Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
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Eines muss man Hermann-Josef Tenhagen lassen: Er stellt immer eine geradezu unverrückbare Selbstsicherheit zur Schau. Sogar dann, wenn seine Aussagen zumindest zu hinterfragen sind.
Diesmal kündigte der Chefredakteur von „Finanztip“ im selben Brustton der Überzeugung auf dem MCC-Kongress „Zukunftsmarkt Altersvorsorge“ in Berlin an: „Die 1,5 Prozent sind eigentlich weg.“ Damit meint er den sogenannten Kostendeckel im neu geplanten Altersvorsorgereformgesetz.
Wir fassen kurz zusammen (mehr Details hier): Das Gesetzvorhaben soll das staatlich geförderte Vorsorgesystem namens Riester-Rente aus den Nullerjahren in die neue Zeit hieven. Kern der Reform ist das Altersvorsorgedepot, das künftig gleichberechtigt neben klassischen Vorsorgeprodukten erlaubt sein soll. Anleger haben damit die Wahl, ob sie Garantien auf Beiträge bekommen wollen (80 oder 100 Prozent), oder ob sie im Depot frei mit Fonds sparen wollen. Kunden sollen einfacher ihre Verträge wechseln können. Damit das nicht zu teuer wird und nicht ständig neue Kosten entstehen, sollen Abschlusskosten über die gesamte Laufzeit verteilt werden (Zillmerverbot).
Und am Ende – um die Sache wirklich zu vereinfachen – muss jeder Anbieter auch ein sogenanntes Standardprodukt aus dem eigenen Haus oder eines anderen Anbieters vorhalten. Dieses Standardprodukt darf nicht mehr als 1,5 Prozent im Jahr kosten – das ist der Kostendeckel. Laut Tenhagen kommt der weg. So berichtet es Marktbeobachter Stephan von Heymann in seinem Sachthemen.Blog.
Offiziell begründete Tenhagen seine These mit der Anhörung im Finanzausschuss am 16. März in Berlin und dem dort erkennbaren politischen Stimmungsbild. Die ist im Netz verfügbar, weshalb wir mal nachgeschaut haben.
Gewerkschaft, Verbraucherschutz, Investmentverband, Versichererverband, und, und, und … die Interessengruppen haben Vertreter entsandt, die auf Fragen der Parteien antworten sollen.
Es ist die ehemalige Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier, die an diesem Tag das größte Feuer versprüht. Sie ist aus Kalifornien zugeschaltet (sie arbeitet an der Universität von Kalifornien). Dort ist es gerade morgens um 6, doch das merkt man ihr nicht an. Sobald sie gefragt wird, läuft sie hochtourig und lässt keinen Zweifel: Sie will diese Reform. Sie findet sie richtig gut. Und sie will – das ist ihr das Allerwichtigste – die gesamte Bevölkerung mitnehmen auf den Weg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente. Vor allem, die, die wenig Geld verdienen und deshalb sonst kaum sparen können. Malmendier rückt inmitten des ganzen Gezerres um Kosten das eigentliche Ziel des Gesetzes zurück ins Zentrum.
Zentrales Element für sie ist das erwähnte Standarddepot, was sie als „Default“ bezeichnet. Es ist jene Variante, die jemand ganz einfach wählen kann, wenn er nicht weiß, was er tun soll. Der Default müsse der erste Schritt sein, und er müsse möglich sein, ohne dass Kunden etwas entscheiden müssen. Denn, sobald das nötig wird, hemmt das, und die Kunden beginnen zu verschieben. Jeder soll nach dem neuen Gesetz vorsorgen können, pocht Malmendier, auch wenn er noch so wenig Ahnung von der Materie hat.
Malmendier selbst lebt in den USA, dem Land, in dem fast jeder Arbeitnehmer einen 401k-Plan hat. Das sind jene Sparpläne, die sich höchst einfach besparen und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber mitnehmen lassen. Und die schießen gern noch was hinzu (mehr zu diesen Plänen erfahren Sie hier). Im Grunde das, was Deutschland auch braucht.
