Deutschland sagt ja

Mehrheit findet Pflichtversicherung gegen Elementarschäden gut

Während Politik und Wirtschaft noch rangeln, haben sich die Menschen schon recht deutlich entschieden: Es wäre okay, Häuser verpflichtend gegen Elementarschäden wie vergangenes Jahr im Ahrtal zu versichern.
Nicht nur im Rheinland, auch in Sachsen treten Flüsse regelmäßig über die Ufer, wie hier in Dresden 2013
© picture alliance / Andreas Franke
Nicht nur im Rheinland, auch in Sachsen treten Flüsse regelmäßig über die Ufer, wie hier in Dresden 2013

Die Deutschen zeigen sich gegenüber der Pflicht, Häuser gegen Elementarschäden zu versichern, durchaus aufgeschlossen. So verzeichnete KFW Research zum Gedanken an eine solche Pflichtversicherung 63 Prozent Zustimmung. Dabei lag sie bei Eigentümern mit 69 Prozent höher als bei Mietern (59 Prozent). Das geht aus dem „KfW-Energiewendebarometer 2022“ hervor.

Angesichts der Flutkatastrophe im Sommer 2021 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird derzeit stark diskutiert, ob man Hauseigentümer zum Elementarschutz verdonnern soll. Meinungen dazu finden Sie hier, hier und hier. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.

Doch damit zusammen hängt immer auch die Frage, wer – wenn nicht ein Versicherer – die Schäden sonst bezahlen soll. Immer mal wieder der Staat, wie im vergangenen Jahr? Von denen, die die Pflichtversicherung ablehnen, findet das tatsächlich jeder Zweite (54 Prozent). Die anderen sehen den Staat nicht in der Pflicht, sondern meinen, dass jeder dafür selbst verantwortlich ist. Wobei der Hang zur Staatsfürsorge stärker ausgeprägt ist, je geringer die Einkommen der Befragten ausfallen.

Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW-Bankengruppe, ordnet ein:

Eine breite Mehrheit der Haushalte in Deutschland steht einer Pflichtversicherung für Elementarschäden aufgeschlossen gegenüber. Politisch erscheint sie damit umsetzbar. Dazu stellt sie vor dem Hintergrund der Zunahme von extremen Wetterereignissen einen wichtigen Beitrag dar zur Absicherung des Vermögens von großen Bevölkerungsteilen dar. Die Versicherung muss so ausgestaltet sein, dass sie die richtigen Anreize zur Risikovermeidung setzt. Und sie muss eine tragfähige Lösung für die Haushalte bieten, die die Versicherungsprämien besonders belasten würden.

Hintergrund: Das KfW-Energiewendebarometer ist eine jährlich erscheinende haushaltsrepräsentative Befragung von etwa 4.000 in Deutschland ansässigen privaten Haushalten zu Entscheidungen der Energieversorgung und zum Energieverbrauch.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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