Umfrage

Selbstständige offenbaren Lücken in der Altersvorsorge

Seit Jahren geht es in Politik und Wirtschaft um die Frage, ob Selbstständige in Deutschland zur Altersvorsorge gezwungen werden sollten. Eine aktuelle Umfrage legt nun nahe, dass das vielleicht gar keine schlechte Idee ist.
Freiberufliche Künstlerin zeichnet für einen Auftrag: Hat sie sich mit ihrer Altersvorsorge befasst?
© picture alliance / Zoonar | Dmitrii Marchenko
Freiberufliche Künstlerin zeichnet für einen Auftrag: Hat sie sich mit ihrer Altersvorsorge befasst?

Die Mehrheit der Selbstständigen in Deutschland blickt mit Sorge auf ihre Altersvorsorge. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter rund 1.000 Freiberuflern beziehungsweise Klein- und Einzelunternehmern, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Liechtenstein Life Assurance in der zweiten Jahreshälfte 2024 durchführte.

Rund 54 Prozent der Befragten räumten demnach ein, den eigenen Lebensstandard nicht beibehalten zu können, nachdem sie aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Besonders sorgenvoll blicken Selbstständige zwischen 30 und 39 Jahren aufs Geld: In dieser Altersgruppe gehen fast zwei Drittel davon aus, im Alter Einbußen hinnehmen zu müssen (63 Prozent). Nur jeder Neunte in dieser Altersgruppe ist sich sicher, ausreichend vorgesorgt zu haben (11 Prozent). Mehr Details zeigt die Grafik.

Wie Selbstständige ihre eigene Altersvorsorge beurteilen, nach Altersgruppen (Quelle: Liechtenstein Life)
Wie Selbstständige ihre eigene Altersvorsorge beurteilen, nach Altersgruppen (Quelle: Liechtenstein Life)

Bei der Frage nach staatlicher Förderung für die persönliche Altersvorsorge zeigt sich ein gespaltenes Stimmungsbild unter Deutschlands Selbstständigen: 39,5 Prozent betrachten Hilfe durch Freibeträge, Zuschüsse und anderem als wichtig oder eher wichtig.

Nahezu genauso viele Selbstständige meinen, dass Förderung keine oder nur eine geringe Rolle für ihre Vorsorgeentscheidung spielt. Mehr als jeder fünfte Befragte räumt ein, diese Frage nicht eindeutig beantworten zu können: 20,6 Prozent sind bei der Frage nach der Wichtigkeit staatlicher Förderung unentschieden.

Doch auch hier wieder Unterschiede in den Jahrgängen: Jüngere Klein- und Einzelunternehmer setzen deutlich häufiger auf Vorsorge ohne Förderung, während ältere darin eher Vorteile erkennen. Auch hier eine Grafik zur Übersicht.

Soll der Staat die Altersvorsorge fördern oder nicht? (Quelle: Liechtenstein Life)
Soll der Staat die Altersvorsorge fördern oder nicht? (Quelle: Liechtenstein Life)

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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Eine Antwort

  1. Ich glaube, dass der Grund warum gerade jüngere Einzelunternehmer auf ungeförderte Vorsorge setzen darin begründet liegt, dass die Förderpolitik in Deutschland keine langfristige Sicherheit bietet. Vor jeder Wahl werden neue Ideen wie Säue durchs Dorf getrieben und es besteht nach jeder Wahl das Risiko, dass die Förderung der letzten Legislaturperiode wieder kassiert wird, oder wie im Falle Riester eine Reform blockiert wird, um eigene Ideen zu platzieren. Um sich diese Planungs-UN-Sicherheit zu geben, müsste die Förderung schon exorbitant sein. Dafür fehlt es der Regierung wiederum an Geld.

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