Kathrin Lohmanns ist Inhaberin einer Allianz-Agentur in Viersen in Nordrhein-Westfalen. © Fotografie Bauer (Nettetal).
  • Von Redaktion
  • 23.03.2021 um 16:36
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„Der nächste, der die Provisionsberatung abschaffen will“, kommentiert Allianz-Vertreterin Kathrin Lohmanns aus Viersen das druckfrische Wahlprogramm der Grünen. Auf ihrer Facebook-Seite hat sie nun erklärt, wie sie arbeitet – und warum ihre Kunden ihr so am Herzen liegen. Pfefferminzia durfte ihren Text als „offenen Brief“ veröffentlichen.

Heute kompensiere ich das in der Mischkalkulation – für eine Lebensversicherung erhalte ich mehr Provision. Der Stundenlohn für eine Honorarberatung wäre hier vermutlich auch höher, weil die Arbeit anspruchsvoller ist. Die Provision ist abhängig von vielen Faktoren: Laufzeit des Vertrages und Beitrag sind nur zwei Beispiele. Wenn ich bei einem Altersvorsorgevertrag beispielsweise 1.000 Euro verdiene (brutto natürlich 😉 ) ist damit erstmals die Betreuung abgedeckt, bis der Vertrag ausläuft oder ich in Rente gehe. Im Zweifel also 30 Jahre. 30 Jahre lang betreue ich meinen Kunden kostenfrei, wenn er nicht mal aufstockt und setze mich, wenn gewünscht, alle 24 Monate mit dem Kunden hin, um zu überprüfen, ob das noch passt.

Bei der Erstberatung kann ich mit Erarbeitung eines Konzeptes locker 6 Stunden Arbeit ansetzen. Schließt der Kunde die Versicherung ab, bezahlt er diese Kosten auf 5 Jahre verteilt automatisch mit seinen Beiträgen. Schließt der Kunde nicht ab, zahlt der Kunde nichts. Bei der Honorarberatung müsste ich für 6 Stunden Aufwand für eine Altersvorsorge mindestens 600 Euro ansetzen, eher mehr. Diese sind immer und sofort zu zahlen. Egal, ob der Kunde abschließt oder nicht. Zusätzlich muss der Kunde alle zwei, drei Jahre nochmal 200 bis 300 Euro zahlen, um zu überprüfen, ob die einmal gemachte Absicherung noch ausreichend ist.

Gretchenfrage(n):

  • Wenn ich als Kunde mal eben 600 bis 1.000 Euro „über“ haben muss, um mich zu meiner Altersvorsorge beraten zu lassen und dann noch nicht einmal weiß, was die Beratung für einen Ausgang nimmt, wie viele werden sich dann wohl noch um ihre Altersvorsorge kümmern? Wenn ich als Vertreter 600 bis 1.000 Euro verdiene, egal wie sch***e meine Beratung ist, wieso sollte ich mich noch anstrengen?
  • Wenn ich als Kunde meinem Vertreter erst noch 100 Euro die Stunde zahlen muss, damit er sich um meinen Schaden kümmert – warum sollte ich das noch tun?
  • Wenn ich als Vertreter keinen Ansporn habe, mein verdientes Geld nicht wieder zurückzahlen zu müssen, wenn ich Mist gebaut habe, warum sollte ich mich noch anstrengen?

Grundsätzlich ist es leider so – und das verstehe ich auch – dass die Provisionsberatung nicht sehr gut gelitten ist, weil es schwarze Schafe gibt, die das ausnutzen. Hier erledigt der Markt irgendwann das „Problem“, denn es ist kein langfristiges Geschäftsmodell. Hier begrüße ich gerne jede Maßnahme, die das Vertrauen in unsere Arbeit stärken kann.

Die Honorarberatung löst vielleicht ein Problem, schafft dafür aber fünf neue. Hier sind auch die Kunden aufgerufen, sich vorab ein wenig zu informieren und eine Bitte: Stellt Fragen! Jede meiner Entscheidungen ein Produkt betreffend, welches ich meinen Kunden anbiete, kann ich erklären. Ich werde immer argumentieren können, warum dieses Produkt besser passt, als vielleicht ein anderes. Und wer mich kennt weiß auch: Es ist nicht immer das teuerste. Denn am Ende des Tages freue ich mich über mein Win: Wenn ihr euer Win habt und mich gerne weiterempfiehlt. Da hab‘ ich viel mehr von, als wenn ihr 5 Euro mehr in eure Hausrat zahlt und ich am Ende 20 Euro mehr verdient hätte.;-) 😉

Über die Autorin:

„Als Spießer von 9 bis 5“, beschreibt sich Kathrin Lohmanns selbstironisch auf ihrer Facebook-Seite. Die Inhaberin einer Allianz-Agentur in Viersen ist aber noch mehr, wie sie auf ihrer Agentur-Website berichtet: „Ich bin Kathrin, im Herzen Punkerin und mir ist eins wichtig: Das du dir deine Träume erfüllen und deine Ziele erreichen kannst. Und ja – das geht auch als Versicherungsvertreterin. Denn das bin ich! Und ich liebe meinen Job! Die Arbeit mit meinem Team und meinen Kunden, die wirklich bedürfnisorientiert beraten werden wollen. Und niemanden brauchen, der ihnen was aufschwatzt.“

kommentare
stefan bauerstein
Vor 6 Monaten

Den populistischen Grünen ist mit Logik nicht beizukommen. Das sieht man ja eindrucksvoll an deren ideologischen „Umweltpolitik“, die der Umwelt nichts bringt. Deshalb sind Grüne, SPD und SED 2.0einfach unwählbar, insbesondere für Berufstätige/-Selbständige in der Versicherungs/-Finanzdienstleistungsbranche

Ulrich Mahlich
Vor 6 Monaten

Liebe Kathrin Lohmann,
toll geschrieben und Sie sprechen mir aus der Seele. Auch ich berate und betreue unsere Kunden gegen Provision. Seit 33 Jahren und wir haben inzwischen Kunden in der 3. Generation. So ganz viel kann dabei nicht falsch gelaufen sein. Auch ich habe mit Herz und Seele als Allianz-Vertreter angefangen. Irgendwann haben aber die Allianz-Produkte nicht mehr ausgereicht um den Bedarf der Kunden abzudecken. Heute arbeite ich als Makler – immer noch mit Herz und Seele und deutlich mehr Fachwissen.
Dass Beratung gegen Honorar besser sein soll behauptet und belegt wer?
Und wenn der Kunde/die Kundin das Honorar bezahlt hat, wurde automatisch ein passendes, dem Bedarf angemessene und Kosten günstige Produkt vermittelt? Wer das annimmt, kennt den Markt tatsächlich nicht und hat keine Ahnung.
Ich habe Honorarberater kennen gelernt und durfte sehr schnell erkennen, dass es auch unter ihnen Abzocker gibt.
Über Deckelung der Provision, Verteilung der Abschlusskosten auf mehrere Jahr und Stornohaftungszeiten wurden wichtige Regularien eingeführt, dass Vermittler endlich auch längerfristig „denken“ müssen. Die alte Schar Vermittler alá Göker und Konsorten hat man so vom Markt bekommen. Und das war auch wichtig und richtig und so.
Vielleicht – und das hoffe ich jetzt mal so – haben „die Grünen“ das Thema nur deshalb „aufgewärmt“, weil sie bei vielen anderen Themen selbst versagt haben. Man will wieder von sich Reden machen. Es wäre schön, wenn sich „die Grünen“ endlich auch wieder auf ihre Kernkompetenzen zurückziehen würden. Echte Probleme in unserem Land, die dringend gelöst gehören, gibt es genügend.

Gehen Sie weiter Ihren Weg, liebe Frau Lohmann, und wir werden uns irgendwann im Lager der Versicherungsmakler wieder sehen. 😉

Viele Grüße
Ulrich Mahlich

    Manfred Bergfelder
    Vor 6 Monaten

    Das spricht mir aus der Seele

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stefan bauerstein
Vor 6 Monaten

Den populistischen Grünen ist mit Logik nicht beizukommen. Das sieht man ja eindrucksvoll an deren ideologischen „Umweltpolitik“, die der Umwelt nichts bringt. Deshalb sind Grüne, SPD und SED 2.0einfach unwählbar, insbesondere für Berufstätige/-Selbständige in der Versicherungs/-Finanzdienstleistungsbranche

Ulrich Mahlich
Vor 6 Monaten

Liebe Kathrin Lohmann,
toll geschrieben und Sie sprechen mir aus der Seele. Auch ich berate und betreue unsere Kunden gegen Provision. Seit 33 Jahren und wir haben inzwischen Kunden in der 3. Generation. So ganz viel kann dabei nicht falsch gelaufen sein. Auch ich habe mit Herz und Seele als Allianz-Vertreter angefangen. Irgendwann haben aber die Allianz-Produkte nicht mehr ausgereicht um den Bedarf der Kunden abzudecken. Heute arbeite ich als Makler – immer noch mit Herz und Seele und deutlich mehr Fachwissen.
Dass Beratung gegen Honorar besser sein soll behauptet und belegt wer?
Und wenn der Kunde/die Kundin das Honorar bezahlt hat, wurde automatisch ein passendes, dem Bedarf angemessene und Kosten günstige Produkt vermittelt? Wer das annimmt, kennt den Markt tatsächlich nicht und hat keine Ahnung.
Ich habe Honorarberater kennen gelernt und durfte sehr schnell erkennen, dass es auch unter ihnen Abzocker gibt.
Über Deckelung der Provision, Verteilung der Abschlusskosten auf mehrere Jahr und Stornohaftungszeiten wurden wichtige Regularien eingeführt, dass Vermittler endlich auch längerfristig „denken“ müssen. Die alte Schar Vermittler alá Göker und Konsorten hat man so vom Markt bekommen. Und das war auch wichtig und richtig und so.
Vielleicht – und das hoffe ich jetzt mal so – haben „die Grünen“ das Thema nur deshalb „aufgewärmt“, weil sie bei vielen anderen Themen selbst versagt haben. Man will wieder von sich Reden machen. Es wäre schön, wenn sich „die Grünen“ endlich auch wieder auf ihre Kernkompetenzen zurückziehen würden. Echte Probleme in unserem Land, die dringend gelöst gehören, gibt es genügend.

Gehen Sie weiter Ihren Weg, liebe Frau Lohmann, und wir werden uns irgendwann im Lager der Versicherungsmakler wieder sehen. 😉

Viele Grüße
Ulrich Mahlich

    Manfred Bergfelder
    Vor 6 Monaten

    Das spricht mir aus der Seele

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