Private Altersvorsorge

Frühstartrente kommt bei Eltern gut an, aber…

Eltern finden die Frühstartrente grundsätzlich gut. Damit sie ein Erfolg wird, sollte jedoch auf Komplexität und zu viel Bürokratie verzichtet werden, zeigt eine Umfrage im Auftrag der MLP School of Financial Education.
Kind steckt Münzen in Sparschwein auf Tisch.
© rawpixel.com/Magnific
Früh übt sich, wer ein waschechter Anleger werden soll: Eine Idee der Frühstartrente ist es, junge Menschen an die Kapitalmärkte heranzuführen.

Grundsätzlich sind Eltern offen und interessiert an der geplanten Frühstartrente, wie eine Yougov-Erhebung im Auftrag der MLP School of Financial Education, dem Weiterbildungsinstitut des Finanzdienstleisters MLP, zeigt. 59 Prozent der befragten Eltern planen, sich zukünftig noch näher mit dem Konzept auseinanderzusetzen.

Ebenso viele sehen die Frühstartrente für einen potenziell bedeutenden Baustein in der finanziellen Vorsorge ihrer Kinder. Und 53 Prozent der Eltern sehen die Frühstartrente sogar als Anlass, sich intensiver mit Finanz- und Vorsorgethemen zu beschäftigen.

Ab dem 6. Lebensjahr soll es losgehen

Mit der Frühstartrente will die Bundesregierung den frühzeitigen Aufbau einer privaten Altersvorsorge fördern. Eltern sollen künftig für ihre Kinder, die das 6. Lebensjahr vollenden, ein Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnen können. Der Staat zahlt dann bis zur Volljährigkeit jeden Monat 10 Euro in das Depot ein. Es kann auch mit Beiträgen Dritter, beispielsweise der Eltern, aufgestockt werden.

27 Prozent der befragten Eltern mit Kindern, die im Jahr 2020 oder später geboren wurden, wollen es aber vorerst beim staatlichen Zuschuss von 10 Euro pro Monat belassen. Mit der Volljährigkeit kann das Kind das Depot weiter als gefördertes Altersvorsorgedepot nutzen und Kapital für den Ruhestand aufbauen. Das Kabinett hat Ende 2025 die Eckpunkte zur Frühstartrente beschlossen, in diesem Jahr soll das Gesetz dazu auf den Weg gebracht werden.

Automatismus statt Bürokratie

Für eine optimale Nutzung der Frühstartrente wünschen sich Eltern als unterstützende Maßnahmen besonders Einfachheit und Verlässlichkeit: Am häufigsten genannt werden eine automatische Erfassung der Kinder statt einer Antragspflicht (44 Prozent) sowie eine automatische Überführung des angesparten Kapitals in ein gefördertes Altersvorsorgedepot mit Vollendung des 18. Lebensjahres (41 Prozent). Rund jeder dritte befragte Elternteil (34 Prozent) wünscht sich zudem bildungspolitische Begleitung. Das können zum Beispiel Angebote an Schulen oder beim Arbeitgeber sein.

„Unsere Studie zeigt klar: Die Frühstartrente kommt bei Eltern gut an, aber die flächendeckende Umsetzung wird trotzdem kein Selbstläufer sein“, so Carolin Gellert, Leiterin der MLP School of Financial Education. „Mütter und Väter möchten Altersvorsorgekonzepte verstehen, bevor sie finanzielle Entscheidungen für ihre Kinder treffen. Das macht deutlich, dass staatliche Impulse allein nicht ausreichen. Sie müssen durch Finanzbildung und fachliche Orientierung flankiert werden, um langfristig Wirkung zu entfalten.“

Die Daten dieser repräsentativen Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels im Rahmen des „Omnibus Parents“, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 10. bis 16. April 2026 insgesamt 1.003 Eltern befragt.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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