„Die Krankenkasse der Zukunft behauptet sich gemeinsam mit einigen Mitbewerbern im Wettbewerb, weil es ihr gelingt, die Ausgaben zu senken, die Einnahmen im Rahmen ihres Einflusses zu optimieren, und gleichzeitig ihre Kunden optimal zu versorgen.“ Mit diesen Worten beschreibt Michael Schmahl, Leiter Markt und Vertrieb bei der Knappschaft in Bochum, die Zukunft der gesetzlichen Krankenkassen.
Die von der Knappschaft jetzt veröffentlichte Studie befasst sich mit den bereits vollzogenen Marktveränderungen und den zukünftig zu erwartenden. Unter anderem durch verschiedene Reformen in den vergangenen Jahrzehnten sieht die Landschaft der gesetzlichen Krankenkassen ganz anders aus als noch vor fünf oder zehn Jahren.
Der Konzentrationsprozess geht weiter
Die Integration von wettbewerblichen Elementen durch die Gesundheits- und Sozialpolitik begünstigte Konzentrations- und Selektionsprozesse. Von den 1.815 Krankenkassen im Jahr 1970 gibt es jetzt noch 113, so aktuelle Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit.
Und die ökonomischen, sozialen und demografischen Rahmenbedingungen verändern sich weiter. Sie werden zusätzliche Konsolidierungen nach sich ziehen – die auch politisch gewollt sind. Die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt meinte bereits vor 15 Jahren, dass 30 bis 50 Krankenkassen völlig ausreichend seien.
Vorteile der mitgliederstarken Krankenkassen
„Rund 80 Prozent der Versicherten sind heute bei den 20 größten Krankenkassen versichert“, stellt Michael Schmahl fest. „Die möglichen Vorteile von mitgliederstarken Krankenkassen liegen auf der Hand: Die Fixkosten können besser verteilt werden, es gibt mehr Personal, Risiken werden besser ausgeglichen, die Liquidität ist höher und die Markt- und damit die Einkaufsmacht ebenfalls“, zählt Schmahl auf.
Letztlich würden die Kassen selbst entscheiden, ob sie zum Ladenhüter werden, wie es ihnen oft vorausgesagt werde. Oder ob sie ihre gesetzlichen Spielräume so geschickt nutzten, dass sie eine Kunden- und Kostenexzellenz aufbauten und zukunftsfähig seien.
Daten verknüpfen, um Kundenwünsche zu erkennen
Dazu gehöre laut Schmahls Analyse auch der Trend hin zur Digitalisierung. Die Nutzerdaten für das Erkennen von Kundenwünschen zu verwenden, sei eine große Herausforderung. „Statt sich in Reisebüros beraten zu lassen und zu buchen, vertrauen Konsumenten immer häufiger Online-Bewertungsportalen und stellen sich ihren Urlaub individuell zusammen. Ähnliche Erwartungen haben Kunden auch an Krankenkassen“, so der GKV-Experte. Bei diesem Thema dominiere derzeit noch kein Anbieter den Markt. Schmahl: „Die Digitalisierung wird allerdings mit über Top oder Flop in der Krankenkassenlandschaft entscheiden.“
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