Carsten Wiesenthal: Ich wollte damit lediglich darauf hinweisen, dass bei allen bisherigen Schadenfällen die mit unseren Kunden vereinbarte Deckungssummen, die übrigens immer weit unter 50 Millionen Euro lag, vollkommen ausreichte, um die Schäden der Kunden zu erstatten. Bislang wurde uns auch kein Schaden mit Ukraine-Bezug gemeldet. Wir planen nicht, die Höchstdeckungssumme zu erhöhen.
Bei Cyberattacken können in einer Vielzahl von Fällen die Identität des Angreifers nicht festgestellt werden – dann besteht natürlich auch Deckung. In anderen Konstellationen greift möglicherweise der „Kriegs-Ausschluss“. In unseren Cyberbedingungen heißt es, dass „Versicherungsfälle und oder Schäden aufgrund von oder im Zusammenhang mit Krieg und hoheitlichen Eingriffen“ vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind. Allerdings muss sich dieser Zusammenhang vom Verwender des Ausschlusses, also uns als Versicherer, auch beweisen lassen.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir Ihnen dazu keine konkreten Angaben geben können.
Nach dem aktuellen Allianz Risk Barometer 2022 ist bei den befragten Unternehmen „Cyber“ das Top-Risiko für Unternehmen in Deutschland – noch vor der Sorge vor Naturgefahren und Klimawandel. Auch durch den Ukrainekrieg wird das Cyber-Risiko sicherlich noch weiter an Bedeutung gewinnen.
Zugleich gilt: Wir können als Versicherer Cyberrisiken nicht allein in den Griff bekommen. Die Risiken und Lösungsansätze entwickeln sich dynamisch. Daher brauchen wir im Moment noch mehr als bei anderen Versicherungsprodukten und -lösungen die Mithilfe unserer Kunden. Unseren Kunden obliegt hier ein hohes Maß an Eigenverantwortung: Ähnlich wie bei der klassischen Feuerversicherung, wo unsere Kunden ja schon aus Eigeninteresse erheblichen Aufwand für den Brandschutz betreiben, ist es bei Cyber-Versicherungen noch viel wichtiger, dass die Kunden eng mit uns zusammenarbeiten.
Wichtig ist dabei, dass sie dem Thema Cybersicherheit in ihrem Haus die notwendige Aufmerksamkeit schenken und mit der gebotenen Um-/Vorsicht agieren, denn ein Cyberangriff ist nicht so offensichtlich wie ein Feuer. Aber der Begriff „Flächenbrand“ ist auch bei Cyberangriffen ein Thema! Der Versicherer „allein“ kann diese Aufgabe nicht stemmen.
Klar ist: Cyberrisiken kennen keine räumlichen und zeitlichen Grenzen; die Angriffe verändern sich ständig, neue Bedrohungen kommen hinzu. Daher müssen auch wir als Versicherer mit unseren Lösungsmodellen, inklusive Risikoprüfung, Bedingungen und Preisgestaltung reagieren. Aber auch das geht nicht ohne unsere Kunden, um hier langfristige, gemeinsame Lösungen zu etablieren.

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