„Pauschale Verunglimpfung“

BVK schimpft über Tagesschau-Beitrag

Die „Tagesschau“ haut auf Provisionen drauf – und ruft damit auch den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) auf den Plan. Der sieht Vermittler verunglimpft und wittert eine großangelegte Kampagne.
Älterer Mann in Anzug lächelt freundlich, professionell.
© BVK
BVK-Präsident Michael H. Heinz: „Die Tagesschau konstruiert ein Schreckensszenario“

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) zeigt sich verärgert über einen Bericht der „Tagesschau“. Der Beitrag mit dem Titel „Wie viel Vermögen man durch Provisionen verliert“ befasst sich zum großen Teil damit, was Beratung kostet. Und wie viel Geld sich sparen lässt, wenn man die Geldanlage selbst in die Hand nimmt und auf Berater verzichtet (unseren ausführlichen Kommentar dazu lesen Sie hier).

Beim BVK ist man davon überhaupt nicht angetan. Die Darstellung sei einseitig, methodisch sehr fragwürdig „und Teil einer ideologisch geprägten Kampagne gegen den provisionsbasierten Beratungs- und Vermittlungsmarkt.“

„Was hier als journalistische Aufklärung verkauft wird, ist in Wahrheit eine pauschale Verunglimpfung aller qualifizierten Vermittlerinnen und Vermittler“, schimpft BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Die Tagesschau konstruiert ein Schreckensszenario, das auf Rechenmodellen aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm basiert – fernab jeder Realität in der persönlichen Beratung vor Ort.“

Stattdessen hätte der Beitrag lieber zwischen schlechter Beratung und dem streng regulierten Provisionssystem unterscheiden können, merkt der Verband weiter an. Stattdessen erzeuge man den Eindruck, Provision sei von Hause aus schädlich.

„Wer Provisionen dämonisiert, verschweigt bewusst, dass Millionen Menschen in Deutschland hochqualifizierte Beratung in Anspruch nehmen, weil sie für eine Honorarberatung nicht mehrere tausend Euro auf den Tisch legen können“, so Heinz weiter. „Das ist – gerade im Hinblick auf Geringverdiener – sozialpolitisch zynisch und fachlich unredlich.“

Wie bereits erwähnt sieht der BVK den Beitrag als Teil einer Kampagne, in der „selbsternannte Verbraucherschützer“ Provision verbieten lassen wollen. Heinz: „Hier wird nicht informiert, hier wird Meinung gemacht – und das auf Kosten unseres gesamten Berufsstandes. Dabei haben doch gerade Verbraucher ein Recht auf differenzierte Information – und nicht auf ideologische Zuspitzung.“

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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2 Kommentare

  1. Und für solche unqualifizierten Berichte muss ich auch noch Zwangsgebühren zahlen. Somit finanziere ich diese gefährliche Meinungsmache unfreiwillig mit.

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