Michael Heinz ist Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). © BVK
  • Von Lorenz Klein
  • 11.11.2020 um 14:47
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Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), hat schon so einiges im Berliner Politikbetrieb miterlebt. Was aber junge Bundestagsabgeordnete über die Vermittlerbranche zu denken scheinen – nämlich gar nichts – hat ihn dann doch überrascht, wie Auszüge aus unserem Podcast-Interview zeigen.

…wie und warum der BVK eine proaktivere Rolle bei Branchenthemen einnehmen möchte?

„Wenn wir im September 2021 zur Wahl gehen und danach erfolgt eine politische Willensbildung, stellt sich die Frage – welche Parteien auch immer dann die Verantwortung über Deutschland übernehmen – wie stehen sie zum Thema der Altersvorsorge, der Hinterbliebenenvorsorge, dem landläufigen Begriff der Rente, der betrieblichen Vorsorge, allen staatlichen geförderten Vorsorgewegen?

Und dann habe ich noch etwas festgestellt bei diesen eben genannten Gesprächen mit den jungen Abgeordneten: Es herrscht und das sage ich auch ganz deutlich – ich bin mir meiner Worte schon bewusst – es herrscht Verärgerung über Versicherer und auch deren Dachverband, dem GDV, weil man ganz klar und deutlich immer wieder uns sagt, „da kommt nichts, die meinen, die könnten das möglicherweise aussitzen und so weiter“. Das ist nicht mein Terminus, das habe ich so aufgenommen. Ich maße mir da kein Urteil an.

Wir müssen als Interessenvertreter dieses Berufsstandes sagen: Liebe Politik, wie können wir gemeinsam ab dem Jahr 2021 das Thema weiterentwickeln, technisch, wirtschaftlich, arbeitsplatzsichernd – den Menschen zugewandt und politisch vertretbar. Und darüber sprechen wir mit den Abgeordneten. Und die Abgeordneten – das kann man heute schon feststellen – sprechen sehr bewusst untereinander in bestimmten Zielkorridoren. Da spricht nicht, wie man sich ausrechnen kann, die CDU mit den Linken, sondern da spricht die CDU mit den Grünen und die Grünen mit CDU und man spricht noch mit der FDP – und man hat Szenarien und Vorstellungen. Und wir kommen ganz bescheiden her und sagen: Dürfen wir helfen? Dürfen wir Lösungsansätze haben? Dürfen wir begleiten und Vorschläge machen? Nicht: Wir sind dagegen, wir wollen nicht.

…über die Frage, wie es mit dem Provisionsdeckel in der Lebensversicherung weitergeht?

„Wir müssen jetzt ein sogenanntes Belastungsmoratorium haben, sprich: wir müssen wegkommen von einer weiteren Regulierung, die die Arbeitsbedingungen des Berufsstandes, in diesem Fall unseres Berufsstandes, verschärft. Dazu gehören der Provisionsdeckel, die Finanzanlagenvermittlerverordnung, all diese Themen. Das ist die Momentaufnahme. Und ich habe auch damals, bevor wir in dieses schwierige Fahrwasser kamen, gesagt: Wenn wir bis Ende des Kalenderjahres 2020 dieses Thema so oder so nicht abgeräumt haben, so oder so – entweder so, wie es die SPD will oder so wie wir und die FDP und CDU es wollen –  glaube ich, dass mit Beginn des Wahlkampfes im Januar 2021 das Thema nicht mehr entscheidend sein wird.

Es hilft uns nichts, bis zum September 2021 immer wieder zu sagen, wir wollen keinen Provisionsdeckel. Dann kommt die Bundestagswahl – und dann werden die Weichen gestellt und dann wird die Politik sagen: Was kannst du, BVK, zur Zukunft der Alterssicherung beitragen? Wo ist dein Beitrag, außer, dass du immer dagegen bist?

Ich glaube, die Politik hat im Moment wirklich andere Sorgen und deshalb ist es wichtig, dass wir sagen: Machen wir dieses Belastungsmoratorium, lassen wir jetzt mal die Füße still, hören wir mal auf mit diesem Thema, was zu einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Basis der Versicherungskaufleute in Deutschland beiträgt – und lasst uns jetzt mal in die Zukunft gucken, ins Jahr 21. Das ist unsere Botschaft, auch unser Petitum, an Politik und alle Beteiligten.“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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