Bundestagspolitiker fordern

Abgeordnete sollen selbst für ihr Alter vorsorgen

Mehrere Abgeordnete von Union, SPD, Linken, FDP und Grünen haben sich in einer gemeinsamen Erklärung dafür ausgesprochen, dass Bundestagsabgeordnete „selbst für ihr Alter vorsorgen“ sollen. Bisher gilt, dass ehemalige Parlamentarier ihre Altersbezüge aus Steuermitteln erhalten.
Carsten Linnemann (CDU) spricht bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Die Hauptthemen der 205. Sitzung der 19. Legislaturperiode sind neben der Regierungsbefragung unter anderem eine Verordnung zur Aufstellung von Wahlbewerbern unter Corona-Bedingungen, eine Aktuelle Stunde über die Bewältigung der Covid-19-Pandemie, eine Modernisierung des Patentrechtes, die Änderung des Agrarmarktstrukturgesetzes und eine Reform des Bundesjagdgesetzes.
© picture alliance/dpa | Dorothée Barth
Für den Umbau der Altersversorgung von Mandatsträgern hatten sich diese Bundestagsabgeordneten zusammengetan: Carsten Linnemann (CDU, Foto), Ralf Kapschack (SPD), Johannes Vogel (FDP), Matthias Birkwald (Linke) und Markus Kurth (Grüne).

Schluss mit dem Sonderstatus für Bundestagsabgeordnete in der Altersversorgung. Diese Forderung haben nun mehrere Abgeordneten aus unterschiedlichen Parteien erhoben, die selbst zwischen 39 und 66 Jahre alt sind und dem Bundestag unterschiedlich lange angehören.

Die aktuelle Regelung, wonach sich Abgeordnete spätestens im Rentenalter auf ein Rundum-Sorglos-Paket freuen können, weil ihre Altersbezüge aus Steuermitteln finanziert werden, sei „nicht mehr zeitgemäß“, heißt es in der Erklärung. Stattdessen sollten Bundestagsabgeordnete „selbst für ihr Alter vorsorgen“, denn die bisherige Praxis treffe „auf wenig Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung“.

Zu den Unterstützern der Erklärung zählen der Vize-Fraktionschef der Union, Carsten Linnemann (CDU), Ralf Kapschack (SPD), Johannes Vogel (FDP), Matthias Birkwald (Linke) und Markus Kurth (Grüne). Sie fordern, dass der nächste Bundestag gleich am Anfang „eine Reform der Altersversorgung für Bundestagsabgeordnete“ vorantreiben solle. 

Was steht Abgeordneten bislang konkret zu?

Für jedes Jahr, dem ein Volksvertreter dem Bundestag angehört, bekommt dieser einen Pensionsanspruch von etwa 250 Euro monatlich. Den Höchstbetrag von 67,5 Prozent der monatlichen Diäten gibt es nach 27 Jahren Zugehörigkeit im Bundestag. Zum 67. Geburtstag winken demnach rund 6.750 Euro im Monat.

SPD, Grüne und Linke für Pflicht zur gesetzlichen Rente

Zwar betont die Initiative, dass es auch künftig eine angemessene Absicherung der Abgeordneten geben soll, aber die Vorschläge darüber gehen stark auseinander. Während die Vertreter von SPD, Linken und Grünen dafür plädieren, Abgeordnete in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtzuversichern, um deren Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern, schwebt den Stimmen aus Union und FDP vor, dass die Parlamentarier selbst darüber entscheiden sollen, wie sie ihre Altersversorgung organisieren.

Mehr zum Thema

„Das finde ich beschämend“

Pfefferminzia: Die Riester-Rente ist dieser Tage 20 Jahre alt geworden. Doch viele sehen in dem…

Ökonomen fordern Reform der Beamtenpensionen

„Wesentlicher Grund für die enormen Kosten ist die Besserstellung der Pensionäre gegenüber den Rentnern hinsichtlich…

Die schreiende Ungerechtigkeit der hohen Beamtenpensionen

Das ARD-Magazin Plusminus hatte in seiner Sendung vom 19. Oktober unter anderem die Rente zum…

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert