Baufinanzierung

Wie schnell Immo-Preise auf veränderte Zinsen reagieren

Die Europäische Zentralbank hat die Zinswende eingeläutet. Sinkende Leitzinsen könnten sich auch auf die Bauzinsen auswirken. Steigen dadurch jetzt wieder die Kaufpreise für Immobilien? Immowelt hat geschaut, wie das Zusammenspiel von Bauzins und Angebotspreisen in der Vergangenheit war.
Sonderfall Berlin: Relativ stabile Preise für Immobilien
© wal_172619 / Pixabay
Sonderfall Berlin: Relativ stabile Preise für Immobilien

Pünktlich zur Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank hat das Immobilienportal Immowelt analysiert, wie schnell sich Zinsänderungen auf Kaufpreise von Immobilien auswirken können. Dazu hat es untersucht, wie schnell sich der starke Zinsanstieg nach dem Ende der Niedrigzinsphase und die gesunkenen Bauzinsen zum Jahresende 2023 in den Kaufpreisen von Wohnimmobilien in 15 deutschen Großstädten widergespiegelt haben. Basis sind Angebots-Quadratmeterpreise für 75-Quadratmeter-Bestandswohnungen.

Im Oktober 2023 setzten die langfristigen Zinsen, gemessen an der Anleiherendite für zehnjährige Bundesanleihen, zu einem zwischenzeitlichen Sinkflug ein. Auch die Bauzinsen gaben deutlich nach.

Immowelt beobachtete hier eine sehr schnelle Reaktion bei den Wohnungspreisen. In Leipzig dauerte es mit zwei Monaten am längsten, bis die Angebotspreise stiegen. In sechs Städten dauerte es nur einen Monat, darunter München und Köln. In vier weiteren Städten, inklusive Hamburg und Düsseldorf, erfolgte die Preiserhöhung noch im gleichen Monat wie der Zinsrückgang.

In den drei Städten Berlin, Essen und Duisburg verteuerte sich Wohneigentum sogar schon, bevor die Zinsen gefallen waren. In Berlin zogen die Preise bereits im August 2023 wieder leicht an. Einen möglichen Grund dafür sieht Immowelt darin, dass das Interesse an Immobilien aufgrund der großen Attraktivität und der verglichen mit anderen europäischen Hauptstädten niedrigen Kaufpreise schneller zurückgekehrt ist.

In der zweiten Beobachtungsphase, dem Ende der Niedrigzinsphase, erfolgten die Reaktionen etwas langsamer, obwohl die Zinsen rasant zulegten. Schon Monate vor der ersten Leitzinserhöhung begannen Ende 2021, die Bauzinsen zu steigen. In Berlin dauerte es mit sechs Monaten am längsten, ehe die Angebotspreise nachgaben. Ein weiterer Hinweis, dass die Nachfrage in der Hauptstadt stabiler zu sein scheint als in anderen Großstädten.

Deutlich schneller ging es in München und Frankfurt, wo die Preise bereits im Februar 2022 sanken, also zwei Monate nachdem die Bauzinsen begonnen hatten zu steigen. In Hamburg und Stuttgart dauerte es drei Monate.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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