.

In einer internationalen Studie gaben 88 Prozent der Befragten an, dass sie Unternehmen, die soziale oder ökologische Themen unterstützen, loyaler gegenüberstehen, und 92 Prozent vertrauen eher Unternehmen, die soziale oder ökologische Themen unterstützen.

Vergleichbare Ergebnisse gibt es auch in Deutschland. So zeigt sich beim zahnmedizinischen Fachpersonal und bei Studierenden der Zahnmedizin in der zweiten – 2020 veröffentlichten – „Studie Inside Heilberufe“ der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, dass im Vergleich zur ersten Studie von 2016 die Relevanz von Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit 74 Prozent spürbar zugenommen hat.

Das Thema Nachhaltigkeit ist also bereits im Gesundheitssektor angekommen – übrigens nicht nur in Zahnarztpraxen – und wird weiter an Bedeutung gewinnen. Da Versicherungsvermittler seit März 2021 im Rahmen der Offenlegungspflichten darüber aufklären müssen, ob Nachhaltigkeitsrisiken in der Beratung berücksichtigt werden oder nicht, empfiehlt es sich, ein „grünes“ Portfolio zuzulegen.

Bei der Praxisgründung ökologische Punkte beachten

Wer als unabhängige, vermittelnde Person authentisch „grüne“ Altersvorsorge bietet, öffnet für sich Türen zu einer interessanten Zielgruppe – und verhilft zahnmedizinischen Praxen sowie anderen Gesundheitsberufen zu mehr Ansehen. Nicht zuletzt unterstützen solche Berater ein besseres Leben für nachfolgende Generationen.

Wir empfehlen Gründern aus dem zahnärztlichen Bereich deshalb, auch ökologische Gesichtspunkte zu beachten. Wer eine zahnmedizinische Praxis gründen oder umbauen möchte, sollte neben einem klimafreundlichen Stromanbieter auch auf ressourcenschonende Technologie beim Wasserverbrauch und bei der Beleuchtung sowie auf die schadstofffreie Auswahl und längere Haltbarkeit von Baumaterialien, Mobiliar und Betriebsmaterialien achten. Wird Energie eingespart, werden weniger Emissionen ausgestoßen und das Klima dadurch geschützt.

Es geht aber nicht nur um Klimaschutz: Eine höhere Energieeffizienz macht jedes Unternehmen langfristig wettbewerbsfähiger. Denn wer weniger Ressourcen verbraucht, verschafft sich einen Kostenvorteil. Ein sparsamer Umgang mit Energie fördert zudem neue Geschäftsmodelle sowie innovative Technologien und Dienstleistungen, mit denen zahnmedizinische Praxen im Wettbewerb punkten können – bei umweltbewussten Patienten und Angestellten. Gleichzeitig leisten diese nicht nur einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern übernehmen auch eine wichtige Vorreiterrolle.

Ein Bereich, in dem Führungskräfte bei Angestellten ebenfalls punkten können, sind die „Guten Gaben“ wie beispielsweise Erholungsbeihilfe, Gesundheitsförderung und Kindergartenbeiträge sowie die betriebliche Altersversorgung. Werden von Inhabern ökologische, soziale und unternehmerische Kriterien – sogenannte ESG-Kriterien – berücksichtigt, positionieren sich Praxen als verantwortungsbewusstes, sympathisches und attraktives Unternehmen.

Angesichts des Fachkräftemangels kann das ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Agieren am Arbeitsmarkt sein (siehe hierzu auch den Artikel zur Mitarbeitergewinnung und -bindung ab Seite 88). Berater sollten in der Lage sein, diese Unternehmen bei ihrer Positionierung zu unterstützen. Da dieses Marktsegment noch vergleichsweise neu ist, können sich Vermittler hier auch selbst eine starke Positionierung aufbauen.

Über die Autoren

Roxane Liebich ist seit Januar 2021 Vorstandsmitglied der Klimagenossenschaft Climaverde in Berlin. Das Netzwerk möchte mit einem gemeinwohlorientierten und ganzheitlichen Ansatz aktiv zu der Einhaltung der Klimaziele beitragen und bietet klimaschützende Dienstleistungen an.
Kontakt: ed.edrevamilcobfsctd-330b00@ofni

Volkmar H. Haegele ist seit 2007 als Finanz- und Versicherungmakler tätig. Unter der Marke „grün vorsorgen“ berät er bundesweit Privatkunden und Unternehmen mit dem Fokus auf nachhaltige Geldanlagen und Versicherungen. Durch seine Expertise ist er zum Vorstandssprecher der Klimagenossenschaft Climaverde berufen worden.
Kontakt: ed.gnutfits-krowten-lacidemobfsctd-8147a5@elegeah.v

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