Es ist „illusorisch“

Trotz Überschuss sinken die GKV-Beiträge nicht

Die gesetzliche Krankenversicherung hat 2025 ein Milliarden-Plus eingefahren. Sinken die Beiträge nun wieder? Fehlanzeige, sagt GKV-Spitzenverbandschef Oliver Blatt.
Mann erklärt, warum GKV-Beiträge trotz Überschuss nicht sinken.
© picture alliance/dpa | Britta Pedersen
Oliver Blatt, Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband)

Wer hätte das nach all den Diskussionen und Hiobsbotschaften gedacht? Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Das berichtet der GKV-Spitzenverband.

Doch bevor umgehend Rufe nach sinkenden Beiträgen laut werden, steuert er sogleich gegen. Und zwar in Person von Verbandschef Oliver Blatt, der zur „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagt: „Trotz des Überschusses gibt es null Grund zur Entwarnung.“

Die Ausgaben stiegen nämlich weiter überproportional, so der Verband weiter. Im vergangenen Jahr ging es um 7,8 Prozent auf 352 Milliarden Euro hinauf. Das meiste ging in die Krankenhäuser. Die Ausgaben dorthin seien um knapp 10 Prozent auf 111 Milliarden Euro gestiegen. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben öffne sich somit immer mehr.

Weshalb Blatt sinkende Beiträge als „illusorisch“ bezeichnet. Vielmehr warnt er sogar davor, dass ein Großteil der Krankenkassen spätestens zum Jahresende die Beiträge schon wieder anheben müsste. Nämlich wenn die Regierung keine wirksame Reform durchzieht, um die Ausgaben zu drosseln. Sparmöglichkeiten gebe es insbesondere bei Kliniken, bei der teilweisen Doppelfinanzierung von Arztterminen und bei Arzneimitteln.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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