Die Stuttgarter Lebensversicherung will im Rahmen der neuen staatlich geförderten Altersvorsorge auch ein Altersvorsorgedepot anbieten. Das gibt Guido Bader, einer der beiden Chefs, im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz der frisch fusionierten Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) und Stuttgarter bekannt. Es geht neben der Vorsorgereform unter anderem um die Zahlen für 2025 und den Stand der Fusion. Zugeschaltet sind die Co-Vorstandschefs Ulrich Mitzlaff und der bereits erwähnte Guido Bader.
Sie haben Gutes zu berichten. Die Fusion ist so gut wie durch. Zwischen August und Oktober will man alles final ins Handelsregister eintragen lassen. Und spätestens im Oktober soll es dann wirklich erledigt sein.
Wirtschaftlich haben beide Unternehmen zusammengerechnet die Marke von 2 Milliarden Euro Bruttoprämien nur knapp verfehlt. Die Stuttgarter verzeichnet das beste Leben-Neugeschäft ihrer Geschichte mit einem Zuwachs von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
In der Krankenversicherung lief es stabil (was heutzutage ja auch schon was wert ist). Die Bruttobeiträge legten um 6,6 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Versicherten blieb mit 600 mehr als im Vorjahr und nunmehr 683.000 eher gleich. Allerdings bekam der Versicherer die Kosten im Gesundheitssystem deutlich zu spüren. Sie zogen um fast 11 Prozent auf 832 Millionen Euro an.
Doch zurück zu den Plänen in der Altersvorsorge. „Wir werden das Altersvorsorgedepot mindestens in den Varianten ohne Garantien und mit 80 Prozent Garantien anbieten“, führte Bader weiter aus. Ob auch eine Version mit 100 Prozent Garantie auf die Beiträge kommt, ließ er offen: „Da müssen wir noch überlegen, was wir machen.“
Damit setzt der Versicherer eine deutliche Duftmarke, dass er auf dem neuen Markt mit geförderter Vorsorge kräftig mitmischen will. Zur Erinnerung: Die Bundesregierung hat mit dem Altersvorsorgereformgesetz ein neues Fördersystem beschlossen und will künftig auch reine Investmentdepots zur Vorsorge zulassen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Interessant ist auch, was Bader zum sogenannten Standarddepot sagt. Das muss jeder Anbieter immer mit vorhalten, und die Kostenquote darf 1,0 Prozent im Jahr nicht übersteigen. Gerade um diesen Deckel wurde bis zuletzt kräftig gezankt.
„Das Standardprodukt spielt für uns keine Rolle, aber wir müssen es anbieten und werden es auch auf unserer Homepage verlinken“, sagt Bader weiter und stellt klar, dass das Nicht-Standard-Altersvorsorgedepot die größere Rolle spielen soll.
Es ist generell bemerkenswert, wie gelassen Bader auf die Reform reagiert. Die neue Konkurrenz durch billige Depots bei Neobrokern scheint ihn nicht aus der Ruhe zu bringen. Und dass der Staat – wie angekündigt – mit einem eigenen Standardprodukt um die Ecke biegt, bezeichnet er zwar als „ordnungspolitischen Sündenfall“. Aber er sieht das so schnell gar nicht kommen. Dazu hält er zu viele Dinge für noch ungeklärt. „Macht er es selbst, oder kauft er alles ein? Dann wird es aber mit dem Kostendeckel interessant, denn das ist teuer und nicht so einfach. Und wenn er dann die Kosten über Steuergeld quersubventionieren will, könnte es verfassungswidrig werden“, sagt Bader und scherzt: „Schauen wir mal, was zuerst kommt: Stuttgart 21 oder das staatliche Standardprodukt.“
Damit könnte er absolut richtig liegen.
Insgesamt mag er aber in die allgemeine Krittelei nicht so richtig mit einstimmen. Er findet ausdrücklich gut:
Aber ja, ein paar Dinge passen auch ihm nicht:
Also schauen wir mal, was die Stuttgarter auf dem Gebiet bald an Produkten vorlegt.
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