Im letzten Teil dieser Serie beschäftigen wir uns mit einem Thema, das für viele Menschen zumindest lästig, für einige aber auch so ernsthafte Probleme nach sich zieht, dass das Leben im Frühling bis Herbst stark eingeschränkt sein kann: Allergien. Im schlimmsten Fall können diese sogar tödlich enden. Beispiele dafür sind die Erdnussallergie, bei der der Rachen so stark zuschwellen kann, dass man keine Luft mehr bekommt – oder auch der anaphylaktische Schock nach einem Insektenstich.
Allein in Deutschland leiden 20 bis 30 Millionen Menschen an Allergien. Das ist etwa jeder Dritte. Bei etwa 30 Prozent der Patienten entwickelt sich innerhalb von zehn Jahren ein Asthma bronchiale. Das macht das Allergie-Thema im Versicherungsbereich natürlich erst recht relevant. Neben der saisonalen Allergie gibt es auch gänzjährige Formen.
Als Beispiele hierfür sind Tierallergene wie sie bei Hunden, Katzen, Pferden, aber auch Meerschweinchen auftreten können. Dabei geht es in der Regel weniger um die Haare der Tiere, als um eine allergische Reaktion auf deren Schweiß, Speichel und Urin. Weiterhin sind in diesem Bereich Allergien gegen Schimmelpilze, Hausstaubmilben und Nahrungsmittelunverträglichlichkeiten bis hin zu -allergien zu erwähnen. Im Folgenden nun ein paar Fragen und Antworten rund um das Thema.
Eine Allergie ist eine unverhältnismäßige Reaktion des Immunsystems auf einen nicht infektiösen Stoff, der in der Regel von unserem Körper zu tolerieren ist. Beispielsweise eben bestimmte Lebensmittel oder die klassischen Gräser- und Birkenpollen. Das Wort Allergie stammt aus dem griechischen und leitet sich von „allo = verändert“ und „ergos = Aktivität“ ab.
Typ I: Sofort-Allergie
Hier tritt die Reaktion innerhalb kürzester Zeit, teilweise innerhalb von Sekunden auf. Als Beispiel wäre hier die Erdnuss-Allergie zu nennen, bei der innerhalb kürzester Zeit nach dem Verzehr der Hals zuschwellen kann. Aber auch eine anaphylaktische Reaktion auf einen Insektenstich zählt hier dazu.
Typ II: Zytotoxischer Typ
Die Reaktion entsteht innerhalb weniger Stunden bis Tage. Deshalb wird ein Symptom nicht immer gleich mit einem entsprechenden allergieauslösenden Stoff, dem Allergen, in Verbindung gebracht. Als Beispiel wäre hier die Reaktion auf Medikamente zu nennen.
Typ III: Immunkomplex-Typ
Eine Reaktion des Körpers tritt bei diesem Typ meist nach mehreren – maximal aber sechs bis acht – Stunden auf. Bei diesem Allergietyp spielen Antigen-Antikörper-Komplexe mit entzündlichen Prozessen eine Rolle. Als Beispiele sind hier die Serumkrankheit (zum Beispiel eine Reaktion auf ein Schlangengift-Antiserum) oder bestimmte Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis) zu nennen.
Typ IV: Spät-Typ
Wie es der Name bereits sagt, treten die Symptome hier erst relativ spät auf. Das können Stunden, aber auch Tage nach einem Allergenkontakt sein. Das kann die Herstellung eines Zusammenhangs beim Auftreten von Symptomen noch schwieriger machen, als beim Typ II. Beispiele sind hier Metall-Allergien (Nickel), Reaktionen auf Kosmetika, Desinfektionsmittel und bestimmte Medikamente.
Auslöser einer Allergie kann ein übermäßig beschäftigtes Immunsystem sein. Beispielsweise, wenn ein leaky Gut (wir berichteten) vorliegt. Durch den krankhaft undichten Darm können beispielsweise unverdaute Proteine in den Organismus gelangen, auf die das Immunsystem reagiert, da sie als körperfremd erkannt werden. Hält dieser Zustand länger an, wird das Immunsystem durchgehend getriggert, was dazu führen kann, dass es außer Kontrolle gerät. Stille Entzündungen (wir berichteten ) spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle. Aber auch Allergietests können der Auslöser für eine Allergie sein. Siehe dazu unten mehr.
