DAK-Studie

Zufriedenheit mit Gesundheitssystem sinkt auf 15-Jahres-Tief

Die Deutschen sind so unzufrieden mit dem deutschen Gesundheitssystem wie seit 15 Jahren nicht mehr. Und dass die geplante Reform die Lage besser machen wird, glaubt die Mehrheit der Bevölkerung nicht, zeigt eine aktuelle Umfrage der DAK Gesundheit.
Volles Wartezimmer beim Arzt: Vor allem die lange Wartezeit auf Arzttermine treibt die Deutschen um.
© DC Studio/Magnific
Volles Wartezimmer beim Arzt: Vor allem die lange Wartezeit auf Arzttermine treibt die Deutschen um.

Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Gesundheitssystem ist deutlich gesunken. Nur noch 62 Prozent der Bürgerinnen und Bürger finden es positiv. Das ist der schlechteste Wert seit 15 Jahren. Zwischen 2012 und 2022 lag dieser Anteil konstant über 80 Prozent. Die Zahl kritischer Stimmen hat sich seit 2020 von 11 auf 35 Prozent mehr als verdreifacht.

Das geht aus dem neuen DAK-Gesundheitsmonitor 2026 hervor, für den das Institut für Demoskopie Allensbach 1.015 Menschen befragt hat.

Hauptkritikpunkte: Ärztemangel und Wartezeiten

Besonders der zunehmende Ärztemangel belastet das Vertrauen der Bevölkerung: Während 2011 nur 13 Prozent der Menschen in ihrer Region einen Mangel an Ärzten wahrnahmen, sind es heute bereits 36 Prozent – in Ostdeutschland sogar 57 Prozent.

Mehr als ein Drittel der Befragten berichtet von persönlich schlechteren Erfahrungen mit der ärztlichen Versorgung als noch vor wenigen Jahren. Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin nennen 72 Prozent als häufigstes Problem – 15 Prozentpunkte mehr als 2016.

Auch das Vertrauen in die stationäre Versorgung ist gesunken: Nur 33 Prozent der Befragten vertrauen der Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser uneingeschränkt; 2022 waren es noch 43 Prozent.

Pessimistischer Blick in die Zukunft

Die Stimmung ist auch mit Blick auf die kommenden Jahre getrübt. 59 Prozent erwarten, dass sich die Gesundheitsversorgung in den nächsten zehn Jahren weiter verschlechtern wird.

Zwei Drittel sind davon überzeugt, dass das System umfassend reformiert werden muss – vor zehn Jahren teilte nur gut jeder Zweite diese Einschätzung. Gleichzeitig glaubt kaum jemand an eine erfolgreiche Trendwende: Nur 10 Prozent rechnen damit, dass die geplante Beitragsstabilisierung in der gesetzlichen Krankenversicherung gelingt. Die Unzufriedenheit mit der Gesundheitspolitik der Bundesregierung hat mit 61 Prozent negativer Bewertungen den schlechtesten Stand seit 2009 erreicht.

Zuckersteuer ja, Leistungskürzungen nein

Die Studie wurde gezielt mit Blick auf das Beitragsstabilisierungsgesetz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erhoben und zeigt ein differenziertes Bild bei den Reformvorschlägen: Höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke sowie stärkere Preisrabatte der Pharmaindustrie finden mehrheitlich Zustimmung. Klar abgelehnt werden hingegen Maßnahmen, die Bürgerinnen und Bürger direkt belasten: Kürzungen beim Zahnersatz und höhere Kassenbeiträge stoßen auf 74 Prozent Ablehnung, Einschränkungen bei der Hautkrebsvorsorge auf 67 Prozent, Kürzungen beim Krankengeld auf 65 Prozent.

Einen breiten Rückhalt genießt nach wie vor das Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung: Drei Viertel der Bevölkerung stehen grundsätzlich hinter diesem Modell. „Bei allen aktuellen Problemen im deutschen Gesundheitssystem hat das Prinzip der solidarischen Krankenversicherung einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Diese Akzeptanz ist wichtig, um die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung durch nachhaltige Reformen wieder zu steigern und das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.“

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Autorin

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