Umfrage zur Risikolebensversicherung

Deutsche unterschätzen Vorsorgebedarf für Partner und Familie

Berufsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit werden von vielen Deutschen als risikoreicher eingeschätzt als das eigene vorzeitige Ableben oder das des Partners. Wohl so lässt es sich erklären, dass knapp 80 Prozent der Deutschen keine Risikolebensversicherung besitzen. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Assekurata im Auftrag der Dela Lebensversicherungen.
© Dela Lebensversicherung
Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Dela Deutschland, entnimmt den Ergebnissen der Studie, dass die Deutschen sich zu wenig des Risikos eines vorzeitigen Todes bewusst sind.

79,3 Prozent der Deutschen im Alter zwischen 30 und 69 haben keine Risikolebensversicherung. Und 22,9 Prozent haben auch noch gar nicht über die Vorsorge mit einer Risikolebensversicherung nachgedacht. Zu diesem Resultat gelangt eine repräsentative Umfrage der Assekurata Solutions im Auftrag der Dela Lebensversicherungen.

„Die Ergebnisse der aktuellen Dela-Studie zeigen deutlich, dass viele Menschen in Deutschland sich der Risiken des eigenen frühzeitigen Ablebens oder des Ablebens des Partners nicht bewusst sind“, stellt Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Dela Deutschland, fest.

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Nur 17,5 Prozent empfinden der Umfrage zufolge ihr eigenes vorzeitiges Ableben als Risiko und nur 15 Prozent das vorzeitige Ableben des Ehepartners oder Lebensgefährten. Im Vergleich dazu werden Themen wie Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit als deutlich höheres Risiken eingestuft. Selbst abstrakte Gefahren wie Terrorismus, Naturkatastrophen oder politischer Extremismus sei den Menschen bewusster als der eigene Tod oder der des Partners.

Das ist ein Problem, findet Capellmann: „Die finanziellen Folgen des eigenen Ablebens für die Hinterbliebenen können erheblich sein. Wir sind der Überzeugung, dass das Thema Risikoleben zum festen Bestandteil einer Vorsorgeberatung gehören sollte. Makler und Vermittler sind geradezu aufgefordert, ihre Kunden für dieses Thema zu sensibilisieren und diese offensichtliche Vorsorgelücke zu schließen“, so Capellmann.

Ein Todesfall im persönlichen Umfeld sensibilisiert für das Thema Absicherung

Als wichtigste Anlässe, sich mit dem Abschluss einer Risikolebensversicherung zu befassen, nannten die Befragten vor allem den Kauf von Wohneigentum (28,2 Prozent) und Gespräche im privaten Umfeld mit Verwandten, Freunden und Bekannten (23,9 Prozent). Auch wenn es im persönlichen Umfeld einen Todesfall gab, befassen sich die Menschen eher mit dem Theam (20,1 Prozent).

Interessant für Beratung und Vertrieb: Die erste Risikolebensversicherung wird häufig in jungen Jahren abgeschlossen. Vier von zehn Versicherten (40,7 Prozent) schlossen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren eine Risikoleben ab, 23 Prozent waren 30 bis 39 Jahre alt und 12,4 Prozent 40 bis 49 Jahre. In späteren Lebensphasen (50 bis 59 Jahre) spielt der Abschluss einer Risikolebensversicherung dagegen kaum eine Rolle (2,4 Prozent).

Ein weiteres Problem: Die Absicherungshöhe ist oft zu gering. Während die Befragten ohne Risikolebensversicherung den Bedarf im Schnitt auf rund 125.000 Euro bezifferten, schätzten Versicherte ihren Bedarf mit durchschnittlich 175.000 Euro deutlich höher ein. Tatsächlich abgeschlossen haben die Versicherten aber nur 150.000 Euro.

„Im Ergebnis bedeutet das, dass die Mehrheit der Befragten ihren Bedarf zu gering einschätzt oder gar keine genauen Vorstellungen über ihren Vorsorgebedarf im Bereich Risikoleben hat“, erklärt Capellmann. „Insofern ist es für die Beratung zur Risikolebensversicherung besonders wichtig, dass Makler und Vermittler gemeinsam mit ihren Kunden den individuellen Bedarf ermitteln.“

Persönliche Beratung wird geschätzt

Immerhin gute Nachrichten: Für 62,3 Prozent der Befragten ohne Risikolebensversicherung ist eine persönliche Beratung vor dem Abschluss beziehungsweise der Entscheidung für ein Versicherungsprodukt wichtig. Mit Blick auf die Zielgruppe für den Vertrieb nimmt der Wunsch nach einer Beratung zum Thema Risikoleben mit dem Alter ab: Bei den Zielgruppen von 20 bis 49 Jahren liegt der Wert bei rund 75 Prozent, in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen bei noch rund 65 Prozent.

Ein Argument für die Kundenansprache und -beratung zum Thema Risikoleben ist es, wenn Kinder im Haushalt leben. 76,8 Prozent der Befragten mit Kindern hatten bereits oder wollen eine Beratung, bei denjenigen ohne Kinder sind es 67,3 Prozent. Auch das Einkommen spielt für den Beratungswunsch eine Rolle. Bei geringen Haushaltseinkommen (bis unter 2.000 Euro) sind es zwei Drittel (65,8 Prozent), bei allen höheren Einkommen (2.000 bis mehr als 6.000 Euro) dagegen drei Viertel (74,9 Prozent).

Diese Merkmale sind wichtig

Geht es um die Auswahl einer passenden Police entscheidet vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (56,9 Prozent). Für fast jeden zweiten Befragten mit einer Risikolebensversicherung (48,3 Prozent) war die gute Beratung für den Abschluss einer Risikolebensversicherung entscheidend. Auch positive Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte (25,8 Prozent), das gute Image des Anbieters (23,9 Prozent) und positive Erfahrungen mit dem Anbieter (23,0 Prozent) fallen hier ins Gewicht.

Für jeden Fünften (19,6 Prozent) sind zudem ergänzende Leistungen und Services über die rein finanzielle Versicherungsleistung hinaus bei der Entscheidung für eine Risikolebensversicherung ausschlaggebend gewesen.

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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