Umfrage

Rentenkommission verfehlt Erwartungen der Deutschen

Für ihre Vorschläge zur Zukunft der Rente erntete die Rentenkommission der Bundesregierung bereits viel Kritik von Branchenvertretern. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zeigt nun: Auch viele Bürger sind von der Arbeit des Gremiums nicht überzeugt.
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Rentner auf einer Bank: Auch Branchenverbände hatten den Abschlussbericht der Rentenkommission als vage kritisiert.

Die Rentenkommission der Bundesregierung hat kürzlich ihren Bericht mit Empfehlungen für die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung vorgestellt (wir berichteten) – und prompt hagelte es Kritik seitens Versicherungswirtschaft und Verbraucherschützern.

Doch was denken eigentlich die Bundesbürger über die Vorschläge des Expertengremiums? Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ist dieser Frage nachgegangen.

Demnach sind 48 Prozent der mehr als 2.000 befragten Deutschen ab 18 Jahren der Ansicht, die Kommission habe ihren Auftrag nur ungenügend erfüllt. Kritisiert wird laut der Umfrage, dass die Kommission keine konkreten Lösungen, sondern nur vage Empfehlungen gebe, wie trotz der starken Zunahme der Rentner in den kommenden Jahren die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung stabil bleiben könne.

Kritik kommt dabei von Wählern aller Parteien. Am höchsten ist die Unzufriedenheit demnach unter den Wählern der Linke (69 Prozent), gefolgt von AfD (58 Prozent) und Grünen (57 Prozent). Unter den SPD-Wählern stimmen noch 53 Prozent der Aussage zu, die Kommission habe keine konkreten Lösungen geliefert. Bei Anhängern der Union und FDP sind es je 49 Prozent.

Mit dem Vorschlag, Korridore für den Rentenbeitrag und das Rentenniveau festzulegen, können viele Befragte wenig anfangen. So wissen 39 Prozent nach eigenen Angaben nicht, ob dieser Vorschlag eine gute Lösung sei. 24 Prozent bejahen das, ebenso viele Befragte lehnen die Korridore ab.

DIA bemängelt zu wenig „unabhängigen Sachverstand“

„Die Korridore für Beitrag und Rentenniveau waren der kleinste gemeinsame Nenner, den die Kommissionsmitglieder gefunden haben“, sagt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Es sei nicht überraschend, dass dieser Vorschlag in der Bevölkerung nicht auf breite Zustimmung stoße. „Das Scheitern der Kommission war schon in ihrer Zusammensetzung angelegt“, so Morgenstern weiter. Mehr unabhängiger wissenschaftlicher Sachverstand hätte zu anderen Ergebnissen geführt.

Der Rentenkommission der Bundesregierung gehören insgesamt zehn Mitglieder an, darunter fünf Politiker, ein Gewerkschafts- sowie ein Arbeitgebervertreter. Das Gremium hatte vor knapp zwei Jahren die Arbeit aufgenommen.

In dem jüngst vorgelegten Bericht empfahl die Kommission einen Korridor für das Rentenniveau zwischen 44 und 49 Prozent. Der Beitragssatz könne demnach künftig zwischen 20 und 24 Prozent liegen. Das gesetzliche Rentenalter von 67 Jahren, das ab dem Jahr 2031 gilt, soll zunächst unverändert bleiben.

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Autorin

Hannah

Dudeck

Hannah Dudeck arbeitete von April bis Juni 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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