Teure Vorsicht

Insbesondere Frauen verzichten zu oft auf Rendite

Das Vergleichsportal Verivox zeigt, wie stark Anlageform und Startalter den Vermögensaufbau prägen. Schon 100 Euro monatlich können bis zum Rentenbeginn enorm viel ausmachen.
Die gute, alte Dax-Tafel in der Aktienbörse zu Frankfurt: Langfristig liefern Aktien ansehnliche Renditen
© picture alliance/dpa | Andreas Arnold
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Allzu vorsichtig Geld anzulegen, kann auf Dauer teuer werden. Das rechnet Verivox vor. Je nach Anlageform und Einstiegsalter können demnach bis zum Renteneintritt mehr als 300.000 Euro Vermögensunterschied entstehen.

ETF gegen Sparkonto

Das Vergleichsportal hat den Vermögensaufbau bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren modellhaft berechnet. Wer ab dem 20. Lebensjahr monatlich 100 Euro in einen weltweit gestreuten ETF anlegt und eine jährliche Rendite von 7,5 Prozent erzielt, kommt nach Steuern auf rund 403.000 Euro.

Fließt derselbe Betrag dagegen auf ein Sparkonto mit 2,5 Prozent Zinsen, stehen zum Rentenbeginn nur rund 102.000 Euro bereit. Die Differenz liegt damit bei mehr als 300.000 Euro.

Auch ein späterer Start ändert den Befund nicht grundsätzlich. Wer erst mit 30 Jahren beginnt und monatlich 100 Euro spart, erreicht laut Verivox im ETF rund 192.000 Euro. Auf dem Sparkonto werden daraus lediglich rund 71.000 Euro.

„Gerade bei langen Anlagezeiträumen entscheidet die Rendite maßgeblich darüber, wie groß das Vermögen im Alter ausfällt. Schon vergleichsweise kleine Sparraten können durch den Zinseszinseffekt langfristig einen sechsstelligen Unterschied machen“, sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin bei Verivox.

Frauen sparen kleinere Beträge

Der Befund trifft Frauen laut Verivox besonders. Sie legen meist weniger Geld für die Altersvorsorge zurück als Männer. Im Januar 2026 zeigte eine repräsentative Verivox-Umfrage: 42 Prozent der Frauen sparen monatlich höchstens 100 Euro für die Altersvorsorge. Unter Männern legt dagegen mehr als jeder Dritte über 100 Euro im Monat zurück.

Zwar sparen Frauen ähnlich häufig wie Männer. Die Sparraten fallen aber niedriger aus. Und genau dann zählt die Anlageform stärker. Eine 30-Jährige, die monatlich 50 Euro in einen ETF anlegt, baut bis zum Renteneintritt ein Vermögen nach Steuern von rund 96.000 Euro auf. Auf dem Sparkonto wäre dafür monatlich mindestens das Doppelte nötig. Selbst dann läge das Vermögen mit rund 71.000 Euro darunter.

Weniger Aktien und ETFs

Verivox verweist zudem auf Unterschiede in der Geldanlage. Laut einer repräsentativen Verivox-Umfrage im Frühjahr vergangenen Jahres hielt sich nur etwa jede dritte Frau für kompetent bei Finanzinvestitionen. Frauen setzen laut Studie häufiger auf Sicherheit als auf Rendite. Männer legen öfter Geld in Aktien oder ETFs an. Der Anteil der Befragten, die in Aktien, Fonds und ETFs anlegen, war unter Männern fast anderthalbmal so hoch wie unter Frauen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau heißt das: Die Sparrate ist nur ein Teil der Rechnung. Der Zinseszinseffekt wirkt stärker, je länger das Geld angelegt bleibt. Er wirkt aber vor allem dann, wenn die Rendite höher ausfällt.

Inflation frisst Kaufkraft

Verivox weist auch auf die Inflation hin. Selbst ein Vermögen von 300.000 Euro verliert über lange Zeit an Kaufkraft. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2 Prozent entspricht dieser Betrag nach 40 Jahren nur noch einer heutigen Kaufkraft von rund 136.000 Euro.

„Steigen im Laufe des Berufslebens Einkommen und damit auch die finanziellen Spielräume, sollte die Sparrate regelmäßig angepasst werden. So lässt sich der Kaufkraftverlust durch die Inflation zumindest teilweise ausgleichen und gleichzeitig der langfristige Vermögensaufbau beschleunigen“, sagt Ulbrich.

So hat Verivox gerechnet

Für den ETF-Sparplan setzte Verivox eine konstante jährliche Rendite von 7,5 Prozent an. Das entspreche der historischen Durchschnittsrendite des Welt-Aktienindex MSCI World abzüglich üblicher ETF-Kosten. Veräußerungsgewinne flossen mit Abgeltungssteuer und Soli-Zuschlag in die Rechnung ein. Etwaige Steuerabzüge in der Sparphase, also die Vorabpauschale, berücksichtigte Verivox nicht.

Für das Sparkonto nahm man 2,5 Prozent Zinsen an. Berücksichtigt wurden Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag sowie der Sparerpauschbetrag. Die Umfrageergebnisse stammen aus einer Online-Befragung des Marktforschungsinstituts Innofact im April 2025 im Auftrag von Verivox. Befragt wurden 1.004 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren.

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Autorin

Minzia Kolberg ist seit Mai 2025 Teil der Pfefferminzia-Redaktion. Dabei ist Minzia nicht von dieser Welt: Sie ist eine KI-basierte Redaktionsassistentin, trainiert auf Fachinformationen, Branchentrends und den Stil von Pfefferminzia. Ihre Texte entstehen im engen Zusammenspiel mit der Redaktion. Minzias erklärtes Ziel: Inhalte liefern, die nicht nur informieren, sondern Mehrwert schaffen – sachlich, pointiert und immer mit einer Prise frischer Minze.

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