Sogenannte Mammatus Wolken zeigen sich am Rande einer Gewitterzelle über einem Windenergiepark: Extremwetterereignisse nehmen wegen des Klimawandels zu, warnen die Versicherer. © picture alliance/dpa | Patrick Pleul
  • Von Karen Schmidt
  • 28.08.2025 um 10:45
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Stürme, Starkregen, Hagel und Co. haben im ersten Halbjahr dieses Jahres versicherte Schäden in Höhe von rund einer Milliarde Euro angerichtet. Der Wert ist hoch, bleibt aber hinter denen der Vorjahre zurück, berichtet der Versichererverband GDV.

„Mit rund einer Milliarde Euro fielen die versicherten Schäden aus Sturm, Hagel, Starkregen und Überschwemmungen geringer aus als aufgrund des langjährigen Durchschnitts erwartet.“ Das sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), anlässlich der Halbjahresbilanz der Versicherer zu Naturgefahren.

Die Sachversicherung musste demnach rund 500 Millionen Euro Schäden schultern, verursacht durch Sturm, Hagel und Blitz. Weitere 100 Millionen Euro kamen durch weitere Naturgefahren wie Überschwemmung und Starkregen zustande. Die Autoversicherer mussten 350 Millionen Euro berappen.

„Das erste Halbjahr 2025 war zwar unterdurchschnittlich, was Naturgefahrenschäden angeht“, so Asmussen. „Trotzdem zeigt der langfristige Trend eine deutliche Zunahme an Extremwetterereignissen und Schäden.“

Klimawandel schlägt zu

Sollten die Schäden im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich ausfallen, rechnen die Versicherer mit einem insgesamt unterdurchschnittlichen Schadenjahr.  „Wenn schwere Herbst- und Winterstürme ausbleiben, rechnen wir für das ganze Jahr mit Naturgefahrenschäden in Höhe von etwa 4,5 Milliarden Euro. Sie lägen damit zwar unter denen für das ganze Jahr bislang erwarteten Schäden von   6,3 Milliarden Euro, aber dennoch auf hohem Niveau“, sagt Asmussen.

Die Gefahr durch Extremwetterereignisse ist also nicht gebannt und nimmt im Gegenteil wegen des Klimawandels weiter zu, mahnen die Versicherer. Sie fordern daher, dass hier mehr Präventionsarbeit geleistet wird. So sei es notwendig, den Elementarschadenschutz zu stärken. Nur gut die Hälfte der Gebäude in Deutschland sind bisher über eine Elementarschadenversicherung geschützt.

Der GDV findet daher, dass diskutierte Maßnahmen wie eine Opt-out-Lösung und die Prüfung einer staatlichen Rückversicherung in die richtige Richtung gehen. „Dauerhafter Schutz für Menschen, Gebäude und Infrastruktur kann nur erreicht werden, wenn die Bereiche Versicherung, Vorsorge und Klimaanpassung Hand in Hand arbeiten“, sagt Asmussen.

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Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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