Zehn Neuerungen

Viel KFZ, Hausrat, Investment & Co: Die Produkte der Woche

Die Helvetia bringt gleich vier neue Produkte an den Start. Die Allianz verbessert ihre Hausratversicherung. Mylife und FFB weiten ihre Kooperation aus. Ergo startet die KFZ-Produktlinie „Basic“. Die Inter hat einen neuen Beihilfe-Tarif. Die Signal Iduna stärkt ihre Flottenversicherung. Und die Continentale optimiert ihre Premium-BU.
Autos auf der Autobahn: Viele Versicherer bringen aktuell neue KFZ-Versicherungen raus.
© achimprill/Magnific
Autos auf der Autobahn: Viele Versicherer bringen aktuell neue KFZ-Versicherungen raus.

Helvetia mit vier Produktneuerungen

  1. Gemeinsames Firmenkundenprodukt von Helvetia und Baloise

Das neue gewerbliche Haftpflichtangebot der Helvetia basiert auf dem etablierten Produkt von Baloise, das um neue Leistungen und Deckungsinhalte von Helvetia erweitert wurde.

So wurden etwa Deckungssummen für Schäden am Gewerk von Subunternehmern, Schäden durch Versagen von Alarmanlagen sowie Vermögensschäden aus gutachterlichen Tätigkeiten gesteigert und bieten jetzt jeweils ein Sublimit von 500.000 Euro. Auch die Nachhaftung im Falle einer Betriebsaufgabe wurde von 5 auf 10 Jahre verlängert.

Zudem wurden zentrale Deckungsinhalte erweitert. So sind Abbrucharbeiten nun uneingeschränkt mitversichert (ohne Einschränkung auf einen bestimmten Umkreis) und es gibt deutlich verbesserte Regelungen im Bereich des Vermögensschäden-Datenschutzes. Letztere sind jetzt bis zur Höhe der Versicherungssumme mitversichert, maximal bis 15 Millionen Euro.

Ergänzend wurden branchenspezifische Leistungen ausgebaut, etwa für KFZ-Betriebe, Gastronomie und Hotellerie, das Heilwesen oder IT-Unternehmen. Mit dem Zusatzbaustein „Cyber-Basisrisiko“ erhalten Firmenkunden einen ersten Schutz gegen die wichtigsten Gefahren aus den Bereichen Kosten-, Dritt- und Eigenschäden.

  1. Grundfähigkeitsversicherung erweitert

Auch die Grundfähigkeitsversicherung haben die Produktmanager weiterentwickelt und die Tarife Silber und Gold um den neuen Zusatzbaustein „Erwerbs- und Psycheschutz“ ergänzt. Er greift auch dann, wenn keine versicherte Grundfähigkeit betroffen ist. Voraussetzung ist, dass die versicherte Person aufgrund einer Erkrankung oder gesundheitlichen Einschränkung dauerhaft weniger als drei Stunden täglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann.

  1. Investmentberatung mit hybrider Plattform

Angesichts des bevorstehenden Starttermins für das Altersvorsorgedepot zum 1. Januar 2027 hat Helvetia eine neue Altersvorsorgeplattform ins Leben gerufen. Darüber können sich Kunden informieren, ihren Vorsorgebedarf analysieren, Fördermöglichkeiten berechnen und bestehende Vorsorgelösungen überprüfen lassen. Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratung jederzeit ein integraler Bestandteil des Prozesses.

Mit einer Investmentlösung ermöglicht Helvetia außerdem den Einstieg in die private Altersvorsorge, ohne auf den Start der neuen Förderwelt warten zu müssen. Für die Umsetzung der Investmentlösung werden Helvetia, Oddo BHF Asset Management und Xaver Group zusammenarbeiten. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots wird Helvetia das Angebot dann um eine Versicherungslösung mit Best-Invest-Ansatz ergänzen.

  1. KFZ-Tarif mit erweiterten Leistungen

Und schließlich führt Helvetia noch einen aktualisierten KFZ-Tarif ein. Die Tarife heißen jetzt KFZ Basis und KFZ All-in. Im Tarif All-in umfasst die Eigenschadendeckung künftig auch nicht privat genutzte Autos mit einer Versicherungssumme von bis zu 100.000 Euro. Die Parkschadendeckung steht nun ebenfalls für firmengenutzte Wagen zur Verfügung und die GAP-Deckung greift nicht mehr nur bei Leasing-Fahrzeugen, sondern auch bei bank- oder kreditfinanzierten Fahrzeugen. Zudem sind Kurzschluss-Folgeschäden in der Teilkasko jetzt ohne Begrenzung versichert. Erstmals werden darüber hinaus auch Leuchtmittelkosten nach Glasbruch vom Versicherungsschutz erfasst.

Ein besonderer Fokus der Tarifüberarbeitung lag auf Fahrzeugarten außerhalb des klassischen PKW-Geschäfts. Für Lieferwagen bis 3,5 Tonnen im Werkverkehr kann die KFZ-Assistance künftig optional gegen Mehrprämie eingeschlossen werden. Die Bausteine Fahrerschutz und GAP-Deckung können künftig auch für Lieferwagen und Wohnmobile abgeschlossen werden.

