Warum Menschen sparen

Trotz Altersvorsorge – Wohneigentum bleibt starkes Sparziel

Laut einer Umfrage dominiert Altersvorsorge weiterhin das Sparverhalten der Menschen in Deutschland. Doch auch der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bleibt trotz hoher Hürden relevant – und soll künftig stärker mit der Altersvorsorge verknüpft werden.
Haus zum Verkauf im Ostseebad Ahrenshoop: Der Wunsch nach eigenen vier Wänden ist in Deutschland nach wie vor groß
© picture alliance / photothek.de | Thomas Trutschel
Haus zum Verkauf im Ostseebad Ahrenshoop: Der Wunsch nach eigenen vier Wänden ist in Deutschland nach wie vor groß

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit und Debatten über die Rentensituation bleibt das Sparmotiv Nummer eins in Deutschland klar: 59 Prozent der Befragten geben an, für die Altersvorsorge zu sparen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Frühjahrsumfrage 2026, für die das Marktforschungsinstitut Kantar im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen mehr als 2.000 Personen ab 14 Jahren befragt hat.

Auf Platz zwei landet das Sparen für Konsumzwecke mit 43 Prozent, gefolgt vom Sparen für Wohneigentum mit 36 Prozent. Die Kapitalanlage nennen 35 Prozent als Motiv. Deutlich seltener werden der Aufbau eines Notgroschens (3 Prozent) und die Ausbildungsfinanzierung für Kinder (2 Prozent) genannt. Mehrfachnennungen waren möglich.

Wohneigentum als Altersabsicherung

Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, wertet die Ergebnisse als klares Signal: „Die Menschen in Deutschland haben ein sehr klares Gespür dafür, dass sie zusätzlich vorsorgen müssen.“ Zugleich betont er, dass Wohneigentum für viele nicht nur ein Wohnwunsch sei, sondern ein konkreter Beitrag zur Alterssicherung. Wer im Ruhestand mietfrei wohne, entlaste sein Haushaltsbudget dauerhaft.

Warum die Deutschen sparen (Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen)
Warum die Deutschen sparen (Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen)

 

Vor diesem Hintergrund fordert der Verband, die sogenannte Eigenheimrente – die Wohneigentumskomponente der privaten Altersvorsorge – bei der laufenden Reform der geförderten Vorsorge zu erhalten und zu stärken. König mahnt: „Wenn Eigenkapitalhürden, Erwerbsnebenkosten sowie hohe Bau- und Finanzierungskosten den Zugang erschweren, wird aus einem breiten gesellschaftlichen Wunsch für viele ein kaum erreichbares Ziel.“

Klassische Anlageformen dominieren

Die Umfrage gibt auch Einblick in die tatsächlich genutzten Geldanlageformen. Klassische und liquide Produkte führen die Liste an: 38 Prozent sparen auf dem Girokonto, 32 Prozent nutzen Sparbuch oder Spareinlagen, je 30 Prozent Tagesgeldkonten und Investmentfonds. Renten- und Kapitallebensversicherungen kommen auf 27 Prozent.

Der Bausparvertrag wird von 26 Prozent der Befragten genutzt und liegt damit vor Aktien (24 Prozent), Immobilien und Riester-Rente (je 19 Prozent) sowie festverzinslichen Wertpapieren (9 Prozent). König sieht darin ein Bekenntnis zu planbaren und sicheren Sparformen: „Gerade beim Ziel Wohneigentum geht es nicht nur um Rendite, sondern auch um Verlässlichkeit, Eigenkapitalaufbau und Zinssicherheit.“

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