Beispielrechnungen

Warum die Grundrente „systematisch ungerecht“ sei

Den Rentnern in Deutschland sollte „zielgenau“ geholfen werden und nicht mit der Gießkanne – letzteres sei aber der Fall, sollte die Grundrente tatsächlich eingeführt werden, meint die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Warum das SPD-Projekt ungerecht sei, veranschaulicht die Initiative anhand grafisch aufbereiteter Beispielrechnungen.
© Prognos Factsheet - Berechnungen zur Grundrente, Oktober 2019; INSM
Mit der Grundrente würden viele Menschen eine ähnlich hohe Rente erhalten, obwohl sie unterschiedlich viel eingezahlt haben.

Mehrere stilisierte Rentner-Typen auf Spielkarten sollen auf einen Blick zeigen, dass die Grundrente „systematisch ungerecht“ sei – darüber prangt der Slogan „Die neue Grundrente sticht gewaltig!“. Ausgedacht hat sich das die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und dafür Berechnungen des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos herangezogen. Die Beispiele zeigen, wie sich die nach wie vor umstrittene Einführung einer Grundrente auf die Rentner auswirken würde.

Dabei wählten die Prognos-Ökonomen sieben Rentner-Typen, die unterschiedlich lange Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung vorweisen können sowie unterschiedlich hohe Beträge eingezahlt haben. Die bisher formulierten Bedingungen zum Bezug einer Grundrente lauten beispielsweise, mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen zu können sowie unter 0,8 Entgeltpunkte erreicht zu haben.

In den Prognos-Beispielen zeigt sich nun, dass etwa ein Rentner, der 35 Jahre in Teilzeit gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt hat, mit der Einführung der Grundrente beinahe genauso viel Altersrente beziehen würde, wie jemand der 35 Jahre lang Vollzeit tätig war und doppelt so viel in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat.

Die Beispiele würden daher zeigen, dass es mit der Grundrente „teils zu einer massiven Verschiebung des Verhältnisses von kumulierten Beitragszahlungen und den voraussichtlichen Auszahlungen bei der gesetzlichen Rente kommen kann“, so Prognos. Mit einer Aufstockung würden manche Rentnertypen ihre Bezüge fast verdoppeln, während andere nicht profitieren. Altersarmut dürfe aber nicht „mit der Gießkanne“ bekämpft werden, so das Fazit der Initiative.

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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