Zweitgrößter Vermögensverwalter Europas

Axa will Investmenttochter an BNP Paribas verkaufen

Die Verhandlungen laufen schon. Der französische Versicherer Axa will seine Investmentabteilung an die Großbank BNP Paribas verkaufen. Damit entstünde der zweitgrößte Vermögensverwalter Europas. Die Nummer 1 kommt ebenfalls aus Frankreich.
Axa-Chef Thomas Buberl: auf Versicherungen als Kerngeschäft konzentrieren
© picture alliance / abaca | Stevens Tomas/ABACA
Axa-Chef Thomas Buberl: auf Versicherungen als Kerngeschäft konzentrieren

Mega-Deal in Frankreich. Der Versicherungskonzern Axa will seine Investmenttochter Axa Investment Managers (Axa IM) an die Großbank BNP Paribas verkaufen. Die Unternehmen melden, dass sie entsprechende Verhandlungen aufgenommen haben.

Demnach geht es um einen Kaufpreis von 5,1 Milliarden Euro in bar. Zusätzlich würde Axa 0,3 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Multi-Manager-Investmentfirma Select (früher: Architas) an Axa IM vor dem Abschluss der geplanten Transaktion erhalten. Anschließend soll auch Select an die BNP Paribas gehen. Der geschätzte Gesamtwert der Transaktion beträgt somit voraussichtlich 5,4 Milliarden Euro.

Der Abschluss unterliegt noch den üblichen Bedingungen, heißt es weiter, und dürfte im zweiten Quartal 2025 über die Bühne gehen. Insbesondere müsse man die Arbeitnehmervertretungen informieren und anhören. Anschließend muss man den Aktienkaufvertrag unterzeichnen, und die Behörden müssen alles noch genehmigen.

Durch den Zusammenschluss würde ein europäischer Vermögensverwalter mit einem verwalteten Gesamtvermögen von 1,5 Billionen Euro entstehen. Er läge damit auf Rang 2 hinter dem ebenfalls französischen Konkurrenten Amundi, der es auf 2,2 Billionen Euro bringt, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Interessanterweise ist Axa IM mit derzeit 850 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen größer als die Fondssparte der BNP Paribas mit 600 Milliarden Euro.

Im Rahmen der geplanten Transaktion wollen Axa und BNP Paribas eine langfristige Partnerschaft eingehen. BNP Paribas soll mindestens 15 Jahre lang für den Versicherer große Teile der Kapitalanlagen verwalten.

Bei der Axa begründet man den Verkaufswunsch damit, dass man das Geschäftsmodell vereinfachen und sich auf Versicherungen als Kerngeschäft konzentrieren will. Das umfasst die Sparten Lebens-, Sach-, Kranken– und Unfallversicherungen sowie Sparprodukte.

Dennoch sollen die Kunden „von einer breiteren Palette von Anlageklassen profitieren, einschließlich des fortgesetzten Zugangs zu einer erstklassigen Vermögensverwaltungsplattform für alternative Anlagen“, heißt es vom Versicherer. Axa behalte „die volle Entscheidungsgewalt über Produktdesign, Asset Allocation und Asset-Liability-Management“.

Natürlich drückt der Verkauf einer profitablen Sparte mittelfristig aufs Konzernergebnis. Für die eigenen Aktionäre will die Axa das auffangen, indem sie für 3,8 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkauft. Die Solvenzquote nach der europäischen Richtlinie Solvency II soll von der ganzen Aktion unberührt bleiben.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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