Fahrzeuge mit Elektroantrieb profitieren zuschlagsfrei von den Leistungen des Helvetia Elektroschutzes. Versichert sind unter anderem Akku und Hochvoltbatterie, Wallbox, mobile Ladestation, Ladekabel, Zustandsdiagnostik des Akkus und Aufbewahrung im Wassercontainer nach einem Schadenfall.

Allianz verbessert Hausratversicherung

Die Allianz hat ihre Hausratversicherung weiterentwickelt. Kunden können zwischen den bestehenden Tariflinien Basis, Smart, Komfort und Premium wählen. Der Leistungsumfang und die Grunddeckungen hat der Versicherer aber überarbeitet. Zum Beispiel sind Beschädigungen aller Art zu Hause in der Wohnung oder im Haus ab sofort nur noch ab dem Tarif Komfort enthalten, im Tarif Smart nicht mehr.

Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung steht eine neue Bepreisung aller Tariflinien durch stärkere Modularisierung. Der neue Baustein Internetschutz beispielsweise kann in allen Linien variabel hinzugewählt werden. Im Baustein Fahrradschutz wird ab sofort eine gesamte Versicherungssumme für alle Fahrräder im Haushalt festgelegt, um jede individuelle Nutzungssituation abzusichern.

Vor allem der Tarif Premium wird dadurch preislich günstiger: Das Tragerisiko von verschlusspflichtigen Wertsachen wie Uhren und Schmuck ist nicht mehr pauschal abgesichert, sondern kann ab sofort über den Premiumbaustein Tragerisiko bedarfsgerecht und flexibel inkludiert werden.

Darüber hinaus wurden neue Leistungen aufgenommen:

  • Self-Storage-Schutz: Absicherung von Gegenständen in externen Lagereinrichtungen
  • Transportmittelunfall-Schutz: Leistungen bei Unfällen von Transportmitteln
  • Tierbetreuungskosten: Bei Unbewohnbarkeit werden nicht nur Hotelkosten, sondern auch die Kosten für die Tierunterbringung bis zu 24 Monate (bis 30 Euro am Tag) übernommen.

Mehr Flexibilität bietet die Allianz auch bei den Selbstbehalten. Kunden können aus sechs Stufen zwischen 0 und 2.000 Euro wählen und damit den Beitrag an ihre persönlichen Anforderungen anpassen.

Mylife und FFB weiten Kooperation aus

Die Mylife Lebensversicherung baut ihre Partnerschaft mit der Fidelity Investmentplattform FFB weiter aus. Nach dem Start der Einmalanlage Mylife Invest im Frühjahr Finanzberater und ihre Kunden nun auch bei Mylife Invest Rente mit laufenden Beiträgen und optionalen Zuzahlungen die FFB als Verwahrstelle wählen.

Neben den Vorzügen des versicherungsbasierten Investmentkonzepts sorgt die erweiterte technische Anbindung an die FFB für mehr Effizienz, eine breite Fondsauswahl sowie ein transparentes und verbessertes Kostenmodell für Transaktionen.

Ergo startet KFZ-Produktlinie „Basic“

Die Ergo bietet ab sofort einen neuen KFZ-Tarif in den drei Linien „Basic“, „Smart“ und „Best“ an. Die Produktlinie „Basic“ richtet sich vor allem an preisbewusste Kunden. Im Vergleich zu „Smart“ und „Best“ enthält „Basic“ einen Grundschutz, in dem immer die Werkstattbindung enthalten ist. Das wirkt sich positiv auf den Beitrag aus. Im Schadenfall steuert Ergo den Reparaturprozess in eine Partnerwerkstatt und organisiert dabei einen kostenlosen Hol- und Bringservice sowie ein Ersatzfahrzeug.

Die Produktlinien „Smart“ und „Best“ bieten erweiterten Versicherungsschutz. Zu den Neuerungen zählen:

  • KFZ-Haftpflicht: Schäden an eigenen Immobilien und Kraftfahrzeugen sind immer mitversichert.
  • Kasko: Folgeschäden durch Kurzschluss und Tierbiss sind ohne Summenbegrenzung versichert.
  • KFZ-Schutzbrief: Der Schutzbrief umfasst erweiterte Leistungen, etwa beim Abschleppen sowie für Hotel- und Mietwagenkosten.
  • Falschbetankung: Ergo übernimmt bis zu 500 Euro für die Beseitigung des falsch eingefüllten Treibstoffs bei Falschbetankung.

Der neue KFZ-Tarif schafft gezielte Beitragsvorteile für junge Fahrerinnen und Fahrer. Insbesondere die Teilnahme am „Begleiteten Fahren“ lohnt sich: Die Teilnahme am sogenannten „BF17“ ist bis zum 18. Geburtstag beitragsfrei. Haben junge Fahrer das begleitete Fahren bei einem anderen Versicherer absolviert, erhalten sie bei Ergo einen Beitragsvorteil.

