Franke und Bornberg

Cyber-Rating Privat: Nur Debeka schafft die Bestnote

Cyber-Kriminalität wächst, auch im Privatleben. Das Angebot an eigenständigen Policen hierfür ist jedoch immer noch übersichtlich. Die Rating-Agentur Franke und Bornberg hat es unter die Lupe genommen.
Privat genutzter Laptop: Die Zahl der Cyberangriffe auch auf Privatleute nimmt zu
© rawpixel.com / Magnific.com
Privat genutzter Laptop: Die Zahl der Cyberangriffe auch auf Privatleute nimmt zu

Die Hannoveraner Rating-Agentur Franke und Bornberg hat ihr aktuelles Rating für private Cyberversicherungen vorgestellt. Das Angebot ist weiterhin übersichtlich. 20 Tarife von 13 Versicherern wurden geprüft, darunter eigenständige Cyber-Versicherungen, Rechtschutzversicherungen mit Fokus auf Internetrisiken und sogenannte Schutzbriefe. Eine trennscharfe Abgrenzung der Produktarten hält Franke und Bornberg für kaum möglich, und für Verbraucher spiele die Produktbezeichnung im Zweifel keine Rolle. Allerdings schneiden Schutzbriefe im Rating tendenziell schwächer ab, weil sie überwiegend Unterstützungsleistungen bieten und finanzielle Eigenschäden häufig nicht abdecken.

Veränderte Kriterien: Online-Kundenkonten gewinnen an Gewicht

Für das diesjährige Rating wurde die Gewichtung einiger Kriterien verändert.

  • Der Schutz vor Missbrauch von Online-Kundenkonten und sonstigen Bezahlsystemen fließt künftig stärker in die Bewertung ein, da die Nutzung dieser Dienste ständig wächst.
  • Die psychologische Betreuung nach Cyber-Mobbing sowie die Bereiche Cyber-Haftpflicht und Cyber-Rechtsschutz sind hingegen in der Gesamtbewertung geringer gewichtet als bisher. Die Gründe: Beim Mobbing sieht Franke und Bornberg das Risiko besonders auf junge Leute konzentriert und nicht für alle Kunden gleichermaßen relevant. Haftpflicht- und Rechtsschutzschäden seien häufig nur in Zusatzbausteinen gegen Mehrbeitrag gedeckt.
  • Weil andere Kriterien abgewertet wurden, gewinnen finanzielle Eigenschäden, etwa bei Interneteinkäufen und -verkäufen, im Gesamtsystem an Gewicht.
  • Neu berücksichtigt wird die Gesamtleistung für alle Schadenfälle eines Versicherungsjahres. Die Jahreshöchstleistung ist neuer Mindeststandard. Um ein FFF+-Rating zu erhalten, muss sie bei mindestens 40.000 Euro liegen.

Ergebnisse des diesjährigen Cyber-Rating Privat

Nur ein Tarif erreicht 2026 die Höchstnote FFF+ („hervorragend“). Der kommt von der Debeka und wurde jüngst überarbeitet. Fünf Tarife erhalten die Note FFF („sehr gut“), neun Tarife die Note FF+ („gut“) und einer ein FF („befriedigend“). Das ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, wo gar kein FFF+ und FFF verteilt wurde.

Rating-Übersicht private Cyberversicherungen (Quelle: Franke und Bornberg)
Rating-Übersicht private Cyberversicherungen (Quelle: Franke und Bornberg)

 

Am unteren Ende des Notenspiegels sind 20 Prozent der Tarife angesiedelt: ein Tarif erhält die Note F („mangelhaft“) und drei Tarife die schlechteste Bewertung F- („ungenügend“).

„Guter Cyber-Schutz ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Der Markt für eigenständige Cyber-Versicherungen bewegt sich kaum, obwohl der Bedarf spürbar steigt“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Er bemängelt, dass die meisten Versicherer Cyber-Schutz für Privatleute weiterhin in Bausteinen zu Hausrat-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzverträgen bündeln, statt gezielte Cyber-Policen zu entwickeln.

Mehr zum Rating und den Ergebnissen finden Sie hier.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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