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Altersvorsorge, die über die gesetzliche Rentenversicherung hinausgeht, ist eher rar hierzulande. Wobei sich das Ergebnis stark zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheidet. Besonders selten sorgen Geringverdienende sowie Personen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien zusätzlich vor. Das sind Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
„Ergänzende private Altersvorsorge erreicht bislang längst nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen und verstärkt bestehende Ungleichheiten im Alter eher, als dass sie diese ausgleicht“, sagt Peter Haan, Leiter der Abteilung Staat im DIW Berlin. Er hat die Studie gemeinsam mit Johannes Geyer und Marcus Borlinghaus erstellt.
Schaut man sich die heutigen Rentnerinnen und Rentner an, haben laut Analyse weniger als 10 Prozent eine private Zusatzrente, nur rund ein Drittel eine Betriebsrente (vor allem Beschäftigte in größeren Unternehmen und in bestimmten Branchen). In der Erwerbsbevölkerung sei die Verbreitung von privat abgeschlossenen Riester-Verträgen deutlich höher, habe sich seit Mitte der 2010er Jahre aber nicht mehr erhöht und sei zuletzt gesunken, heißt es.
Personen mit höherem Einkommen, höherer Bildung und ohne Migrationshintergrund verfügen dabei häufiger über eine zusätzliche Altersvorsorge. Auch Frauen sorgen eher zusätzlich fürs Alter vor als Männer.
Das neu beschlossenen Altersvorsorgedepot sehen die Forscher zweigeteilt. Elemente wie renditestärkere Anlagestrategien oder ein staatliches Standardprodukt, könnten die Attraktivität erhöhen. Aber: „Wir wissen aus der Forschung, dass freiwillige Systeme zur zusätzlichen Altersvorsorge nicht die erforderliche Verbreitung erreichen, weil vor allem diejenigen vorsorgen, die ohnehin über ausreichende Ressourcen verfügen“, sagt DIW-Rentenexperte Johannes Geyer.
Die neue Ausgestaltung der Förderung sei kritisch, da sie tendenziell Haushalte mit höheren Einkommen begünstige. „Die Förderung hängt stark davon ab, wie viel eingezahlt wird – dadurch profitieren Menschen mit höherem Einkommen überproportional“, so Geyer.
Für sinnvoller halten die DIW-Experten ein verpflichtendes kapitalgedecktes System, das stärker an bestehenden Modellen der betrieblichen Altersvorsorge ansetzt. Es soll kollektive Elemente enthalten, bei denen Risiken nicht allein individuell getragen werden, sondern innerhalb eines Jahrgangs teilweise ausgeglichen werden können. Dadurch lassen sich Renditeschwankungen und unterschiedliche Erwerbsbiografien besser abfedern als in Systemen mit strikt individuellen Vorsorgekonten.
Gleichzeitig gebe es offenbar eine breite gesellschaftliche Unterstützung für eine zentrale Rolle des Staates bei der Sicherung des Lebensstandards im Alter, beobachten die Autoren. Rund 60 Prozent der Befragten befürworteten eine überwiegend staatliche Verantwortung, während nur eine kleine Minderheit jeden einzelnen selbst in der Verantwortung sieht.
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