Verbraucher fragen, Experten antworten

Lohnt sich die Altersvorsorge überhaupt noch?

Wie funktioniert die Altersvorsorge eigentlich? Und welche Produkte lohnen sich angesichts der niedrigen Zinsen noch? Diese Fragen haben Verbraucher über die Social-Media-Kanäle von Pfefferminzia gestellt. Die Antworten gibt es hier.
© Getty Images
Düstere Aussicht: Die gesetzliche Rente wird nicht reichen, um den gewöhnten Lebensstandard im Alter zu halten. Laut Experten ist daher eine ergänzende Altersvorsorge unerlässlich.

Die Fragen hat Michaela Weber, Produktmanagerin für den Bereich Altersvorsorge der
Gothaer, beantwortet.

Woher weiß ich, dass meine Altersvorsorge das auszahlt, was bei Vertragsabschluss prognostiziert wurde?

Michaela Weber: Wie sicher die Auszahlung der bei Vertragsabschluss ausgewiesenen Werte ist, hängt zunächst einmal von der Art des Altersvorsorgeproduktes ab – also ob eine rein fondsgebundene Versicherung ohne irgendwelche Garantien oder aber eine Rentenversicherung mit bestimmten Garantien abgeschlossen wurde. Denn: Einmal zugesagte Garantien durch den Versicherer können dem Kunden nicht mehr gestrichen werden und sind somit 100 Prozent sicher.

Neben solchen garantierten Leistungen findet man im Angebot auch noch weitere – nicht garantierte – Leistungen. Diese werden bei Vertragsabschluss berechnet, indem bestimmte Annahmen zugrunde gelegt werden (insbesondere für die künftige Überschussbeteiligung oder eine etwaige Fondsentwicklung). Diese Werte sollen einen Eindruck vermitteln, was mögliche Auszahlungsbeträge beziehungsweise Rentenhöhen sein können, wenn die getroffenen Annahmen eintreten.

Wenn man als Kunde zwischendurch einmal wissen möchte, wie der aktuelle Stand seines Vertragsguthabens ist, empfiehlt sich ein Blick in die Standmitteilung, die der Versicherer einmal pro Jahr an seine Kunden schicken muss, oder ein Besuch beim Vermittler.

Wieso soll ich eigentlich noch Altersvorsorge betreiben, wenn sich nichts lohnt und sich alles verändert?

Ganz einfach: Das einzig Falsche wäre, nichts zu tun. Denn erstens werden die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung immer weniger und zweitens leben wir dank des medizinischen Fortschritts immer länger.

Die einzige Maßnahme, die hier wirklich hilft, ist eine ergänzende Altersvorsorge in Form einer Rentenversicherung. Nur diese kann regelmäßige Zahlungen bieten, die garantiert lebenslang fließen. Alleine die Tatsache, dass der Versicherer das Risiko für den Versicherten übernimmt, dass dieser bis an sein Lebensende – egal, wie lange er lebt – monatlich eine bestimmte Rente erhält, macht Altersvorsorge in Form einer Rentenversicherung schon äußerst lohnenswert.

Wie funktioniert Altersvorsorge heute am besten?

Grundsätzlich heißt Altersvorsorge ja erstmal, dass man Maßnahmen trifft, um später seinen Ruhestand möglichst ohne finanzielle Sorgen verbringen zu können. Eine Maßnahme machen viele von uns „automatisch“, indem von ihrem Gehalt Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abfließen.

Eines ist dabei aber auf jeden Fall klar: Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden nicht reichen, um den eigenen Lebensstandard im Alter halten zu können. Daher bedarf es weiterer Maßnahmen. Diese können alles Mögliche erfassen, beispielsweise eine eigene Immobilie, Banksparprodukte oder eben Versicherungslösungen.

Allen drei Beispielen ist gemein, dass sie eine gewisse finanzielle Entlastung im Alter bewirken. Allerdings ist beispielsweise bei einem Auszahlungsplan der Bank nicht sicher, dass er bis ans Lebensende reicht. Diese Sicherheit kann nur eine Rentenversicherung bieten.

