Social-Media-Kolumne

Die größten KI-Fallen für Makler auf Social Media

Linkedin markiert jetzt „AI Slop“: glatte KI-Texte ohne eigene Haltung. Für Makler wird das schnell zum Problem. Nadja Smeilus und Patrick Hamacher von Biomex warnen in ihrer neuen Kolumne vor fünf Fallen, die Makler beim Posten vermeiden sollten.
Nadja Smeilus und Patrick Hamacher, beide Biomex, schreiben für Pfefferminzia regelmäßig Kolumnen über Social Media.
© Biomex
Nadja Smeilus und Patrick Hamacher, beide Biomex, schreiben für Pfefferminzia regelmäßig Kolumnen über Social Media.

Linkedin hat ein neues Problem aufgemacht: „AI Slop“. Gemeint sind Inhalte, die zwar sprachlich sauber und professionell klingen, aber generisch, austauschbar und ohne eigene Perspektive daherkommen. Nutzer können Beiträge inzwischen über „Seems like AI slop“ entsprechend kennzeichnen. Linkedin nutzt dieses Feedback unter anderem, um seine Systeme zur Erkennung solcher Inhalte zu verbessern.

Das Spannende daran: Linkedin hat nichts gegen den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI, englisch: Artificial intelligence, kurz: AI). Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt. Und genau hier liegt für Versicherungsmakler die Gefahr.

Falle 1: Die KI soll sich das Thema gleich mit ausdenken

„Schreib mir einen Linkedin-Post über Berufsunfähigkeitsversicherung.“

Natürlich kann eine KI das. Heraus kommt dann vermutlich etwas über die Wichtigkeit der Arbeitskraft, finanzielle Folgen und frühzeitige Absicherung. Alles richtig, aber auch alles schon hundertmal gelesen.

Gib der KI stattdessen etwas, das von dir kommt. „Eine Kundin hat heute im Gespräch gesagt: ‚Ich arbeite doch im Büro, was soll mir schon passieren?‘ Daraus möchte ich einen Post machen.“

Wichtig: Eine überzeugend formulierte Antwort ist noch lange keine fachlich richtige Antwort. Zahlen, rechtliche Aussagen, Tarifdetails oder aktuelle Regelungen gehören geprüft. Die Verantwortung für den veröffentlichten Inhalt bleibt bei dir.

Falle 2: Alles glattbügeln lassen

KI liebt Strukturen, perfekte Überleitungen und wohlklingende Phrasen. Menschen sprechen und schreiben aber nicht immer so. Wer jeden eigenen Satz von der künstlichen Intelligenz „professioneller formulieren“ lässt, entfernt damit möglicherweise genau das, was ihn wiedererkennbar macht.

Wir empfehlen: Hilfe beim Formulieren, wo es schwierig ist, nutzen. Aber auch Umgangssprache zulassen. Achte unbedingt darauf, Wörter und Phrasen zu streichen, die du selbst niemals benutzen würdest.

Falle 3: Keine eigene Meinung haben

„Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Vorsorge.“

Ist nicht falsch, klingt, aber wie aus einem Lexikon. Füge doch einen Beleg und eine Begründung aus deiner Erfahrung hinzu: „Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, damit finanzielle Wünsche wie eine eigene Immobilie nicht wegen einer längeren Krankheit platzen.“

Schon entsteht ein Standpunkt. Danach kannst du erklären, warum du das so siehst. Genau diese Einordnung macht aus Informationen persönlichen Experten-Content.

Falle 4: KI das komplette Design überlassen

Auch KI-Grafiken sehen schnell nach KI aus: zu viel Text, fehlende Hierarchie und immer wieder ähnliche Schriften, Icons und Symbole.

Nutze KI deshalb lieber für einzelne Motive oder Bildelemente und bleib beim eigentlichen Design deiner eigenen Linie treu: feste Schriften, Farben und Gestaltungselemente. Das Bild fällt dem User schließlich als erstes ins Auge. Und du weißt ja: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!

Falle 5: Den fertigen KI-Text einfach kopieren

Unser einfachster Test: Lies deinen Beitrag laut vor. Würdest du das einem Kunden wirklich so erzählen?

Wenn nicht: ändere ihn. KI kann hervorragend dabei helfen, Gedanken zu sortieren, einen Einstieg zu finden, Texte zu kürzen, Varianten zu entwickeln oder Rechtschreibung zu prüfen. Aber das Rohmaterial sollte möglichst von dir kommen: Kundengespräche, Erlebnisse, Fachwissen, Beobachtungen, Erfahrungen und Meinungen.

Vielleicht ist „AI Slop“ deshalb sogar eine ganz gute Entwicklung. Denn wenn Plattformen künftig stärker darauf achten, austauschbaren KI-Content auszubremsen, wird etwas wieder wichtiger, das Versicherungsmakler ohnehin besitzen: echte Beratungserfahrung.

KI kann dir helfen, daraus guten Content zu machen. Aber die Ideen, Erfahrungen und Standpunkte sollten von dir kommen. Und falls du dich jetzt fragst, wie du überhaupt regelmäßig auf solche Content-Ideen kommst: Genau das zeigen wir dir unter anderem in der Social-Media-Maklerclass.

Über die Autoren

Nadja Smeilus und Patrick Hamacher sind Teil der Biomex GmbH und unterstützen Vermittlerinnen und Vermittler dabei, sich auf Social Media sichtbar, professionell und authentisch zu positionieren. Mit der „Social Media Maklerclass“ haben sie einen Videokurs entwickelt, der praxisnah zeigt, wie Vermittler Reichweite aufbauen, Vertrauen schaffen und Kunden gewinnen – auch ohne Kamera-Erfahrung oder Marketingstudium.

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