Prinzipiell stellen wir fest, dass Anbieter von Fondspolicen zunehmend offensiv am Markt agieren. Während Neobroker insbesondere bei jungen Menschen mit ETF- und Aktien-Sparplänen punkten, setzen Versicherer auf moderne Fondspolicen, die nicht nur steuerliche Vorteile bieten, sondern auch in puncto Flexibilität und Kostenstruktur deutlich aufgeholt haben. Altersvorsorge muss sich dem Leben anpassen und nicht umgekehrt.
Ein paar Beispiele zeigen, wie zeitgemäß Fondspolicen inzwischen sind: Tarife wie der FR10 der Alte Leipziger oder Justinvest von Axa ermöglichen flexible Ein- und Auszahlungen, tagesaktuelle Fonds- und ETF-Wechsel sowie die Verschiebung des Rentenbeginns bis ins hohe Alter – und das alles, ohne ins Sicherungsvermögen wechseln zu müssen.
Auch in der Ansparphase bieten neue Mechanismen, wie bei Axa, eine automatische Gewinnsicherung bei Erreichen bestimmter Schwellenwerte. Dies steuerfrei und renditeorientiert. Für sicherheitsbewusste Kunden ermöglichen Anbieter wie WWK frei wählbare Garantielevel zwischen 50 und 100 Prozent, was durch die Anhebung des Rechnungszinses wieder an Attraktivität gewonnen hat.
Die Fondspolice hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und ist ein flexibles und individuell gestaltbares Vorsorgeinstrument.
Besonders deutlich zeigt sich der Trend zu hybriden Garantiekonzepten, bei denen klassische Sicherungsvermögen mit fondsgebundenen Komponenten kombiniert werden. Dynamische Modelle wie iCPPI ermöglichen individuelle Garantieniveaus und bieten gleichzeitig attraktive Rentenfaktoren.
Die Rentenphase wird heute deutlich individueller gestaltet als noch vor wenigen Jahren. Neben der klassischen lebenslangen Rente bieten moderne Tarife flexible Entnahmeoptionen wie Teilentnahmen, Auszahlpläne oder Kapitalabfindungen. Einige Anbieter gehen noch einen Schritt weiter und ermöglichen eine sogenannte „Verfügungsphase“, in der Kundinnen und Kunden frei über ihr Kapital verfügen können. Diese Gestaltungsfreiheit schafft nicht nur mehr Flexibilität, sondern eröffnet auch steuerliche Vorteile – etwa durch gestreckte Entnahmen über mehrere Jahre hinweg.
Zudem wächst das Interesse am fondsgebundenen Rentenbezug. Immer mehr Makler möchten, dass ihre Kunden die Chancen der Kapitalmärkte nicht nur in der Ansparphase, sondern auch im Alter nutzen und davon profitieren können. Tarife, die eine Weiteranlage des Fondsguthabens mit einem garantieren Rentenfaktor kombinieren, bieten hier attraktive Lösungen – gerade in Zeiten niedriger Zinsen und steigender Lebenserwartung.
Weitere Trends zeigen deutlich, dass Flexibilität das dominierende Kundenbedürfnis ist – sowohl in der Anspar- als auch in der Rentenphase. Produkte mit reduzierten Garantien und stärkerer Renditeorientierung werden zunehmend nachgefragt.
Parallel dazu steigt die Zahl der in Fondspolicen integrierten ETFs kontinuierlich an. Digitale Tools zur Vertragsverwaltung und Fondssteuerung gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Insgesamt zeigt sich: Die Fondspolice entwickelt sich immer mehr zu einem individuell gestaltbaren Vorsorgeinstrument.
Wir beobachten sowohl von Seiten der Vermittler und deren Kunden als auch von Seiten der Produktgeber, dass Fondspolicen wieder an Bedeutung gewinnen. Gefragt sind vor allem Lösungen mit hybriden Garantien, also etwa die Kombination aus Kapitalgarantie und fondsgebundener Rendite oder mehrstufige beziehungsweise Teilgarantien.
Verstärkt nachgefragt und auch angeboten werden Fondspolicen mit hoher Flexibilität während der Ansparphase – sei es, um Fonds beziehungsweise ETFs innerhalb der Police kostenlos zu wechseln oder auch einmal den Beitrag auszusetzen.
ESG-konforme Fondspolicen werden zwar auch nachgefragt, spielen aber keine große Rolle. Neu auf dem Markt und rege auch von unseren Vertriebspartnern vermittelt sind Kinderpolicen, die eine lebensbegleitende Versorgung ermöglichen.
Bei Garantiekonzepten sehen wir aktuell keine neuen Produkte oder wesentliche Innovationen. ESG-konforme Ansätze, also Nachhaltigkeit gibt es zwar, allerdings ist die Durchdringung in der Neuproduktion am Markt eher dünn.
Die Fondspolice in der 3. Schicht ist weiterhin ein starker Wachstumstreiber. Gerade bei jungen Vertrieben steht die Flexibilität mit geringer Kostenquote im Fokus der Neuproduktion – auch bei jüngeren Kundengruppen zur Absicherung des Langlebigkeitsrisiko als Ergänzung zum Neobroker mit Fondsdepots bei jüngeren Kundengruppen.
Tendenziell lässt sich eher ein Trend zum Thema Regulatorik und Stornoquoten erkennen, was sich in der Bafin-Initiative zu „value for money“ begründet.
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