Hier gibt es diverse Lösungen auf dem Markt – staatlich geförderte (wie die Rürup- oder Riester-Rente), Lösungen für die betriebliche Altersvorsorge und die rein private Absicherung. Hier empfiehlt sich definitiv eine Beratung durch den Vermittler, um so gemeinsam das passgenaue Altersvorsorge-Paket zu schnüren. 

Welchen Einfluss hat das Streichen von Garantien auf das Angebot der Altersvorsorge seitens der Versicherer?

Altersvorsorge ist, gerade wenn man die demografischen Entwicklungen betrachtet, wichtiger denn je und für die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos alternativlos. Was sich gerade in einem Änderungsprozess befindet, ist die Ausgestaltung der Altersvorsorgeprodukte.

Wir leben nun schon seit vielen Jahren in einer Welt mit niedrigen Zinsen. Die Lebensversicherer haben in den vergangenen Jahren ihre Altersvorsorgeprodukte an diese Rahmenbedingungen angepasst und wetterfest gemacht, um weiter geeignete Lösungen für den Kunden und den Vermittler zu bieten.

Das heißt auch: Es werden diejenigen Garantien gegeben, die wirklich wichtig sind (zum Beispiel eine garantierte lebenslange Mindestrente oder ein garantierter Rentenfaktor) und es wird auf diejenigen Garantien verzichtet, die nicht mehr tragbar sind oder ein Produkt auch aus Kundensicht weniger attraktiv gestalten.

So muss man immer im Hinterkopf behalten, dass Garantien umso teurer sind, je niedriger die an den Kapitalmärkten noch erzielbaren (sicheren) Zinsen liegen. Das bedeutet: Je höher die zugesagten Garantien, desto weniger Spielräume ergeben sich, um einen darüber hinausgehenden Ertrag zu erwirtschaften.

Welchen Rat haben Sie für Selbstständige zur Vorsorge für das Alter?

Selbstständige müssen sich im Grunde erstmal dieselbe Frage stellen wie Angestellte: Wie sieht meine bisherige Absicherung aus? Denn auch Selbstständige können bereits über eine Grundabsicherung verfügen, zum Beispiel indem sie Mitglied eines berufsständischen Versorgungswerks oder freiwillig beziehungsweise pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind.

In diesem Falle stellt sich die Frage, welcher Betrag noch fehlt, um ohne finanzielle Sorgen in den Ruhestand gehen zu können. Hierfür gibt es einige Lösungen aus dem Bereich der Altersvorsorgeangebote der Versicherer. Für Selbstständige, die bislang noch über keinerlei Absicherung verfügen, ist der Abschluss einer Rentenversicherung nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar.

Im zweiten Schritt gilt es dann, die eigene Altersvorsorge durch passende Lösungen in die Hand zu nehmen.

Für viele Selbstständige lohnt sich beispielsweise der Abschluss einer Basisrente, auch Rürup-Rente genannt. Während der Ansparphase können Selbstständige einen bestimmten Anteil des Beitrags steuerlich geltend machen. 2016 sind das 82 Prozent der Beiträge bis zu einer Höchstgrenze von 22.767 Euro für Ledige beziehungsweise 45.534 Euro für Eheleute, die zusammen veranlagen.

Weiterer Vorteil, den die Produktanbieter in der Regel für ihre Rürup-Renten geben: Es gibt Spielräume, etwa hinsichtlich der Beitragszahlungen. So können Zuzahlungen in den Vertrag getätigt werden, wenn gerade Geld vorhanden ist, oder Beiträge reduziert oder ausgesetzt werden, wenn finanzielle Engpässe vorliegen.

Die Steuerersparnis aus dem Rürup-Vertrag kann dann wiederum beispielsweise in eine weitere private Rentenversicherung investiert werden. Aber auch hier gilt: Das Beratungsgespräch beim Vermittler suchen, um so passende Lösungen zu finden.

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