Bei einer Autoimmunerkrankung handelt es sich zwar nicht um eine Allergie im klassischen Sinn, allerdings ist auch hier das Immunsystem außer Kontrolle geraten. Es richtet sich gegen körpereigenes Gewebe, wodurch dieses beschädigt oder zerstört wird. Ein möglicher Auslöser kann auch hier der oben erwähnte leaky Gut sein. Sehr bekannte Beispiele sind Hashimoto Thyreoditis, bei der Autoantikörper das eigene Schilddrüsengewebe abbauen, oder Typ-I-Diabetes sowie Multiple Sklerose.
Die Klassiker sind der Prick- und der Ritz-Test. Bei diesem wird ein kleiner Teil der Haut, meist eingeteilt in kleine Quadrate, leicht angeritzt (Ritz-Test) und dann einem Allergen ausgesetzt, oder dies geschieht in Tropfenform mit Allergenlösungen (Prick-Test). Nun wird beobachtet, ob es zu Reaktionen kommt. Besser ist jedoch die Durchführung eines Allergietests über das Blut. Hierbei wird Blut abgenommen und im Labor, also außerhalb des Körpers, verschiedenen Allergenen ausgesetzt. Das ist ein großer Vorteil, denn beim Ritz-Test wird das Blut im Körper Allergenen ausgesetzt. Handelt es sich dabei um einen Erstkontakt, bleibt eine Reaktion meist aus. Aus diesem Erstkontakt kann dann jedoch bei einem zweiten Kontakt eine Allergie entstehen. Das kann beim Kontakt des Blutes außerhalb des Körpers nicht passieren.
Wie oben bereits erwähnt, spielt ein krankhaft löchriger Darm beim Entstehen von Allergien durchaus eine Rolle. Aber auch eine gestörte Mirkobiom-Besiedlung kann zu Allergien führen. Zum einen produzieren bestimmte Bakterien wie E. Coli und Clostridien Histamin, was zu typischen Allergiesymptomen führen oder diese verstärken kann. Bei übermäßiger Besiedlung kann dies zu einer Herausforderung werden. Zum anderen befinden sich in und um den Darm herum zwischen 80 und 90 Prozent unserer Immunzellen, die hier auch teilweise trainiert werden (mehr dazu hier ). Ein gesunde, ausgewogene Besiedlung und eine intakte Darmschleimhaut spielen also eine große Rolle (mehr dazu hier).
30, 40 Jahre keine Allergie gehabt und plötzlich, wenn im Herbst ein Apfel gegessen wird, reagiert man darauf. Zu allem Übel kommt im Frühjahr dann noch ein Heuschnupfen in Reaktion auf Birkenpollen dazu. Der Klassiker einer sogenannten Kreuz-Allergie. Tritt dies plötzlich nach mehreren Jahrzehnten (meist so ab dem 40. Lebensjahr) auf, kann ein möglicher Hintergrund der sogenannte TH1-TH2-Switch sein.
Hierbei handelt es sich um bestimmte T-Zellen unseres Immunsystems. TH-1 sind zuständig für Infekte, verursacht durch Bakterien und Viren. TH-2 werden bei der Parasitenabwehr und Allergien aktiv. Im Idealfall befindet sich deren Aktivität in Balance. Wird diese in Richtung TH-2 gestört, so können plötzlich Allergien auftreten. Gründe für eine solche Verschiebung können altersbedingt sein. Auch Stress, Toxine, Schwermetalle, oxidativer Stress, Medikamente, Impfungen, sowie Mikronährstoff- und Eiweißmangel können dazu führen. (hier das kommende Video Nr. 3 dann verlinken)
Um das Risiko einer Allergie-Entstehung zu reduzieren, ist es wichtig, darauf zu achten, dass man den oben genannten Stoffen und Situationen nicht übermäßig ausgesetzt ist. Weiterhin ist es wichtig, den Darm gesund zu halten und auf eine ausgewogene Besiedlung zu achten. Hier können Stuhl-Tests die Situation aufzeigen, sodass gezielt Maßnahmen ergriffen werden können (mehr dazu hier).
Regelmäßige Bewegung, sowie eine individuelle, artgerechte und ausgewogene Ernährung (mehr dazu hier) helfen ebenfalls. Sollten größere Nährstoffmängel bestehen, so können diese gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Gleiches gilt für einen möglichen Enzymmangel. Die Entstehung von Allergien können so entweder vermieden, oder bestehende abgemildert werden. Im Idealfall können zumindest leichtere Allergien auch wieder komplett verschwinden.
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