GDV prangert an

Unfälle mit Elektroautos sind teurer als mit Verbrennern

Wer ein Elektroauto fährt, meldet zwar weniger Schäden als vergleichbare Verbrenner. Die Reparaturkosten liegen aber im Schadenfall höher, was den Versicherern so gar nicht schmeckt. Was aus Sicht des GDV bei der Reparatur helfen würde.
Elektroautos an Ladestation an Straße: Fahrer von Elektroautos melden weniger Schäden als von Verbrennermotoren
© picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Elektroauto an Ladestation an Straße: Fahrer von Elektroautos melden weniger Schäden als von Verbrennermotoren

„Unfallschäden an einem Elektroauto kosten deutlich mehr als bei einem vergleichbaren Auto mit Verbrennungsmotor“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Dafür verantwortlich sind vor allem:

  • hohe Ausgaben für den Tausch von Antriebsbatterien,
  • lange Standzeiten
  • schlechte Diagnose- und Reparaturmöglichkeiten.

Zu diesem Ergebnis ist der GDV bei einer Untersuchung mit 38 Modellreihen gelangt. Das Team des GDV hat für die Studie Elektroautos mit Verbrennern gepaart, die sich möglichst stark ähneln. Dann hat es verglichen, wie häufig es zu Unfällen mit den Autos kam. Außerdem hat der Versicherungsverband die Höhe der Schäden dieser Fahrzeuge über einen Zeitraum von drei Jahren miteinander verglichen.

Eines der zentralen Ergebnisse: Personen mit einer Vollkasko-Versicherung für Stromer haben zwar bis zu 20 Prozent weniger Schäden gemeldet als vergleichbare Verbrenner. Jeder Schaden kostete die Versicherten im Durchschnitt aber bis zu 25 Prozent mehr.

Elektroautos: Diagnosedaten zum Zustand der Batterien benötigt

„Werkstätten, Abschleppunternehmen, Feuerwehren und Gutachter brauchen mehr Unterstützung beim Umgang mit schwer beschädigten Elektroautos“, so Asmussen. Daher fordert der Versicherungsverband die Hersteller auf, Batterien schon beim Design der Fahrzeuge so gut wie möglich vor Unfallschäden zu schützen. Auch sollen sie nach einem Unfall aussagekräftige Diagnosedaten zum Zustand der Batterie bereitstellen.

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Die aktuelle Unsicherheit führe zu hohen Kosten: „Nach Unfällen werden die Antriebsbatterien häufig komplett ausgetauscht“, erklärt Asmussen. Außerdem würden die Autos sehr lange in Quarantäne gelagert oder sogar in Löschcontainern im Wasser versenkt. Das führe oft zu Totalschäden, bemängelt Asmussen. Viel besser wären präzise Richtlinien, wie Werkstätten am besten mit Unfall-Elektroautos umgehen. Werkstätten benötigen aus Asmussens Sicht auch wirtschaftlich nachhaltige Anleitungen für die Reparatur oder Hinweise, wie sie beschädigte Batterien ganz oder teilweise austauschen können.

Reparaturkosten von Elektroautos gefährden die Akzeptanz

Die geringere Anzahl an Unfallschäden und die höheren Kosten im Vergleich zu Verbrennern berücksichtigen KFZ-Versicherer, wenn sie die Tarife der jeweiligen Modelle berechnen. Hohe Reparaturkosten führen meist auch zu höheren Versicherungsbeiträgen. Wenn diese also nicht sinken, könnte das dazu führen, dass weniger Personen Elektroautos nutzen wollen.

Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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