Angebot steigt

Kosten nachhaltiger ETFs sinken um bis zu 60 Prozent

Das Angebot nachhaltiger Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) wächst. Gleichzeitig reduzieren sich die Kosten für die Anleger. Das hat eine Untersuchung der Rating-Agentur Scope ergeben.
© dpa/picture-alliance/Ingo Wagner
Die Zahl der nachhaltig investierenden Fonds in Deutschland steigt, wie ein Aktueller Report der Rating-Agentur Scope zeigt.

Um nachhaltig am Kapitalmarkt anzulegen, können die Deutschen derzeit auf 145 „grüne“ Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) zurückgreifen. Rund 39 Milliarden Euro verwalten diese Fonds zusammen. Während vor wenigen Jahren die nachhaltigen Fonds vor allem im Aktienfonds-Segment zu finden waren, gibt es nun auch 35 nachhaltige Renten-ETFs. Das stellt die Rating-Agentur Scope in ihrem aktuellen Report heraus

Demnach bieten aktuell 22 Fondsgesellschaften mindestens einen ETF an. Mit iShares, UBS, Lyxor und BNP Paribas Asset Management haben vier Anbieter jeweils mehr als zehn nachhaltige Fonds im Angebot.

iShares bietet die meisten nachhaltigen ETFs in Deutschland an

Mit 33 sind es bei iShares die meisten nachhaltig ausgerichteten ETFs mit Vertriebszulassung in Deutschland. 9,5 Milliarden Euro verwaltete iShares per Ende Oktober 2019 und somit laut Scope das größte Vermögen in diesem Bereich. Knapp die Hälfte der von iShares angebotenen Fonds wurde erst in den vergangenen beiden Jahren aufgelegt.

Fast zwei Drittel der verwendeten nachhaltigen Aktien-Indizes stammen dabei vom Indexanbieter MSCI. Bei den nachhaltigen Renten-Benchmarks werden im deutschen Fondsuniversum die Bloomberg Barclays MSCI Sustainability Indizes am häufigsten verwendet (21 von 35 Fonds). Das größte Wachstum im nachhaltigen ETF-Segment verzeichnet vor allem aufgrund seiner günstigeren Preisstruktur der deutsche Indexanbieter Solactive.

Rentenfonds teurer als Aktienfonds

Die durchschnittlichen Kosten neu aufgelegter Fonds haben sich von 2007 bis heute um mehr als 60 Prozent reduziert – von 0,64 Prozent jährlich auf 0,24 Prozent per annum. Ein Vergleich der derzeitig günstigsten nachhaltigen Produkte auf der Aktienseite mit den aktuell günstigsten konventionellen, auf denselben Indexanbieter abstellenden ETF ergab keine signifikanten Kostennachteile.

Bei Rentenfonds seien die Unterschiede dagegen vergleichsweise deutlich, heißt es in der Analyse. Im Bereich europäischer sowie amerikanischer Unternehmensanleihen müssten Anleger für eine nachhaltige ETF-Variante noch fast 80 Prozent mehr zahlen.

Scope bewertet aktuell 26 nachhaltige ETFs, davon erhalten 11 ein Top-Rating (A oder B). Diese verteilen sich auf jeweils zwei ETFs mit globaler Ausrichtung, auf Euroland-Aktien sowie mit Fokus auf das Investmentthema Wasser. Jeweils ein ETF überzeugt bei europäischen, asiatisch/pazifischen und US- sowie UK-Aktien. Zudem gibt es aktuell ein Top-Rating für einen ETF auf eurodenominierte Unternehmensanleihen.

Nachhaltige ETFs werden immer beliebter

Der Markt für nachhaltige, passive Produkte ist dank verstärkter Nachfrage von privaten und institutionellen Investoren und des Rückenwindes durch die Politik ein stark wachsendes Anlagesegment. Obwohl der erste nachhaltige ETF bereits 2006 aufgelegt wurde, hat die Wachstumsdynamik erst in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen. In dieser Zeit wurden mehr als 50 Prozent der aktuell verfügbaren Fonds aufgelegt.

Aus Sicht von Scope werde es zu einer weiteren Ausdifferenzierung des Angebots sowohl auf Aktien- als auch Rentenseite kommen. Gleichzeitig erwartet Scope, dass der Kostendruck bestehen bleibt und sich die Gebühren von nachhaltigen ETFs denen von konventionellen ETFs angleichen werden.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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