Die USA sind aber auch das Land, in dem die Menschen Honorare zahlen, um zu ihren Finanzen beraten zu werden. Malmendier hat also massenhaft günstige Vorsorgeprodukte, aber auch ein komplett anderes Vertriebssystem vor Augen (die Depots sind meist pickepackevoll mit Indexfonds) und prescht deshalb vor: „Ich halte einen Kostendeckel von 1,5 Prozent für geradezu peinlich im internationalen Vergleich. […] Wir brauchen die Reduktion auf ein Zehntel, wenn wir die deutsche Bevölkerung nicht über den Tisch ziehen wollen.“
Doch mit dieser ganzen Diskussion schwebt die große Frage im Raum: Wie kommt die neue Altersvorsorge dann unters Volk? Natürlich wäre es den anwesenden Dorothea Mohn, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverband, und Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, am Liebsten, wenn sich Menschen in den Verbraucherzentralen (gegen Honorar) beraten lassen. Oder wenn sie die Produkte ohne Beratung direkt im Internet abschließen, denn genau das soll möglich sein.
Aber reicht das wirklich aus? In Deutschland? Private Altersvorsorge als reine Holschuld in einem Land, in dem nicht mal jeder die eigene Steuererklärung verfasst? Schwer vorstellbar.
Womit wir zu Helge Lach kommen, der an jenem Montag ebenfalls angehört wird. Lach sitzt im Bundesverband Deutscher Vermögensberater und im Vorstand der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Der Abgeordnete Christian Douglas von der AFD will von ihm erfahren, ob Kosten von 1,5 Prozent wirklich gerechtfertigt sind.
„Für die Gesellschaften mit den Produkten sind Kosten nicht das Problem“, sagt Lach. „Doch diese Gesellschaften investieren nicht in Kundenberatung und nicht in Kundenservice. Das überlassen sie uns. Wir müssen uns um die Problemfälle kümmern und darum, dass die Altersvorsorge in die Breite getragen wird.“
Und dann zieht Lach eine sehr feine Linie, indem er sagt: „Durch den Kostendeckel werden nicht die Produkte günstiger. Die günstigen Produkte haben wir längst. Allerdings werden Beratung und Kundenservice aus dem Markt gedrückt, und das ist das Problem.“ Soll heißen: Der Kostendeckel verhindert, dass sich der Vertrieb geförderter Altersvorsorgeprodukte für Vermittler lohnt.
Sehr konkret in dieser Hinsicht wird der CDU-Abgeordnete Carsten Brodesser, der Lach direkt fragt: „Werden die Bürger zukünftig noch Beratung erhalten?“
Lach und sieht Verbreitungsprobleme kommen: „Wir erreichen dann nicht das mit der Reform, was sich der eine oder andere Politiker gern wünschen würde.“ Er verweist darauf, dass man private Altersvorsorge und das Fördersystem den Menschen erklären müsse. Ebenso brauchten die Menschen Beistand, wenn die Aktienmärkte mal in die Knie gehen.
„Wenn alles rot ist in der App und die Menschen Angst um ihre Vorsorge bekommen. Vanguard und Templeton sind nicht da, und Neobroker auch nicht. Die haben nicht einmal eine Telefonnummer, über die man sie erreichen kann“, sagt Lach und meint zu wissen, wer dann da ist: die Berater. Lach hat damit – ebenso wie Mohn, Nauhauser und Malmendier – für sich die Antwort gefunden.
Es lässt sich nicht anders sagen: An diesem Tag haben alle ihre Punkte gelandet. Rein von der Zahl der Protagonisten her lässt sich ein Übergewicht contra 1,5er-Kostendeckel herauslesen. Tenhagen könnte damit richtig liegen. Er selbst sieht den idealen Kostendeckel auf dem MCC-Kongress bei 0,5 Prozent (was immerhin großzügiger ist, als das, was Verbraucherschützer Hartmut Walz vorschlägt.
Denkbar ist dann trotzdem folgendes Szenario: Auf der einen Seite enorm günstige Produkte im Selbstbedienungsmodus. Auf der anderen Seite Produkte mit höheren Kosten und Renditeeinbußen, die sich Kunden dafür genau erklären lassen können und für die sie den Lach‘schen Beistand erhalten. Für beide Seiten dürfte es in Deutschland einen Markt geben. Und beide wird auch der Kostendeckel nicht verhindern. Schließlich bezieht der sich nur auf das Standarddepot, nicht auf alle Produkte.
Weiter geht es mit dem Altersvorsorgereformgesetz an diesem Freitag, 27. März. Dann berät das Parlament abschließend.
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