Inter startet Beihilfe-Tarif

Die Inter Versicherungsgruppe führt ab 15. Oktober das neue Tarifsystem Inter Be-Med ein, das sich an Beihilfeberechtigte im öffentlichen Dienst richtet. Der Be-Med ist ein bundesweit verfügbares Tarifsystem und besteht aus:

  • dem Premium-Tarif, der für die prozentualen Restkosten aufkommt, die nicht vom Dienstherrn getragen werden,
  • einem Ergänzungstarif, der aktuelle und künftige Lücken schließt, die durch die unterschiedlichen Beihilfeverordnungen entstehen können,
  • zwei stationären Zusatztarifen, die privatärztliche Behandlungen und ein Zwei- bzw. Einbettzimmer im Krankenhaus absichern.

An der Produktentwicklung war auch eine Gruppe ausgewählter Versicherungsmakler und interner Vermittler beteiligt, die das Projektteam mit ihrem Know-how aus dem Beratungsalltag unterstützte. „Der Haupttarif mit den Zusatztarifen enthält nur wenige Begrenzungen. Er leistet in vielen Bereichen bereits mehr als in den Beihilfeverordnungen vorgesehen“, sagt Vertriebsvorstand Günther Blaich.

So wird beispielsweise über den Höchstsätzen der Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) hinaus erstattet. Außerdem gilt eine Leistungsgarantie: Werden in Zukunft Leistungen der Beihilfe gekürzt, füllt der Ergänzungstarif entsprechende Lücken wieder auf. Somit sind Kunden sowohl heute als auch in Zukunft bestens abgesichert.

Signal Iduna stärkt Flottenversicherung

Die Signal Iduna hat einen neuen Kraftfahrttarif herausgebracht. Änderungen ergeben sich vor allem für betriebliche Kunden, speziell für das Flottenprodukt „Flotte Select“. Darüber sind Fuhrparks ab 20 einheitlichen oder 30 gemischten Fahrzeugen versicherbar. Alle Fahrzeuge werden in einem Rahmenvertrag erfasst.

Das System ist modular aufgebaut und jetzt um neue Leistungsbausteine erweitert worden. So kann die Kaufwertentschädigung für gebrauchte PKW nun für 36 Monate abgeschlossen werden. Diese greift nach einem Totalschaden und leistet in Höhe des ursprünglichen Kaufwerts des Fahrzeugs. Bei einem Vollkasko-Schaden lässt sich auch eine Wertminderung absichern. Für PKW und Lieferwagen wird zudem die Deckung für Folgeschäden aus Tierbissen auf 20.000 Euro angehoben.

Statt eines einzigen Pakets für Elektrofahrzeuge gibt es jetzt die Auswahl zwischen einem neuen Basis- und einem Premium-Schutz für alle Fahrzeugklassen mit Ausnahme von Omnibussen. Das Premium-Paket enthält beispielsweise die Allrisk-Deckung für den Akku, die auch Schäden als Folge von Bedienfehlern umfasst.

Continentale optimiert Premium-BU

Die Continentale hat ihre Berufsunfähigkeitsversicherung Premium-BU weiterentwickelt. Beliebte Leistungen aus den bisherigen Paketen sind jetzt automatisch im Grundtarif enthalten, darunter eine Leistung bei speziellen Beeinträchtigungen wie Krebs oder Herzinfarkt.

Mit dem neuen optionalen Karriere X Paket gibt es gegen Mehrbeitrag unter anderem einen Starter-Bonus mit zusätzlichem Schutz bei Erwerbsunfähigkeit in den ersten fünf Jahren nach Einstieg ins Erwerbsleben, einen Qualifikationsbonus bei Weiterqualifizierung und Berufswechsel und einen Rabatt für den Mehrbeitrag aus Nachversicherungen. Ebenfalls enthalten ist eine Karrieregarantie. Mit ihr kann die BU-Rente zusätzlich auf bis zu 7.500 Euro monatlich erhöht werden.

Neu ist außerdem, dass die Leistung wegen Arbeitsunfähigkeit als eigenständiger Baustein wählbar ist – inklusive einer „3+3-Regelung“: Eine Leistungsmeldung ist bereits nach drei Monaten ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit möglich, wenn ein Facharzt eine voraussichtliche Gesamtdauer von mindestens sechs Monaten bestätigt. Wird gleichzeitig BU beantragt, erhalten Versicherte bis zu 24 Monate die vereinbarte BU-Rente – bei voller Beitragsbefreiung.

Ebenfalls neu: Das Bonus-Prinzip für Studierende kommt jetzt auch für Auszubildende zum Tragen. Schon ab Ausbildungsbeginn legt die Continentale eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zugrunde – unabhängig von der Branche. So profitieren junge Kunden bereits während der Ausbildung von günstigeren Beiträgen und nach Abschluss vom Qualifikationsbonus.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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