R+V-Langzeitstudie

48 Prozent der Deutschen haben Angst vor Pflegebedürftigkeit

Die Angst vor Pflegebedürftigkeit ist wieder größer geworden. Lag diese Sorge in den vergangenen Jahren über 40 Prozent, sind es aktuell 48 Prozent. Das zeigt die Studie „Die Ängste der Deutschen“ der R+V Versicherung.
© R+V Infocenter
Die Angst vor Pflegedürftigkeit ist wieder größer geworden.

„Die Angst vor Pflegebedürftigkeit ist in unserer Langzeitstudie ein Dauerbrenner, sie liegt immer bei über 40 Prozent“, sagt Grischa Brower-Rabinowitsch, Leiter der Studie „Die Ängste der Deutschen“ der R+V Versicherung. „In der aktuellen Befragung erreicht sie 48 Prozent und ist damit deutlich größer als in den Vorjahren.“

Seit 1992 befragt das R+V-Infocenter jährlich rund 2.400 Menschen nach ihren größten Ängsten rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit. Nach dem Höchststand im Jahr 2005 (62 Prozent) war die Furcht vor Pflegebedürftigkeit gesunken – nun steigt sie wieder.

Dabei fällt auf: Je älter die Menschen sind, desto größer wird die Angst vor Pflegebedürftigkeit. Teenager machen sich am wenigsten Sorgen (21 Prozent), ganz anders die Menschen über 60 Jahren: 62 Prozent dieser Gruppe fürchten, im Alter auf Hilfe angewiesen zu sein.

Auch bei Frauen ist diese Sorge deutlich ausgeprägter als bei Männern (51 zu 45 Prozent). Adrian Hock von der R+V Krankenversicherung sieht das höhere Pflegerisiko von Frauen als einen Grund dafür. „Etwa zwei von drei Männern werden im Lebensverlauf pflegebedürftig. Bei Frauen sind es aber vier von fünf, weil ihre durchschnittliche Lebenserwartung höher ist“, erklärt er.

Hinzu kommt: Fast 85 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut. Bei rund drei Viertel von ihnen übernehmen das Angehörige ohne Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. „Es sind meistens Frauen, die sich um die Pflege kümmern und alles organisieren“, so Hock weiter.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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