Die Hoffnung auf Geschäfte mit dem Altersvorsorgedepot ruft nun auch den ehemaligen Finanzminister Christian Lindner auf den Plan. Er steigt in das Frankfurter Fintech Ginmon ein. Das war 2014 als digitaler Vermögensverwalter gestartet und verwaltet heute über 500 Millionen Euro für knapp 100.000 Kunden.
Was aber viel wichtiger ist: Zugleich entwickelt es digitale Infrastruktur für Investment- und Vorsorgeprodukte und bietet sie Endkunden, Banken und Finanzdienstleistern an. Und genau dort wittert man bei Ginmon durch das ab 2027 mögliche Altersvorsorgedepot neuen Schub fürs Geschäft.
Lindner offenbar auch, wie aus einer Ginmon-Mitteilung hervorgeht. „Mit dem Altersvorsorgedepot wird Kapitalmarktinvestment für die private Altersvorsorge erheblich an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist jetzt, dass daraus attraktive, kosteneffiziente und digitale Angebote für möglichst viele Menschen entstehen“, sagt er. „Genau an dieser Schnittstelle von Kapitalmarkt und Technologie sehe ich für Ginmon erhebliches Potenzial.“
Dem „Handelsblatt“ sagte Lindner, es handele sich bei seiner Investition um eine Summe „im fünfstelligen Bereich“.
Schon zu seiner Zeit als Finanzminister und FDP-Chef wollte Lindner Vorsorge mit Aktienfonds durchsetzen. Unter anderem wollte auch er ein Altersvorsorgedepot einführen, das dem nun kommenden stark ähnelte. Sein Plan scheiterte jedoch daran, dass die Ampel-Koalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz zerbrach.
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