Leck für ein paar Stunden

OpenAI greift Kundendaten der Universa ab

Wegen eines Fehlers bei einer IT-Umstellung konnte ein Web-Crawler von OpenAI für Stunden auf Daten der Universa zugreifen. Betroffen sind auch Bankverbindungen. Der Versicherer hat die Behörden eingeschaltet.
Moderne Universa Zentrale in Berlin bei Nacht.
© Universa
Universa-Zentrale in Nürnberg

Bei der Universa hat es einen Datenschutzvorfall gegeben. Wie zuerst das Portal „Heise Online“ berichtete, griff ein automatischer Web-Crawler des US-KI-Anbieters OpenAI auf Kundendaten der Universa Lebensversicherung, Krankenversicherung und Allgemeine Versicherung zu. Der Versicherer bestätigte auf Anfrage den Vorfall, der sich am 7. Juli 2026 ereignete.

Server für Stunden ungesichert

Hintergrund war eine fehlerhafte Konfiguration auf einem einzelnen Server. Im Rahmen einer IT-Umstellung entstand laut Universa eine „temporär fehlende Sicherheitseinstellung“. Das ermöglichte einem Web-Crawler den Zugriff auf die dort abgelegten Daten für die Dauer von wenigen Stunden. Das Unternehmen betont, dass es sich nicht um einen gezielten Angriff durch Kriminelle handelte, sondern um einen automatischen Vorgang. Nach Entdeckung habe man den Zugriff umgehend abgeschaltet.

Der betroffene Server war für den automatischen Datenaustausch mit Vertriebspartnern vorgesehen. Dort lagen allgemeine personenbezogene Daten wie Namen und Anschriften sowie Vertragsdaten, darunter Versicherungsnummern und Tarifinformationen. Bei einigen Kunden wurden laut Unternehmensangaben auch Bankverbindungsdaten in Form von IBAN und BIC abgerufen.

Explizit nicht betroffen waren besonders sensible Informationen wie Gesundheitsdaten, Login- oder Kreditkartendaten. Ebenso sicher waren die zentralen Verwaltungs- und Datensysteme sowie das Kundenportal. Über die genaue Zahl der betroffenen Kunden macht der Versicherer keine Angaben.

Unklare Lage bei Datenlöschung

Er habe nach eigenen Angaben unverzüglich die zuständigen Datenschutz- und Aufsichtsbehörden informiert. So bestätigte Michael Will, Präsident der Bayerischen Datenschutzaufsicht (BayLDA), gegenüber „Heise Online“ die entsprechende Meldung. Aufgrund laufender Untersuchungen könne er aber keine Details zum Umfang oder zu den betroffenen Datenkategorien nennen.

Extern beauftragte IT-Forensiker haben die Untersuchung des Vorfalls inzwischen abgeschlossen. Basierend auf den Ergebnissen will die Universa zusätzliche technische und organisatorische Maßnahmen umsetzen. Betroffene Kunden schreibt oder schrieb sie an.

Unklar ist der Status der abgegriffenen Daten. Uns gegenüber erklärt die Universa, sie habe OpenAI „unverzüglich und mehrfach wiederholt“ aufgefordert, die Daten vollständig zu löschen. Eine Bestätigung seitens OpenAI liege dazu aber noch nicht vor.

Das Magazin „Asscompact“ wiederum zitiert den Versicherer mit der Aussage, OpenAI habe zumindest bestätigt, dass die Daten nicht für das Training von KI-Modellen genutzt wurden. OpenAI selbst betonte laut „Heise Online“ ebenfalls, die Daten nicht verwendet zu haben und auch nicht für die Sicherheitslücke verantwortlich zu sein.

Der Präsident der BayLDA, Will, rät potenziell Betroffenen zu allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie etwa Konto- und Kreditkartenbewegungen zu kontrollieren.

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Autorin

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